Gescheiterte CIA-Infiltration in der Ukraine

Projekt AERODYNAMIC schickte 1949–1953 zwölf Agenten in die Westukraine. Sowjetische Kräfte töteten oder fingen alle bis auf einen.

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Zwischen 1949 und 1953 ließ die CIA im Rahmen des Projekts AERODYNAMIC zwölf Agenten über der Westukraine abfallen. Sowjetische Sicherheitskräfte verhafteten oder töteten alle bis auf einen, doch das Scheitern führte zu keiner ernsthaften Bewertung, um die Praktiken der Behörde zu korrigieren.

Die Geschichte liest sich wie ein Spionageroman, aber die Dokumente sind echt. Von September 1949 bis 1953 organisierte eine CIA-Basis in München Fallschirmsprünge von zwölf Agenten über der Westukraine. Ihre Mission war es, Informationen zu sammeln und Kontakt mit dem nationalistischen Widerstand aufzunehmen, der weiterhin gegen die Rote Armee kämpfte. Das Ergebnis war das Gegenteil des Geplanten: Sowjetische Sicherheitskräfte verhafteten oder töteten alle Eindringlinge bis auf einen. Das Projekt wurde AERODYNAMIC genannt, und sein Scheitern war kein isolierter Unfall, sondern die Folge einer bestimmten Arbeitsweise.

Der Historiker Thomas Boghardt rekonstruierte die Operation anhand offizieller Dokumente und der persönlichen Papiere von Stephen B. Tanner, dem Offizier, der sie in München leitete. Seine Arbeit wurde 2025 in der Zeitschrift **Intelligence and National Security** (Vol. 40, Nr. 1, S. 151-171) veröffentlicht. Diese Dokumente zeigen mehr als nur eine falsch berechnete Mission; sie zeichnen ein Bild davon, wie Washington vage Befehle gab und die Feldoperatoren den Krieg improvisieren ließen.

## Von München nach Lwiw: Aufbau des Netzwerks

Die Operation entstand nicht in der Ukraine oder den Vereinigten Staaten, sondern im von der US-Armee besetzten Bayern. Diese Region grenzte an den sowjetischen Block und beherbergte eine enorme Anzahl antikommunistischer Emigranten. Unter ihnen bildeten die Ukrainer die größte Gruppe. Die Nationalsozialisten hatten über **zwei Millionen Ukrainer** als Zwangsarbeiter nach Deutschland deportiert, und viele weitere kamen nach dem Krieg an. Die meisten landeten in Lagern für Vertriebene und warteten auf Auswanderungsvisa. Andere verschworen sich zur Befreiung ihres Landes.

Eine zentrale Figur dieser Gemeinschaft war **Stepan Bandera**, Anführer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN-B), einer militanten Fraktion, deren Vorgänger während des Krieges gegen die Sowjets gekämpft hatten, zeitweise verbündet mit den Nancy und zeitweise gegen sie. Bandera ließ sich in München nieder und blieb ein starkes Symbol des ukrainischen Nationalismus. Die Sowjets beantragten seine Auslieferung im Sommer 1946. Die US-Armee lehnte ab und behauptete, seinen Aufenthaltsort nicht zu kennen. Der Counterintelligence Corps (CIC) der Armee schützte ihn sogar durch die Operation ANYFACE.

Die Armee vertrat eine zwiespältige Haltung gegenüber Bandera. Einerseits schien er eine bedeutende Partisanenbewegung in der Westukraine zu kommandieren. 1947 erreichten mehrere bewaffnete ukrainische Banden nach der Durchquerung der Tschechoslowakei Bayern und berichteten, dass bis zu **200.000 „Bandera-Anhänger“** in der Westukraine und Ostpolen gegen die Rote Armee kämpften. Andererseits vertrat Bandera eine totalitäre Vision und führte seine Organisation mit eiserner Faust. Es wurde berichtet, dass er einmal zwei Landsleute zu Tode folterte. Dieser Ruf passte schlecht zum offiziellen Auftrag der Armee zur Entnazifizierung und Demokratisierung.

