Handys der 2000er: zwei Wochen Akkulaufzeit und der WAP-Traum

Das Nokia 8210, das 7110 und WAP rücken wieder ins Zentrum der Debatte: zwei Wochen Akkulaufzeit, UKW-Radio und LED gegen ein Smartphone, das für alle gleich aussieht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Handys der 2000er: zwei Wochen Akkulaufzeit und der WAP-Traum
Nokia 8210, 7110 und WAP: die Handys, die zwei Wochen durchhielten

Es gibt eine Nostalgie, die nicht vergeht: die nach Handys, die in jede Tasche passten, keine Hülle brauchten und zwei Wochen im Standby durchhielten. Das Nokia 8210 aus dem Sommer 2001 versprach mit seinem 8-Kb-Modem und Infrarot das Surfen wie am Desktop-PC. Das 8850 war im Grunde dasselbe, nur mit blauer Beleuchtung und Titangehäuse. Und das 7110 mit WAP und Klappmechanismus wurde als das Handy aus Matrix vermarktet.

Das Nokia 8210 und der Trugbild des Surfens per Infrarot

Der Reiz lag im Versprechen, nicht im Erlebnis. Ein 8-Kb-Modem und ein Infrarotanschluss reichten aus, um sich eine Surfsession wie am PC vorzustellen, während die Realität ein winziges Display und Datentarife waren, an die sich niemand genau erinnert, die aber alle für teuer halten. SMS kosteten rund 0,20 Cent, und schnelles Tippen war der einzige greifbare Vorteil der physischen Tastatur. Das 7110 brachte WAP und ein Scrollrad mit, obwohl der Klappmechanismus, der durch den Film Matrix berühmt wurde, zunächst als Science-Fiction-Effekt entworfen und erst danach von Nokia in ein echtes Handy eingebaut wurde.

Zwei Wochen Akku, UKW-Radio und eine Benachrichtigungs-LED

Der bequemen Nostalgie steht eine Liste von Funktionen gegenüber, die das Smartphone nach und nach abgeschafft hat: austauschbarer Akku, 3,5-Millimeter-Klinke, serienmäßiges UKW-Radio und eine LED, die über Anrufe und Nachrichten informierte, ohne das Display zu beleuchten. Sie überstanden auch Stürze ohne Hülle, was heute undenkbar ist. Wer diese Geräte verteidigt, hält dagegen, dass ihre Akkus zwei Wochen im Standby hielten, dass sie kaum wogen und dass sie bei einem Stromausfall funktionierten. Die Gegenseite bleibt nicht zurück: Sie nennt diese Geräte nutzlose Kisten und erklärt ihren Charme mit dem Dunst der Nostalgie. Keine der beiden Seiten rückt von ihrer Position ab.

Die Mauer der heutigen Apps

Das Problem ist keine Romantik, es ist technisch. Apps wie WhatsApp funktionieren längst nicht mehr auf KaiOS, also erst recht nicht auf Symbian oder J2ME, und unter Android verlangen sie eine Mindestversion. An diesem Punkt scheitert das Experiment: Ein klassisches Gerät taugt zum Telefonieren, Simsen und Radiohören, nicht aber für das heutige digitale Leben. Ein kürzlicher Versuch bestand darin, mit KI einen Konverter zu bauen, der Nachrichten ins WAP-Format umwandelt, um aktuelle Presse auf einem Monochrom-Display zu lesen – nur aus der Herausforderung. Der Akku des Geräts war hinüber.



Die Bilanz bleibt genau an diesem Punkt hängen. Niemand würde sein heutiges Handy gegen ein 8210 tauschen, und niemand gibt so recht zu, dass das Etikett „technischer Schrott“ jenen Designs gerecht wird, die untereinander konkurrierten und die man heute auf einem Tisch nicht mehr auseinanderhalten könnte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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