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Hacendado-Joghurt stammt aus Frankreich, nicht Toledo
Ein Naturjoghurt von Hacendado kommt aus einer französischen Fabrik in Jouy, nicht aus Toledo. Der Lieferantenwechsel bei Mercadona betrifft auch Senf und Sonnenblumenkerne.
Die Hacendado-Joghurts, die nicht in Toledo hergestellt werden
Woher kommt der Naturjoghurt von Hacendado, den du gerade in den Kühlschrank gestellt hast? Ein Blick auf die Verpackung genügt: hergestellt von Eurial Ultra Frais in Jouy, mit der französischen Postleitzahl FR-89150. Die Überprüfung, inklusive Foto, widerlegte eine weit verbreitete Annahme: dass die Eigenmarke von Mercadona in spanischen Fabriken abgefüllt wird. Im selben Gang stammen laut demselben Forum-Nutzer die Joghurts von Carrefour und Alcampo von Andros la Serna in Kantabrien. Kein Detail ist unwichtig: Wer das Thema ansprach, war bei Mercadona gelandet, weil sein Stammgeschäft geschlossen war.
Werden alle Hacendado-Joghurts in Frankreich hergestellt?
Nein. Die kurze Antwort lautet: Es hängt von der Produktlinie ab. Neben dem Foto der französischen Verpackung deuten andere Überprüfungen darauf hin, dass die Joghurts von Mercadona weiterhin in Noblejas und Talavera de la Reina hergestellt werden, beide in der Provinz Toledo. Unter derselben Marke koexistieren also spanische und ausländische Lieferanten. Hier liegt der Knackpunkt: Von einer einzelnen Verpackung auf die gesamte Herkunft zu schließen, ist ebenso irreführend wie zu leugnen, dass sich die Herkunft geändert hat. Das oft wiederholte Beispiel ist das Automobil: Peugeot produziert Autos in Frankreich und Spanien, und niemand schließt vom Standort eines Fahrzeugs auf die Herkunft der gesamten Marke. Wer immer dieselbe Referenz kauft, bemerkt nichts; wer Format oder Geschäft wechselt, schon.
Senf aus den USA und Kerne aus China: Der Rest des Einkaufskorbs
Der Joghurt war nur der Auslöser, nicht das eigentliche Problem. In derselben Runde der Überprüfungen tauchen weitere Überraschungen auf: Der Senf, der früher aus Spanien kam, stammt nun aus den Vereinigten Staaten, die Sonnenblumenkerne kommen aus China und die Makrele aus Marokko. Der Witz erklärt sich von selbst: Wenn Spanien voller Sonnenblumenfelder steht, Kerne vom anderen Ende der Welt zu importieren, hat schon etwas Komisches. Auch Williams-Birnen aus den Niederlanden sind aufgetaucht, mit wiederkehrender Kritik am Geschmack, sowie chilenische Miesmuscheln, verpackt in Galizien. Nicht alles geht in dieselbe Richtung: Die Zitronen sind wieder aus spanischer Herkunft, was manche als Folge des vorherigen Skandals um südafrikanische Frucht lesen. Oder, einfacher, als Beginn der Zitruskampagne.
Warum im Ausland kaufen, wenn es Produktion in Spanien gibt?
Die diskutierten Erklärungen schließen sich nicht gegenseitig aus. Die erste weist auf die Agrarsubventionen hin: Die französische Landwirtschaft und Viehwirtschaft erhalten mehr Beihilfen als die spanische, was Produkte französischer Herkunft verbilligt. Die zweite schaut auf den Kalender: Außerhalb der Saison gibt es keine spanische Frucht, und man muss importieren. Die dritte ist weniger freundlich und behauptet, dass der ausländische Lieferant Kostensenkungen ermöglicht, zulasten einer Qualität, die der Kunde nicht sieht. Bleibt die unbequeme Frage: Wenn die Löhne in Frankreich höher sind, warum können sie uns billiger verkaufen? Die im Thread angedeutete Antwort ist erneut die Agrarpolitik.
Vom spanischen zum ausländischen Lieferanten: Was sich bei Mercadona geändert hat
Den detailliertesten Bericht liefert jemand, der vor zwei Jahrzehnten für das Unternehmen gearbeitet hat: Damals stellte Central Lechera Asturiana die Milchdesserts her. Bei der Expansion über Valencia hinaus ließ das Unternehmen seine Eigenmarken von renommierten spanischen Firmen produzieren. Die Wende wäre später gekommen, als der Ruf entstand, dass Hacendado-Produkte gut seien, und die Kundschaft massenhaft begann einzukaufen. Nach dieser Version bestand die Änderung darin, Referenzlieferanten durch billigere zu ersetzen, viele davon aus dem Ausland. Es gibt keine Möglichkeit, die vollständige Sequenz mit den verfügbaren Daten zu überprüfen, aber sie passt zu dem Kartensystem der Herkünfte, das nach und nach ans Licht kam.
Lohnt es sich, nach Herkunft statt nach Preis zu kaufen?
Hier bricht der Konsens völlig zusammen. Eine Strömung befürwortet das Lesen des Etiketts und die Unterstützung lokaler Lieferanten, auch wenn es etwas teurer ist; die andere antwortet, dass der Preis entscheidend sei und die Herkunft nur dazu diene, mehr für dasselbe zu bezahlen. Dazwischen tauchen deutsche Joghurts einer Discount-Kette, der Heim-Joghurtbereiter und die Rechnung auf, ob sich das lohnt. Auffällig ist, dass dieselbe Person, die sich über den französischen Joghurt empört, zugibt, rein nach Preis zu kaufen. Kohärenz beim Einkaufskorb ist ein knappes Gut.
Der Kontext: Vom Abbau der Milchindustrie bis zum Binnenmarkt
Manche führen das Problem auf die Achtzigerjahre zurück, als, so diese These, Teile der Milchindustrie abgebaut und galizische Milch nach Frankreich verkauft wurden, um sie dort neu zu verpacken und hier wieder zu verkaufen. Dies ist eine politische Lesart, kein bewiesener Fakt, aber sie erklärt, warum die Herkunft so viel Aufsehen erregt: Sie berührt den Verlust von Industrie, nicht nur ein Etikett. Hinzu kommt ein globaler Markt, der Kerne aus China und Joghurt aus Jouy bringt, ohne dass dies jemand abgestimmt hätte. Am Ende stellt sich nicht die Frage, woher der Joghurt kommt. Sondern warum es uns immer noch überrascht. Nach Preis statt nach Nationalität zu kaufen ist billiger; die Nationalität allerdings zahlt am Ende der Nachbar-Lieferant.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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