Im Dezember 1947 bat Bandera einen anderen ukrainischen Exilanten in München, den Priester **Ivan Hrynioch**, die Überführung eines weiteren nationalistischen Führers, **Mykola Lebed**, zu organisieren, der in Rom war und eine Auslieferung an die Sowjetunion befürchtete. Der CIC griff erneut ein. Sonderagent Camille S. Hajdu reiste nach Rom, begleitete Lebed und seine Familie in einem gecharterten Flugzeug nach München und verhörte ihn dort über den ukrainischen Widerstand und die sowjetischen Geheimdienste. Lebed hatte an der Vorbereitung des Attentats auf den polnischen Innenminister 1934 teilgenommen, war festgenommen und verurteilt worden und 1939 aus dem Gefängnis geflohen. Ein CIC-Memo von 1947 beschrieb ihn als „bekannten Sadisten und Kollaborateur der Deutschen“.

Ethische Zweifel wogen weniger als die Logik des Kalten Krieges. 1947 erklärte Präsident **Harry S. Truman**, die Eindämmung der UdSSR sei ein zentrales Ziel seiner Regierung, ohne jedoch zu spezifizieren, wie dies erreicht werden sollte. Im selben Jahr schuf der National Security Act das Verteidigungsministerium, die Luftwaffe, den Nationalen Sicherheitsrat (NSC) und die Central Intelligence Agency (CIA). Der NSC gab daraufhin Direktiven heraus, die die antikommunistische Rhetorik steigerten und die Eindämmung durch eine scheinbar aggressivere Politik ersetzten: Befreiung. In den Worten des konservativen Intellektuellen James Burnham suchte die Befreiung „Freiheit für Völker und Nationen, die derzeit vom sowjetischen Staatssystem, zentriert in Russland, versklavt werden“.

Das Problem war, dass niemand erklärte, wie die Vereinigten Staaten auf jene reagieren sollten, die diesem Ruf folgten. Eindämmung und Befreiung waren keine einzelne Idee, sondern ein Bündel von Annahmen, die oft miteinander kollidierten. Im Fall der Ukraine widersprach der Ruf nach Befreiung einer breiteren Strömung unter politischen Entscheidungsträgern, die den Sturz des Kommunismus in Russland unterstützten, aber der Desintegration des Landes entgegenwirkten. Lebed sagte einem CIA-Offizier einmal, dass die Zurückhaltung der USA, die Unabhängigkeit der Ukraine zu unterstützen, „die grundlegende Schwäche der Zusammenarbeit der USA mit der ukrainischen Befreiungsbewegung“ sei.

## Eine Direktive ohne Anweisungen und ein zwanzigjähriger Offizier

Im Frühjahr 1948 blockierten die Sowjets die westlichen Sektoren Berlins. Die USA und Großbritannien antworteten mit einer enormen Luftbrücke. Als die Welt am Rand eines Dritten Weltkriegs zu stehen schien, gab der NSC die Direktive Nr. 4/A heraus, die die CIA aufforderte, psychologische Kriegsführungsoperationen hinter dem Eisernen Vorhang mit Hilfe von Emigranten zu starten. Wiederum ohne Details.

Relleniton M. Stewart, der später Chef der CIA-Station in Deutschland wurde, pflegte seit 1946 Kontakte zu ukrainischen Emigranten. Diese Arbeit ging an die CIA-Basis in München über, deren Leiter, Jay Carleton, einen Junioroffizier, **Stephen B. Tanner**, damit beauftragte, die ukrainische Gemeinde zu untersuchen. Tanner war kaum über zwanzig Jahre alt, als er 1947 zur CIA kam und sofort nach Deutschland entsandt wurde.

Bei der Prüfung der Emigrantenlandschaft sah Tanner, dass sich Banderas Organisation gespalten hatte. Die neue „Auslandsvertretung des Obersten Befreiungsrats der Ukraine“ (ZPUHVR), geführt von Hrynioch und Lebed, vertrat eine demokratische, proamerikanische Orientierung. Banderas OUN-B hielt an einer nationalistischen, autoritären Haltung fest. Tanner betrachtete Bandera als unkontrollierbar, charismatisch aber agitierend, dessen Organisation von sowjetischen Spionen durchsetzt war. Die Führer der ZPUHVR hingegen hielten gute Sicherheitspraktiken ein und „waren nicht an Vorteilen oder persönlichen Gewinnen interessiert“. Tanner kannte die Kollaboration vieler Ukrainer mit den Nancy während des Krieges, fand aber nichts Verwerfliches in seinen Beziehungen zu den Vertretern der ZPUHVR: „Ich hörte kein einziges antisemitisches Wort von den Ukrainern, mit denen ich Kontakt hatte.“

