Gold verliert Thron im Mad-Max-Szenario: Wasser, Nahrung und Munition dominieren

Ohne wirtschaftliche Absicherung verliert Gold seinen Wert im Mad-Max-Szenario; Wasser, Nahrung und Munition werden zum Tauschmittel.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold verliert Thron im Mad-Max-Szenario: Wasser, Nahrung und Munition dominieren
Gold ist wertlos ohne Wirtschaft: Wasser, Nahrung und Kugeln

In einem Mad-Max-artigen Kollapsszenario verliert Gold seinen Wert, weil man es nicht essen kann. Zu diesem Schluss kommt eine wirtschaftliche Analyse, die derzeit in sozialen Medien und Foren kursiert, ausgelöst durch die Behauptung, dass Menschen in Dubai erfolglos versuchten, Nahrung mit Gold zu kaufen. Die Diskussion, die über hundert Antworten gesammelt hat, ist zu einer kleinen Abhandlung darüber geworden, was Wert behält, wenn das Finanzsystem aus den Fugen gerät. Und die Antwort ist nicht genau das, was jene erwarten, die Barren horten.

Der Ausgangspunkt ist eine unbelegte Aussage: In Dubai, wo die Region aufgrund des Krieges mit Iran angespannt ist, würden einige Geschäfte Gold als Zahlungsmittel ablehnen. Von dort entfaltet sich die Analyse in verschiedene Richtungen. Einige vertreten die Ansicht, dass Gold nur dann als Währung funktioniert, wenn ein finanzielles Geflecht es stützt; ohne dieses ist es weniger wert als Blei oder Kupfer. Andere erinnern daran, dass Gold in echten Episoden von Hyperinflation und Krieg — Venezuela, Argentinien, das ehemalige Jugoslawien — durchaus für den Austausch gedient hat, allerdings immer in stark fraktionierten Formaten und mit brutalen Abschlägen. Die Diskrepanz ist nicht gering: Sie berührt das Wesen des Geldes selbst.

Wasser, Nahrung, Energie und Munition: Die Prioritätenliste

Die Liste dessen, was im Kollaps wirklich zählt, wiederholt sich mit wenigen Variationen: Wasser, Nahrung, Energie und Waffen. Darauf aufbauend fügt jeder seine eigene Schicht hinzu. Manche nennen Antibiotika, Feuerzeuge, Toilettenpapier und Schokolade. Tabak erscheint als nahezu perfektes Tauschmittel: Er wiegt wenig, lässt sich leicht teilen, und es gibt immer Raucher, die bereit sind, alles für eine Zigarette zu tauschen. Grobes Salz, geladene Batterien oder Gas für Feuerzeuge werden ebenfalls als Tauschaktiva genannt. Silber wird hingegen als bessere Option als Gold für kleine Transaktionen verteidigt: Eine Unze Gold zwingt einen dazu, ganze Pueblerino zu kaufen, während eine Silbermünze eine Mahlzeit bezahlen kann.

Gold hingegen bringt ein praktisches Problem mit sich, das niemand bestreitet: Um Brot zu kaufen, muss man einen vier Gramm schweren Anhänger bei sich tragen, der auf dem regulären Markt Hunderte von Euro wert wäre, dessen Preis aber in einem Überlebens-Tauschhandel niemand einschätzen könnte. Die angeführte Anekdote ist die eines Ladenbesitzers, der Gold ablehnt, weil er kein Wechselgeld herausgeben und die Reinheit nicht überprüfen kann. In diesem Kontext wird das Edelmetall zu einer unbequemen Verbindlichkeit: Es wiegt, kann gestohlen werden und ist nicht essbar.

Gold in Venezuela und anderen gebrochenen Volkswirtschaften

Die Erfahrung von Ländern, die tiefgreifende Krisen durchlitten haben, relativiert die Argumentation. In Venezuela diente Gold laut verschiedenen Zeugnissen in bestimmten Kreisen als Zufluchtsort und als Zahlungsmittel. Im Bosnienkrieg wurden Alkohol, Tabak, Drogerieartikel und sogar Brettspiele als Währung verwendet. In der Ukraine gibt es Berichte aus den Auseinandersetzungen von 2014, in denen jemand sein Leben riskierte, um einem Toten auf offener Straße einen goldenen Ring vom Finger zu ziehen. Diese Beispiele zeigen, dass Gold nicht vollständig verschwindet, aber sein Wert vom Grad des sozialen Zerfalls abhängt: Je mehr das Szenario nach Mad Max aussieht, desto weniger nützlich ist es.

Der sich aufdrängende Schluss ist, dass Gold so lange Wert behält, wie noch ein Rest wirtschaftlicher Ordnung vorhanden ist. Wenn diese Ordnung wiederhergestellt wird, auch wenn nur prekär, steigt der Wert des Metalls wieder. Das Problem ist das Intervall: Im reinen Chaos ist Gold nur ein glänzendes, schweres Objekt. Die Diskussion leitet dann zum Thema Kryptowährungen über, die in einem Szenario ohne Strom und Internet noch weniger wert wären.

Der Yen-Carry-Trade und die japanische Finanzbombe

Die Analyse verwebt sich mit dem aktuellen Finanzgeschehen. Erwähnt wird eine angebliche Finanzbombe von bis zu vier Billionen Dollar, versteckt in Japan, verbunden mit dem Carry Trade des Yen, und spekuliert wird, dass der Krieg mit Iran den Zündstoff angesteckt haben könnte. Die Zahl, die nicht mit offiziellen Quellen abgeglichen wurde, dient dazu, daran zu erinnern, dass die globalen Märkte vernetzt sind und ein Ausbruch an einem Punkt alle Vermögenswerte, einschließlich Gold, mitreißen kann. In diesem Sinne weisen einige Teilnehmer darauf hin, dass Gold in einer systemischen Krise ebenfalls fallen würde, zumindest nominal.

Das Gespräch springt von Barren zu Solarpanelen. Es wird darauf hingewiesen, dass Gold in Satelliten und elektronischen Komponenten verwendet wird und Silber industrielle Anwendungen in Photovoltaikmodulen und Batterien hat. Dies führt zur Frage, ob im post-apokalyptischen Szenario der Wert des Goldes von seiner technischen Nützlichkeit statt von seiner monetären Funktion kommen könnte. Die Antwort lautet erneut: Ohne Industrie gibt es keine technische Nachfrage, die den Preis stützt.

Die Anekdote des Ladenbesitzers und physisches Bargeld

Unter den praktischen Beispielen findet sich der Fall eines Mannes, der versuchte, in einem Supermarkt mit einer Unze Gold zu zahlen, und auf die Ablehnung der Kassiererin stieß. Die Szene, echt oder erfunden, illustriert das Liquiditätsproblem des Metalls. In Krisensituationen kann physisches Bargeld in kleinen Scheinen nützlicher sein als Gold, da es Zahlungen ohne Bewertung oder Wechselgeld ermöglicht. Silber postuliert sich erneut als handhabbarere Fraktionswährung.

Die Diskussion behandelt auch die Rolle des Staates. Gewarnt wird, dass der Staat im Kollaps selbst Gold konfiszieren könnte, wie es in der Vergangenheit in anderen Ländern geschah. Dagegen steht die implizite Empfehlung zur Diversifizierung: Man sollte etwas Metall besitzen, aber auch Reserven an Wasser, Nahrung und Verteidigungsmitteln. Der Schluss, falls es einen gibt, ist, dass Gold keine universelle Versicherung ist, sondern ein Vermögenswert, der vom Umfeld abhängig ist. Und dass im echten Mad Max das Messing der Kugeln König ist.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver