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Handy-GPS ohne Internet: Routen aufzeichnen und offline navigieren
Das GPS des Handys funktioniert ohne Daten: Apps wie Endomondo, OruxMaps oder Sygic zeichnen Routen auf und navigieren offline. Schwierig ist die Einrichtung, nicht die Hardware.
Das GPS des Handys funktioniert ohne Daten: Man muss nur wissen, welche App man nutzt
Kann man das GPS eines Android-Handys ohne Internetverbindung nutzen? Die kurze Antwort lautet ja, und die lange erklärt, warum viele Leute weiterhin einen Garmin für 140 Euro kaufen, obwohl in einer Schublade ein vergessenes Smartphone liegt, das dasselbe kann. Das GPS-Modul des Telefons berechnet die Position per Satellit, ohne SIM-Karte und ohne mobile Daten. Internet braucht nur die Karte, auf der diese Position gezeichnet wird. Die Lösung: Offline-Karten herunterladen und Apps verwenden, die die Route ohne Verbindung aufzeichnen.
Welche Apps Routen ohne Internetverbindung aufzeichnen
Für Laufen und Radfahren funktionieren Sport-Tracking-Apps ohne Daten. Endomondo, Runkeeper, Runtastic und Sports Tracker zeichnen Distanz, Höhe und Strecke nur mit dem GPS des Telefons auf. Die Route wird hochgeladen, sobald man wieder zu Hause im WLAN ist. Manche bevorzugen Runkeeper wegen der Zuverlässigkeit bei der Aufzeichnung und Runtastic fürs Web, was allerdings den Export der Route zwischen Plattformen erfordert. Andere Apps wie Endomondo erlauben, zwei gleichzeitig laufen zu lassen und zu vergleichen.
Das Problem taucht auf, wenn die Aufzeichnung unzuverlässig ist. An Kreiseln oder Abschnitten mit kurzzeitigem Signalverlust kann die App zwei Punkte mit einer geraden Linie verbinden und weniger Distanz messen als tatsächlich gefahren. Die übliche Ursache: Das GPS verliert im Tunnel oder unter einer Überdachung das Signal und ergänzt den ausgelassenen Abschnitt nach dem Wiederempfang als Luftlinie. Manche Apps lassen einstellen, in welchem Abstand ein Punkt gespeichert wird: Liegt das Intervall bei 5 Sekunden und man überquert den Kreisel schneller, wird er gar nicht erfasst.
Offline-GPS-Navigatoren: welche Optionen es gibt und was sie kosten
Für die Navigation auf der Straße ohne Daten ist die Auswahl groß. Navigon (von Garmin), Sygic, CoPilot, Navfree, OsmAnd und Zanavi erlauben das Herunterladen von Karten für die Offline-Nutzung. Navigon bietet Karten nach Ländern; CoPilot schenkt ein Land dazu (Spanien kommt mit Portugal); Zanavi ist kostenlos und Open Source, wirkt aber optisch wie vor zehn Jahren. OsmAnd nutzt kostenlose OpenStreetMap-Karten mit Wegen und Flurnamen, doch die synthetische Sprachausgabe klingt furchtbar. Sygic und Navigon sind kostenpflichtig; CoPilot hat eine kostenlose Version ohne Sprache, die Schauspielerstimme kostet rund 12 Euro.
Die meistgenannte kostenlose Alternative fürs Gelände ist OruxMaps, das ohne Daten funktioniert und Routen aufzeichnen kann. Es ist kein Navigator, der „rechts abbiegen“ ansagt, sondern eine unterstützende Karte. Man kann Ebenen von Google Maps oder Karten des IGN (spanische Landesvermessung) in den Maßstäben 1:50.000 und 1:25.000 herunterladen. Für ländliche Gebiete zeigen die Karten des Sigpac (spanisches Agrarflächenregister) Feldwege, Gehöfte und Bäche im Detail. Sie lassen sich mit Mobac oder jsigpac laden: Die Karte von Cazorla-Segura-Las Villas belegt 4 GB.
Google Maps offline und die Download-Grenze
Google Maps erlaubt das Zwischenspeichern von Karten, aber nicht in jedem Gebiet. Manche können ihre Region nicht herunterladen. OsmAnd mit OpenStreetMap-Karten erlaubt nur 10 kostenlose Downloads: Spanien und Portugal lassen sich fünfmal aktualisieren. Die Frage ist, wie oft das nötig ist. Da der öffentliche Bau auf Sparflamme läuft, sind Straßenänderungen seltener, aber ein vor zwei Jahren erbautes Einkaufszentrum kann auf einer bezahlten Garmin-Karte weiter als Feld erscheinen, während OpenStreetMap es längst aktualisiert hat.
Warum das GPS ohne Daten lange braucht, um die Position zu finden
Die erste Positionsbestimmung ohne Verbindung kann bis zu 5 Minuten dauern. Mit WLAN oder Daten erhält das Handy Näherungskoordinaten per Funkmast-Triangulation und lädt eine Datei mit den sichtbaren Satelliten herunter, was die Suche beschleunigt. Ein verbreiteter Trick: die App zu Hause im WLAN starten, damit sie schnell positioniert, und dann ohne Verbindung rausgehen. Das GPS funktioniert auch ohne SIM-Karte: Es ist unabhängig vom Mobilfunk. Was manche „Pseudo-GPS“ nennen, nutzt Funkmast-Triangulation, keine Satelliten.
Die Sparfalle: Zubehör, das den Preis eines Garmins erreicht
Das Handy als Navigator zu nutzen ist nicht immer gratis. Manche haben Halterung, Zigarettenanzünder-Ladegerät, Kabel und Antenne für schnellen Satellitenempfang dazugekauft: 90 Euro für ein HTC Explorer, gegenüber 140 Euro für einen Garmin mit allem dabei. Die Rechnung geht nur auf, wenn man das Handy schon besitzt und kein Zubehör braucht. Wer nur Lauf- oder Radrouten aufzeichnen will, investiert null.
Die Paradoxie: Freie Karten sind oft aktueller als bezahlte. OpenStreetMap wird durch Bürgerbeteiligung korrigiert: Ändert eine Straße die Richtung, wird es gemeldet und korrigiert. Bei kommerziellen Karten dauert das viel länger. Das Auto-Garmin zeigt weiterhin alte Straßennamen und Einkaufszentren, als wären es Felder.
Am Ende lautet die Antwort auf die Ausgangsfrage ja: Das GPS des Handys funktioniert ohne Internet. Was ohne Internet nicht funktioniert, ist der Komfort. Man muss Karten herunterladen, eine App wählen, Aufzeichnungsintervalle einstellen und akzeptieren, dass die synthetische Stimme klingt wie eine Beamtin, die eine Erklärung verliest. Dafür wird aus einem alten Handy ein GPS, das Routen aufzeichnet, auf der Straße navigiert und keine Daten kostet. Die Ersparnis gibt es. Die Bequemlichkeit auch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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