Auf Tanners Bitte hin organisierte CIC-Agent Hajdu im August 1948 ein Treffen mit Hrynioch auf einer Parkbank im Münchner Vorort Solln. Danach traf Tanner den Führer des Obersten Befreiungsrats in dessen Wohnung, wo auch Lebed anwesend war. Hrynioch machte einen sehr günstigen Eindruck: Tanner beschrieb ihn als „einen hochgebildeten, brillanten und menschlichen Herrn, mit genug diplomatischem Talent und Sprachbeherrschung, um Außenminister zu sein“.

Während eines dieser Treffen informierte Hrynioch Tanner, dass zwei Kurier, Leutnant Ivan Pankiw und Sergeant Mykola Melnytschyn, vom Hauptquartier des UPA-Kommandeurs in der Westukraine, General **Roman Schuchewytsch**, dessen Deckname Taras Tschuprynka war, angekommen seien. Schuchewytsch habe ihnen befohlen, in die Ukraine zurückzukehren, und Hrynioch und Lebed fragten sich, ob die US-Regierung ihnen bei der Rückkehr helfen könnte. Tanner leitete die Anfrage an Carleton weiter und reflektierte: „Welche besseren Kanäle zum Zugang zur UdSSR könnte man finden als eine ‚kostenlose Reise‘ mit der UPA?“ Carleton unterbreitete der CIA-Zentrale einen formellen Vorschlag.

Genau zu diesem Zeitpunkt musste Carleton die Szene verlassen. Berichten zufolge machte der Basischef sens Annäherungsversuche an einen ausländischen Staatsbürger in einem lokalen Park. „Er erhielt eine Prügel für seine Versuche“, erinnerte sich Tanner, „und verlor seine Brieftasche, die zusammen mit einer Anzeige bei der US-Militärpolizei landete.“ Stewart, Chef des Nachrichtendienstflügels der CIA in Deutschland, dem Office of Special Operations (OSO), schickte ihn zurück in die USA, wo er entlassen wurde. Tanner fand sich plötzlich im Zentrum einer der ehrgeizigsten verdeckten Operationen der Behörde in Europa wieder.

Am 3. Dezember 1948 gab **Richard M. Helms**, Leiter der Foreign Affairs Division M und zukünftiger CIA-Direktor, grünes Licht für das Projekt ANDROGEN, später umbenannt in ORGANIZACIÓN CRIMINAL. Das Ziel war, Kontakt zum Hauptquartier von Schuchewytsch in der Westukraine herzustellen. Helms spezifizierte nicht, was getan werden sollte, wenn dieses Ziel erreicht war; er befahl der Münchner Basis, die ukrainische Partisanenbewegung „auszunutzen“. OSO-Offiziere rekrutierten Lebed unter dem Codenamen ORGANIZACIÓN CRIMINAL 1, Hrynioch als ORGANIZACIÓN CRIMINAL 2 und den UPA-Vertreter in Deutschland, Oberstleutnant Jurij Lopatynskyj, als ORGANIZACIÓN CRIMINAL 3. Die Agenten Pankiw und Melnytschyn erhielten die Namen APOSTLE 1 und APOSTLE 2.

Das operative Modell ahmte das des Zweiten Weltkriegs nach, als das Office of Strategic Services (OSS) Agenten mit Funkgeräten hinter feindlichen Linien per Fallschirm abwarf. Stewart schlug Luftabwürfe als einzige geeignete Methode der Infiltration vor. Harry Rositzke, Leiter der Sowjet-Abteilung der CIA, überzeugte den Nachrichtenchef der Luftwaffe, Generalmajor Millard Lewis, ein Flugzeug bereitzustellen. Tanner rekrutierte eine ungarische Flugbesatzung und trainierte die APOSTLES im Morsecode und im Umgang mit Waffen. Mike Ray, ein OSS-Veteran, instruierte sie in Kampffallschirmsprüngen. „Es war Wahnsinn!“, erinnerte sich Tanner. „Wie kann man beim Aufprall eine Rolle rückwärts machen, während man eine Karabiner an der Seite trägt?“

