Gewerkschaft Solidaridad ruft Generalstreik am 24.11. aus

Die Gewerkschaft Solidaridad hat den Generalstreik für den 24. November angemeldet, ohne die Unterstützung der großen Verbände CCOO und UGT. Ein massenhafter Ausstand wird nicht erwartet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gewerkschaft Solidaridad ruft Generalstreik am 24.11. aus
Generalstreik am 24.11.: Nur Solidaridad ruft auf, der Rest schaut zu

Ist ein Generalstreik in Spanien möglich, ohne dass die großen Gewerkschaften CCOO oder UGT ihn unterstützen? Ja, und das ist der erste Punkt, der geklärt werden muss, bevor man über die Sinnhaftigkeit des Streiks am 24. November diskutiert. Die Gewerkschaft Solidaridad hat den Aufruf zum Generalstreik für diesen Freitag registrieren lassen, ohne sich auf die etablierten Dachverbände verlassen zu müssen. Das Gesetz über die Gewerkschaftsfreiheit (Ley Orgánica de Libertad Sindical) verlangt nicht, dass eine Organisation als repräsentativste Gewerkschaft anerkannt ist, um einen Streik auszurufen: Jede gegründete Vereinigung kann dies tun. Ob dieser dann tatsächlich befolgt wird, steht auf einem anderen Blatt.

Was ist Solidaridad und warum darf sie einen Generalstreik ausrufen?

Solidaridad ist eine von VOX gegründete Gewerkschaft, und ihr Name ist kein Zufall: Er lehnt sich an die polnische Bewegung an, die Lech Walesa gegen das kommunistische Regime führte. Die wiederkehrende Frage lautet, wo diese Organisation real verankert ist, in welchen Sektoren und Unternehmen. Es gibt keine eindeutige Antwort in den verfügbaren Daten. Genau hier liegt das Interesse an dem Aufruf: Man erwartet keinen Verhandlungstisch, sondern eine Machtdemonstration.

Und das Detail hat es in sich. Der Aufruf ist formell einwandfrei. Was angezweifelt wird, ist nicht seine Legalität, sondern seine Durchschlagskraft.

Amnestie und Regierungsbildung: Der Zeitplan, der den Streik entwertet

Das Kernproblem liegt im Timing. Der Aufruf erfolgt mitten im Gesetzgebungsverfahren zur Amnestie und während die Wahl des Regierungschefs noch aussteht. Dies wirft die unbequeme Frage auf: Wenn die Einigung vorher unterzeichnet wird, was soll dann am 24. bestreikt werden? Mit jedem Tag, der vergeht, verliert der Streik seinen Rechtfertigungsgrund.

In dieser Hinsicht sind auch die beiden großen Gewerkschaften keine Verbündeten. CCOO und UGT unterstützen die PSOE und argumentieren, dass die Amnestie notwendig sei. Die PP bricht laut den kursierenden Positionen nicht vollständig mit ihnen: Ihr wird die Absicht zugeschrieben, nur einen Streik zu unterstützen, der von den großen Dachverbänden ausgerufen wurde, wobei im Hintergrund die staatliche Finanzierung der Gewerkschaften eine Rolle spielt. Die Schlussfolgerung lautet, dass der Weg nicht bei der Parteizentrale der PSOE endet; man muss auch nach Génova schauen.

Mitmachen oder nicht: Die arbeitsrechtlichen Kosten, die niemand tragen will

Hier wird die Sache praktisch und recht hart. Die Teilnahme an einem als illegal eingestuften Streik kann als schwerwiegende Verfehlung gewertet werden oder sogar zur Kündigung führen. Angesichts offener Rechnungen und Kinder zu Hause ist dieser Unterschied erheblich. Wer den Aufruf unterschreibt, zahlt nicht den Lohnausfall.

Es taucht sogar die Paradoxie der Aussperrung durch den Arbeitgeber auf: Wenn das Büro geschlossen bleibt, verliert derjenige, der zu Hause bleibt, den Tageslohn, und derjenige, der erscheint, arbeitet auch nicht. Den großen Dachverbänden wird ein alter Vorwurf gemacht, nämlich nichts unternommen zu haben während der Alarmzustände; nun fordert man von ihnen die Stärke, die sie damals nicht gezeigt haben.

Beamte, Beteiligung und das Problem der Zahlen

Ohne das Personal im öffentlichen Dienst hinkt jeder Generalstreik. Die verbreitete Analyse besagt, dass ohne Beamte nichts geht, und dass die übrigen Arbeitnehmer zu sehr an den Karren gebunden sind, um am Freitag loszulassen. Daher die vorherrschende Prognose: Minimale Beteiligung und viele Fotos.

Die persönliche Kalkulation jedes Einzelnen wiegt schwerer als jede Parole. In dieser Rechnung kennt derjenige den Unterschied zwischen einem Tagesverdienst und einer schweren Disziplinarmaßnahme genau, der sich keines von beiden leisten kann.

Stichwahl, neue Verfassung und andere Vorschläge im Schatten des Streiks

Der Aufruf diente als Resonanzboden für einen Katalog von Reformen, die weit über den 24. November hinausgehen: Wahlen in zwei Runden, um Mehrheiten zu erzwingen, Schutz der Gewaltenteilung vor politischen Übergriffen, eine neue Verfassung und sogar eine Rede des Königs an die Nation im Stil der Weihnachtsansprache. Die Stichwahl hat eine Nebenwirkung, die niemand verschweigt: Sie würde kleine Parteien ausschließen, die heute oft den Königsmacher spielen.

Dass viele dieser Vorschläge derzeit unrealistisch sind, deaktiviert sie nicht als Stimmungsbarometer. Sie messen den angestauten Ärger, nicht die technische Machbarkeit.

Escraches und Boykott: Der symbolische Weg, der sich bahnt

Im Gegensatz zum klassischen Streik schlägt eine andere Strömung vor, das Werkzeug zu wechseln: Escraches (Proteste vor Privatadressen), Demonstrationen vor Wohnhäusern von Amtsträgern, öffentliche Bloßstellung, Boykotte und mediale Aufsehen erregende Aktionen. Das Argument lautet, dass sich die Welt heute durch Virales und Symbolisches bewegt und ein schwacher Streik in zwei Tagen vergessen ist.

Dies ist eine unbequeme Wette mit eigenen rechtlichen Risiken, erklärt aber, warum viele im 24. November nicht das geeignete Instrument sehen.

Von „Wer früh aufsteht“ zum verlängerten Wochenende

Die Reaktion reicht von Skepsis bis Hohn. Es gilt als sicher, dass kaum jemand mitmacht, dass es ein „Faulenzer-Streik“ ist und dass die Festlegung auf einen Freitag einem geschenkten Brückentag gleichkommt. Jemand scherzte darüber, November neben das N zu schreiben, um es nicht mit „Niciembre“ oder „Nulio“ zu verwechseln. Die fleißigen Spanier würden an diesem Tag eine Ausnahme machen, hieß es.

Die wiederholte Prognose ist nicht die eines Massenausstands, sondern die einer minimalen Beteiligung mit einem Imageschaden, den tatsächlich jemand abbekommen wird. Und das wird nicht gerade der sein, der den Streik ausgerufen hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (171 Antworten).

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