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Granollers: 200 Anwohner suchen Unfallflüchtigen
Nachdem ein Fahrer in Granollers acht Menschen angefahren und geflohen war, fanden ihn Tage später 200 Anwohner, was zu einer Schlägerei führte.
In der Nacht vom 9. August fuhr ein Autofahrer in Granollers auf der Straße Maria Palau absichtlich acht Personen an. Der Verdächtige, ein spanischer Staatsangehöriger mit Vorstrafen, floh. Einige Tage später lokalisierte eine Gruppe von etwa 200 Personen, die als Nachbarn subsaharischer Herkunft und Bekannte der Verletzten beschrieben wurden, ihn auf der Straße Joan Vidal i Jumbert. Dies war keine Bürgerverhaftung: Laut Presseberichten gab es Drohungen mit Stöcken und Messern sowie eine Schlägerei, die einen Einsatz der Mossos d'Esquadra (katalanische Polizei) mit Verstärkung durch das ARRO (Regionalbereich für operative Ressourcen) erforderlich machte. Der Festgenommene wurde der Polizei überstellt. Die Ermittlungen laufen weiter, um das Motiv für den Unfall zu klären. Zeugen sprechen von Rache: Der Fahrer habe sich angeblich gegen jene gewandt, die kurz zuvor seine Schwester angegriffen haben sollen.
Was geschah in der Nacht vom 9. August in Granollers
Der Vorfall ereignete sich gegen 23:30 Uhr. Acht Personen wurden verletzt, einigen Berichten zufolge schwer. Der Fahrer flüchtete sofort. Stunden später, in den frühen Morgenstunden, wurde sein Auto brennend auf der Straße Diagonal de Canovelles gefunden. Einige Zeugen behaupten, dass die subsaharischen Nachbarn das Fahrzeug aus Vergeltung angezündet hätten. Das ARRO löste eine erste Versammlung ohne Zwischenfälle auf, doch die Spannung blieb bestehen.
In den folgenden Tagen wurde das Foto des Verdächtigen in sozialen Medien verbreitet, um die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche aufzurufen. Es soll von denselben Personen veröffentlicht worden sein, die ihn schließlich stellten. Das Plakat, das sich als offizielle Fahndung der Mossos d'Esquadra ausgab, enthielt Foto, Name, Nachnamen und persönliche Daten. Die Frage bleibt, ob dies eine Straftat darstellt.
Die Schlägerei am Dienstagabend
Am Dienstagabend fand die Gruppe den Verdächtigen. Rund 200 Personen stellten ihn zur Rede und bedrohten ihn mit Stöcken und Messern. Die Situation eskalierte zu einer regelrechten Schlägerei. Mieter in nahegelegenen Gebäuden riefen den Notruf 112. Mehrere Streifenwagen der Mossos, verstärkt durch Kräfte des Regionalbereichs für operative Ressourcen, griffen in die Prügelei ein, bei der auch Messer geworfen wurden. Trotz der Gewalt gab es keine Verletzten. Der Verdächtige wurde festgenommen und in eine Polizeidienststelle gebracht.
Die Ermittlungen dauern an, um zu klären, warum der Mann, ein spanischer Staatsangehöriger mit mehreren Vorstrafen, diese Gruppe mit seinem Auto anfuhr. Laut Zeugenaussagen habe der nun Inhaftierte aus Rache gehandelt, weil diese Personen angeblich kurz zuvor seine Schwester angegriffen hatten. Dies ist die Version der konsultierten Quellen, aber es gibt keine offizielle Bestätigung.
Von Lesern kritisiertes Doppelstandard-Verhalten
Die mediale Berichterstattung hat erheblichen Widerstand hervorgerufen. Der Originalartikel beschreibt die Teilnehmer als „Selbstjustizler“ und behauptet, sie hätten „die Gerechtigkeit in die eigene Hand genommen“ und ihr „Einsatz habe Früchte getragen“. Für viele Leser zeigt diese Sprache eine klare Voreingenommenheit: Wäre die Menge aus einheimischen Nachbarn bestanden, hätten die Schlagzeilen von einer „Nancy“ gesprochen, wie es in Torre Pacheco der Fall war. Der Vergleich zieht sich fort: Wenn die Gruppe subsaharischer Herkunft ist, spricht man von einer „Nachbarschaftsversammlung“; wenn sie spanisch ist, von einem „rechtsensrecht Mob“.
Einige argumentieren, dass der Artikel den entscheidenden Kontext auslässt: Was hatten die acht Angefahrenen vor dem Vorfall getan? Die schwebende Frage ist, ob der Mob Gerechtigkeit oder Straflosigkeit forderte. Andere Leser weisen darauf hin, dass der Verdächtige bereits vorbestraft war und dennoch Tage nach dem Unfall frei herumlaufen konnte. Auch das polizeiliche Handeln wird hinterfragt: Warum wurde der Fahrer nicht früher verhaftet? Warum durfte ein Mob von 200 Personen als Ordnungshüter auftreten?
Alternatives Narrativ in sozialen Medien
Eine in sozialen Medien kursierende Version dreht die Rollen um. Demnach habe der Fahrer nicht absichtlich angefahren, sondern sei vor einer Gruppe geflohen, die ihn lynchen wollte. Ein Zeuge beschreibt einen vorangegangenen Streit: Ein junger Mann schlägt einen anderen, der stark betrunken war – ein typischer Fall. Dann gehen die Gleichethnischen im Rudel auf den Angreifer los, der mit seiner Familie zusammen ist. Er versucht zu fliehen und fährt dabei mehrere Personen an. Danach wird er erneut angegriffen. Die Leute fragen, wo die Polizei ist, oder ob sie in solchen Stadtteilen nicht mehr eingreifen kann.
Die Diskussion weitete sich auf breitere Themen aus: ethnische Koexistenz, Sicherheit in bestimmten Stadtvierteln, die Rolle der Medien und das Gefühl eines doppelten Informationsmaßstabs. Manche Nachrichten prognostizieren größere Konflikte. „Das ist nur der Anfang“, sagt einer. „Es würde mich nicht wundern, wenn wir in 10 Jahren einen Balkankrieg nach spanischem Vorbild erleben“, fügt ein anderer hinzu. Dies sind Meinungen, keine Fakten, spiegeln aber ein Klima der Besorgnis wider, das über den konkreten Fall hinausgeht.
Unbestrittene Zahlen
Acht angefahrene Personen. Rund 200 Teilnehmer an der anschließenden Versammlung. Ein ausgebranntes Auto. Ein Festgenommener. Keine offiziellen Zahlen zu Verletzten bei der Schlägerei, da es keine gab. Die Ermittlungen laufen weiter. Der Verdächtige hat Vorstrafen und besitzt die spanische Staatsangehörigkeit. Der Mob, der ihn suchte, bestand aus Personen subsaharischer Herkunft, die den Opfern bekannt waren. Das sind die Fakten. Der Rest ist Interpretation.
Was passiert bei Prozessbeginn? Werden auch die untersucht, die das Auto anzündeten und die persönlichen Daten des Verdächtigen verbreiteten? Oder läuft alles ins Leere? Diese Fragen bleiben unbeantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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