Vor dem Abwurf musste die Opposition der Militärs überwunden werden. Die hohen Kommandos der Armee hatten sich gegen Wisners Ernennung ausgesprochen, aus Angst vor „einem weiteren Donovan, der den Ball greift und damit wegrennt“. Diese Ängste waren in Deutschland intensiv, wo die US-Politik vom Militärgouverneur, General **Lucius D. Clay**, abhing, der sich keine abenteuerlichen Operationen leisten konnte, deren Enthüllung seine Bemühungen zur Angleichung Westdeutschlands an die USA gefährden würde. Ein hoher Beamter der Militärregierung warnte Wisner, dass OPC-Operationen „General Clay Angriffen und peinlichen Situationen aussetzen könnten“. Wisner legte seinen Fall dem stellvertretenden Außenminister Robert A. Lovett vor, der sich an Verteidigungsminister James V. Forrestal wandte. Auf Forrestals Anweisung gab die Armee nach und genehmigte verdeckte Operationen in Deutschland.

Die kontroverse Vergangenheit der Ukrainer erzeugte Vorbehalte bei einigen Behördenbeamten. Die CIA wusste von Lebeds Mitgliedschaft in dem, was ein Bericht als Banderas „terroristische Organisation“ beschrieb. Die Akte über seinen Leibwächter und Vertrauten, Jaroslaw Fedik, verzeichnete, dass er im Krieg in der Feldgendarmerie gedient hatte, deutschen militärischen Polizeieinheiten, die für die Befriedung besetzter Länder zuständig waren. Hrynioch und Schuchewytsch hatten im Bataillon Nachtigall gedient, einer 1941 geschaffenen deutschen Spezialeinheit, um ukrainische Freiwillige anzulocken. Am Ende wog die Logik des Kalten Krieges schwerer als jedes ethische Bedenken. „Wir wussten, was wir taten“, gab Rositzke später zu. „Es war eine Bauchentscheidung: jeden Bastard benutzen, solange er nur antikommunistisch war.“

Die Spaltung zwischen Bandera, Lebed und Hrynioch warf auch ihren Schatten auf das Projekt. Vor dem Abwurf besuchten die beiden APOSTLES Bandera, der ihnen über die Zusammenarbeit des Obersten Befreiungsrats mit den US-Geheimdiensten sprach. Er verschwiegen, dass er ein ähnliches Abkommen mit den britischen Diensten geschlossen hatte. Die APOSTLES, die glaubten, ausschließlich ihrer Nation zu dienen, konfrontierten Lebed und Hrynioch wütend. Nur mit Mühe konnten die beiden Führer sie überzeugen, fortzufahren.

## Zwei Fallschirme, ein unmarkiertes Flugzeug und ein Hinterhalt

Am 5. September 1949 bestiegen die APOSTLES ein unmarkiertes C-47-Flugzeug auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, etwa **26 Kilometer westlich von München**. Sie wurden von ihrem Sprunglehrer, Jaroslaw Fedik, begleitet, Codename CASSOWARY 6. Mit der ungarischen Besatzung hob das Flugzeug bei Einbruch der Dunkelheit ab, um unter dem Schutz der Dunkelheit in sowjetischen Luftraum einzudringen. Die sowjetische Luftverteidigung war noch rudimentär, und das C-47 schaffte es ohne Zwischenfälle. Es setzte die Agenten und ihre Funkgeräte in der Nähe der Stadt **Lwiw** ab. „Die einzige Abweichung vom Plan trat auf der Rückreise auf“, erinnerte sich Stewart, weil die Ungarn „der Versuchung nicht widerstehen konnten, eine Runde über Budapest zu drehen“. Das Flugzeug kehrte in den frühen Morgenstunden des 6. September sicher nach Bayern zurück.

