Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Gorrillas in Spanien: Die Straßen-Erpressung, die niemand verbietet
In Spanien fordern sogenannte Gorrillas Geld ohne rechtliche Grundlage. Warum staatliche Untätigkeit und Prekarität sie schützen. Eine Analyse eines hartnäckigen Phänomens.
Die Straflosigkeit der Gorrillas: Die Nötigung, die niemand verfolgt
Die Figur des Gorrilla (inoffizielle „Parkplatzwächter“, die Geld für das „Bewachen“ geparkter Autos verlangen) ist seit Jahrzehnten auf den spanischen Straßen präsent. Menschen, die Geld dafür verlangen, ein Auto im öffentlichen Raum zu „bewachen“, ohne Erlaubnis und ohne echte Leistung. Die Frage, warum dieses Vorgehen nicht von Amts wegen verfolgt wird, bleibt bis heute ohne klare Antwort.
Betroffene beschreiben es als eine Form fortgesetzter Nötigung. Es ist kein Betrug wie das Hütchenspiel; es ist direkte Einschüchterung. Und wer sich wehrt, riskiert eine Anzeige wegen Körperverletzung oder ein beschädigtes Auto. Die Verwaltung selbst schaut offen weg.
Die gesellschaftliche Toleranz ist der Hauptverdächtige. In der Schweiz gibt es ein Bußgeld für eine Toilettenbenutzung außerhalb der erlaubten Zeiten; in Spanien bewegt niemanden die Einrichtung einer illegalen Kasse an einer Straßenecke. Aus behördlicher Untätigkeit wird stille Komplizenschaft.
Die andere Erklärung ist strukturell: Der typische Gorrilla ist arbeitslos, oft mit Suchterkrankungen, mit wenig zu verlieren. Ihn konsequent zu verfolgen würde bedeuten, den Arbeitsmarkt und die soziale Ausgrenzung anzugehen. Währenddessen kassiert der Staat weiter Steuern und bietet allenfalls eine Anzeigennummer an, die zu nichts führt.
Das Beispiel des Mannes, der einen Dieb festhielt und dann von der Polizei gesucht wurde, veranschaulicht die Absurdität: Wehre dich, und du wirst selbst zum Verdächtigen. Da erscheint Selbstjustiz als Versuchung. Man erzählt sich Geschichten aus anderen Ländern, wo Nachbarn einem Gorrilla die Hand mit dem Hammer zerschlugen. Es klingt grauenhaft, aber es ist das Symptom eines Systems, das nicht schützt. Die Frage ist nicht, warum jemand die Nerven verliert, sondern warum es so weit kommen darf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).
Das Geschäft mit den Gorrillas in Spanien: zwischen Erpressung und Selbstregulierung. Fehlende Polizeiarbeit und Vorschläge, die inoffizielle Parkgebühr abzuschaffen.
Spaniens Steuerapparatur arbeitet effizient, doch bei der Katastrophenhilfe in Valencia versagte der Staat. Die Debatte über den gescheiterten Staat steht im Zentrum dieser Analyse.
Der spanische Autor Arturo Pérez-Reverte erklärt, „Europa verdiene, vom Mittelmeer rekolonisiert zu werden“, und löst damit einen Sturm unter Lesern und Kritikern aus.
Gabriel Rufián fragt, wann 345.890 'Einzelfälle' zu organisierter Kriminalität werden. Die Frage bringt die spanische Regierung in Bedrängnis und offenbart die Krise ihrer Erzählung.
Politische 'Klempner' im spanischen Chapero-Fall erhalten Polizeieskorten, während Innenminister Marlaska gegen sie wettert. Eine Analyse eines Korruptionsskandals mit Saunen und Millionen.