Halloween, Drohnen und die doppelte Moral bei der Eroberung

Eine Botschaft feiert ukrainische Drohnen gegen 'Eroberer' und fordert zugleich die Einhaltung des Völkerrechts: der doppelte Maßstab, den niemand auflöst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Halloween, Drohnen und die doppelte Moral bei der Eroberung
Halloween, Drohnen und der doppelte Maßstab der Eroberung

Eine Botschaft feiert, dass ukrainische Drohnen auf 'die Eroberer fremder Gebiete' herabregnen. Die Schadenfreude ist unverhohlen: Es nähre, heißt es, zu sehen, wie Eindringlinge in die Luft gejagt werden. Das begleitende Bild ist ein Tweet, der Halloween als eine Bedrohung darstellt, die über den Feind in den Wäldern der Ukraine hereinbricht. Und damit beginnt der Knoten des Themas: Dieselbe Person, die sich über die Bestrafung freut, fordert anschließend eine friedliche Welt, in der das Völkerrecht respektiert wird.

Die Diskussion dreht sich bald um die Frage der Konsequenz. Man hält ihr vor, dass auch die Kanarischen Inseln erobert wurden, und die Antwort ist eine zeitliche Grenze: Im 15. oder 16. Jahrhundert gab es keine Regeln, das Recht des Stärkeren war die Norm. Derselbe Maßstab, auf die Gegenwart angewandt, kehrt sich gegen denjenigen, der ihn anführt. Wenn die Eroberung der natürliche Zustand der Geschichte war, was bleibt dann vom Völkerrecht als echter Bremse und nicht als Schmuckstück?

Trump, Pilingui und der unbequeme Spiegel

Trump kommt als Anomalie in die Unterhaltung: Er wird als ein Führer beschrieben, der Pilingui bewundert, weil er selbst ein Diktator wie dieser sein will, und betont wird, dass prorussische Kreise seinen Wahlsieg gefeiert haben. Das Argument dient dazu, die Wasser zu trennen: Die einen fallen ein, die anderen auch, und wer die russische Plünderung anprangert, sollte zuerst nach Washington blicken.

Die Antwort kommt als Vorwurf der Heuchelei: Wenn die USA plündern, rechtfertigt das, dass Russland plündert? Die Frage bleibt in der Luft hängen. Es gibt keine abschließende Antwort, nur das Ringen zweier Maßstäbe, die jede Seite auf den Gegner anwendet, nie auf sich selbst.

Die Guanchen, Gaza und das Recht des Stärkeren

Die historische Erinnerung kehrt mit den Guanchen zurück, den Ureinwohnern der Inseln: Sie wurden vernichtet, ihr Mencey (einheimischer König) nahm sich das Leben. Diese Tatsache ist keine gelehrte Zierde, sondern der Beweis, dass die Eroberung kein sarracena Unfall einer Epoche war, sondern ein Muster. Von dort der Sprung nach Gaza: Das Recht, so die These, ist das des Stärkeren, genau wie damals.

Dieser Sprung ist der Kern der Sache. Die Unterhaltung begann mit der Feier einer militärischen Bestrafung und endet mit der Frage, ob das Völkerrecht mehr ist als eine Fiktion, die man anruft, wenn es passt. Das Datum, Allerheiligen, fügt eine Note schwarzer Ironie hinzu: Der Totengedenktag als Kulisse einer Diskussion darüber, wer das Recht hat zu töten und wer sich zu beschweren.

Was ungelöst bleibt

Es gibt keinen Abschluss. Die anfängliche Feier des zugefügten Schadens existiert neben der Forderung nach Frieden, und niemand vermag beides zu versöhnen, ohne auf die historische Ausnahme zu verweisen. Das Recht des Stärkeren wird herangezogen, um die Vergangenheit zu erklären, und abgelehnt, um die Gegenwart zu beurteilen. Dieser Riss, mehr als jeder Tweet, trägt die Unterhaltung.

Mit diesen Zutaten fällt die Prognose bescheiden aus: Solange die Bestrafung je nach Ziel beklatscht wird, wird das Völkerrecht ein Argument der Bequemlichkeit bleiben. Und die nächste Halloween-Feier wird wohl denselben Adressaten haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (26 Antworten).

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