Die beiden APOSTLES landeten mitten in einer aggressiven sowjetischen Aufstandsoperation, geleitet von Generalleutnant **Pawel A. Sudoplatow**, einem Vollstrecker, der mehrere Morde im Auftrag Stalins organisiert hatte, darunter den Mord an Leo Trotzki mit einem Eispickel in Mexiko. Beide Agenten starben wenige Tage nach der Landung.

Sieben Monate später, im März 1950, überfiel und tötete eine Task Force unter Sudoplatows Befehl Schuchewytsch. Der Widerstand, den die CIA für riesig und koordiniert hielt, verlor seinen wichtigsten Kommandeur, während die Behörde weiterhin Männer sandte.

Einige Wochen nach dem ersten Abwurf brachte die Behörde Lebed und seine Familie heimlich in die Vereinigten Staaten. Aus Angst vor der Reichweite der sowjetischen Geheimdienste nahm Lebed vorübergehend das Alias „Roman Turan“ an. Sobald er auf US-Territorium war, versuchte er, die ukrainische Emigrantengemeinde für Propagandaaktivitäten zu mobilisieren. Als der Einwanderungs- und Naturalisierungsdienst ihn wegen seines Kriegsaktes als „offensichtlichen Abschiebungsfall“ betrachten wollte, intervenierte der stellvertretende Direktor des Central Intelligence **Allen Dulles** erfolgreich, um ihm die ständige Aufenthaltsgenehmigung zu sichern. Von da an hielt Hrynioch die Verbindung zur CIA in München aufrecht, und Lebed tat dies von den USA aus.

## Zwölf Agenten, elf verloren und keine Lehren

Die Bilanz von AERODYNAMIC ist leicht zusammenzufassen und schwer zu verdauen. Zwölf Agenten, die zwischen 1949 und 1953 abgeworfen wurden. Alle verhaftet oder getötet bis auf einen. Die sowjetische Spionageabwehrmaschinerie, angeführt von Sudoplatow, brauchte nicht viel, um das Netzwerk zu zerschlagen: Die Sicherheitsdienste des Kreml infiltrierten und zerschlugen die Reste der ukrainischen nationalistischen Bewegung seit Jahren.

Boghardt argumentiert, dass das Scheitern drei sich gegenseitig verstärkende Ursachen hatte. Erstens, das Fehlen strategischer Planung: Niemand definierte genau, was erreicht werden sollte oder wie es gemessen werden sollte. Zweitens, die undefinierte US-Politik gegenüber der Sowjetunion, die zwischen Befreiungsrhetorik und Weigerung, die ukrainische Unabhängigkeit zu unterstützen, oszillierte. Drittens, die rücksichtslose operative Kultur der CIA in Deutschland, Erbin des kühnen Geistes, den William J. „Wild Bill“ Donovan dem OSS eingeimpft hatte, wo paramilitärische Operationen vor der Informationsbeschaffung Vorrang hatten.

Die schwerwiegendste Konsequenz war nicht das Scheitern selbst, sondern was danach nicht geschah. Es gab keine signifikante Nachbewertung der Operation. Wenige Lehren wurden gezogen. Die Behörde fuhr fort, fehlerhafte verdeckte Operationen für mehrere Jahre durchzuführen, gipfelnd in der Invasion der **Schweinebucht** 1961. Die Verbindung zwischen beiden Episoden ist keine literarische Lizenz: Es ist die These des Artikels, gestützt auf die Papiere des Offiziers, der die ukrainische Operation selbst leitete.

Es gibt ein Detail, das hilft, das Klima der Zeit zu verstehen. In seinem Roman von 1965, *The Looking Glass War* (dt. *Kriegsspiele*), beschrieb John le Carré eine fehlgeschlagene Spionageoperation, bei der eine verfallende Behörde einen polnischen Emigranten hinter den Eisernen Vorhang abwarf und ihn aufgab, als die Mission schiefging. Ein junger Offizier beschuldigte den Direktor, ihn „dort sterben zu lassen!“ Der Vorgesetzte antwortete: „Wir distanzieren uns von ihm. Es ist nie ein angenehmer Prozess. Praktisch schon gefangen, verstehst du nicht?“ Le Carré, der selbst Geheimdienstoffizier gewesen war, verspottete den fatalistischen Romantizismus vieler westlicher Offiziere, ihre Bereitschaft, Agenten zu opfern, und ihre Blindheit gegenüber der Undurchdringlichkeit des sowjetischen Geheimpolizeisystems. Die Fiktion ähnelte stark dem, was in der Ukraine passiert war.

