Guardamar reißt legale Häuser ab wegen Hafenmole

Obwohl das Oberste Gericht die Legalität der Häuser am Strand von Babilonia bestätigte, soll der Abriss 2025 erfolgen. Jeder Eigentümer zahlt 15.000 Euro ohne Entschädigung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Guardamar reißt legale Häuser von 1934 ab, während Elche sie schützt

Am Strand von Babilonia in Guardamar del Segura (Alicante) steht der Abriss einer Reihe von Wohnhäusern bevor, die zwischen 1929 und 1934 im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung der Republikregierung errichtet wurden. Das Oberste Gericht bestätigte ihre Rechtmäßigkeit, stoppte den für 2025 geplanten Abriss jedoch nicht. Laut einem Teilnehmer eines Online-Threads muss jeder Eigentümer durchschnittlich 15.000 Euro für den Abriss zahlen, ohne Entschädigung oder Umsiedlungshilfe. Fünf Kilometer entfernt, am Strand von El Pinet (Elche), hat der Gemeinderat einen Antrag verabschiedet, diese Häuser als schützenswertes lokales Kulturgut auszuweisen, um dem Küstenschutzamt den Abriss zu erschweren.

Vom Dünenbefestigen zum Bezahlen des Abrisses

Das ursprüngliche Projekt war keine willkürliche städtebauliche Entscheidung. Ein Architekt stellte es 1929 vor, um die Dünen zu stabilisieren und zu verhindern, dass Sand die dahinterliegende Kiefernwaldzone bedroht. Die Arbeiten wurden durch eine öffentliche Ausschreibung finanziert und 1934 abgeschlossen. Damals lagen vor den Fassaden noch 70 Meter Sandstrand. Das Küstenschutzgesetz (Ley de Costas) von 1988 legte eine Frist von 30 Jahren für solche Konzessionen fest, die mit der Verabschiedung begann und 2018 auslief.

Die Eigentümer klagten. Sie verloren in erster und zweiter Instanz. Das Oberste Gericht urteilte, dass die Häuser legal seien, prüfte aber nicht deren ökologische Auswirkungen und hob die früheren Urteile nicht auf. Der Abrissbefehl blieb bestehen. Der Fall liegt beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, doch dieses Verfahren hemmt die Vollstreckung nicht.

Die Mole, die den Strand verschluckte

Einem Thread-Teilnehmer zufolge ist das Klima nicht die Ursache des Desasters. 1999 wurde ein kleiner Hafen an der Mündung des Río Segura gebaut, nur wenige hundert Meter von den Häusern entfernt. Seine schlecht konzipierte Mole lenkt Sedimente auf die gegenüberliegende Seite des Strandes um. Babilonia verlor seinen gesamten Sand. Die Gemeinde hat ihn nicht wiederhergestellt. Auch Schiffe können kaum einfahren: Die Mündung ist blockiert.

Manche argumentieren, dass mit dem Sand vor Bau der Mole der gesetzliche Abstand eingehalten wurde und die Infrastruktur schuld sei. Falls dies zutrifft, müsste die Regierung den Sand auffüllen oder die Mole abreißen. Die Paradoxie besteht darin, dass dieselbe Partei, die den Hausbau genehmigte – die PSOE – heute in Guardamar regiert und nichts unternimmt. In Elche, wo PP und VOX regieren, wird gehandelt.

Zwei Maßstäbe auf fünf Kilometern Distanz

Der Fall von El Pinet ist identisch, aber die politische Reaktion genau gegenteilig. Der Stadtrat von Elche beschloss, diese Wohnungen als geschütztes Objekt von lokalem Interesse einzustufen. Dies ermöglichte die Mehrheit von PP und VOX. In Guardamar hat die PSOE keinen ähnlichen Schutz angestoßen. Der Vergleich schmerzt.

Dies ist kein Einzelfall. In Los Arenales del Sol, einem Ortsteil von Elche, stehen Gebäude aus den 70er Jahren weniger als 25 Meter vom Meer entfernt. In Benicàssim und anderen Küstenregionen sieht man Villen unter 100 Metern zur Uferlinie, die nicht abgerissen werden. Die Frage lautet, nach welchen Kriterien vorgegangen wird und wer betroffen ist.

Ein Präzedenzfall, den niemand wiederholen will

Der Abriss ist keine Enteignung. Enteignungen werden entschädigt. Hier gibt es keine Zahlung, keine Ersatzwohnung und keine Umsiedlung. Die Eigentümer tragen die Kosten selbst. Da das Oberste Gericht die früheren Urteile nicht aufhob, bleibt der Abrissbefehl wirksam. Der EGMR könnte Jahre brauchen, bis er entscheidet; dann sind die Häuser längst weg.

Die Angelegenheit wirft eine unbequeme Frage auf: Wenn eine Baugenehmigung rechtmäßig war, kann ein späteres Gesetz sie ohne Entschädigung annullieren? Dieser Präzedenzfall betrifft jeden Küsteneigentümer. Und auch jene, die es nicht sind.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (140 Antworten).

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