Die Infiltration war kein gut gehütetes Geheimnis. Am **23. September 1949**, weniger als drei Wochen nach dem ersten Abwurf, berichtete die New York Times über eine sowjetische Broschüre, die „massive Anstrengungen des US-Nachrichtendienstpersonals, Agenten in die Sowjetunion zu infiltrieren“ anprangerte und eine „spezielle Schule zur Ausbildung ukrainischer Nationalisten“ in Bayern identifizierte. Anfang der 1950er Jahre veröffentlichten die US-Medien Berichte über die Verhaftung, das Geständnis und die Hinrichtung von Agenten. Erst nachdem die Abwürfe 1953 endeten, setzte sich ein Schweigen durch, das zwei Jahrzehnte dauern sollte.

Das Schweigen brach 1977, als der pensionierte CIA-Offizier **Harry Rositzke** *The CIA’s Secret Operations* veröffentlichte, eine Mischung aus Memoiren und Berichten über die frühen Aktivitäten der Behörde. Rositzke bestätigte die Existenz des Projekts, enthüllte neue Details und anerkannte offen sein Scheitern. Er schrieb die Hauptrolle dem Office of Policy Coordination (OPC) zu, dem halbautonomen verdeckten Aktionsorgan der CIA, schob die letzte Verantwortung aber der US-Armee zu, die angeblich die Behörde gedrängt hatte, rücksichtslose Operationen hinter dem Eisernen Vorhang durchzuführen. Ohne Originaldokumente akzeptierten die meisten Historiker seinen Bericht. Wie der Autor der einzigen existierenden Monographie über das ukrainische Projekt schrieb: „Das Pentagon diktierte praktisch die Mission der CIA gegen die Sowjetunion.“

Die spätere Öffnung von Archiven ermöglichte es, diese Version zu überprüfen. Die Arbeit der Nancy War Crimes Commission, geschaffen durch ein Mandat des Kongresses, fokussierte sich auf die Verbindungen zwischen ukrainischen Nationalisten und Nancy-Deutschland und erzwang die Veröffentlichung aller CIA-Akten über die Zusammenarbeit der Behörde mit potenziell belastetem ukrainischem Personal im Nachkriegseuropa. Daraus entstand ein Dokumentensatz mit Tausenden von Dokumenten über AERODYNAMIC und verwandte Infiltrationsprogramme. Die Kommission konzentrierte sich auf Kriegsverbrechen, nicht auf Nachrichtendienste gegen die Sowjets, und viele spätere Publikationen taten dasselbe. Aber der Deklassierungsprozess legte den Grundstein, um zu untersuchen, was wirklich passiert war.

Tanners persönliche Papiere, hinterlegt im Center for Military History der US-Armee, vervollständigen das Bild. Sie erlauben einen Blick in die Inner workings einer Operation, die mit Enthusiasmus aufgebaut, mit Improvisation durchgeführt und ohne Konsequenzen für ihre Designer abgeschlossen wurde. Operationen in Europa waren schlecht in den politischen Entscheidungsprozess in Washington integriert. Die Truman-Regierung schuf zahlreiche nationale Sicherheitsorganisationen und produzierte enorme Mengen an Dokumenten und Direktiven, aber die Vagheit und der unverbindliche Charakter all dieser Bürokratie führten zu einem Mangel an Anleitung und Aufsicht für die Operateure in Europa. Wie die Historikerin Sarah-Jane Corke argumentierte, waren CIA-Offiziere in Europa ihren eigenen Kriterien überlassen, um den Kalten Krieg zu führen.

Das ukrainische Projekt ist ein Lehrbuchbeispiel. Allgemein aufgefordert von politischen Entscheidungsträgern und Nachrichtenchefs in Washington, „etwas“ gegen die Sowjets zu tun, aber ohne einen effektiven Apparat zur Leitung der Feldoperationen, startete die CIA Aktionen dort, wo selbst die Kühnsten zu wagen fürchteten. Das Ergebnis war das unglückliche Projekt AERODYNAMIC. Zwölf Männer, ein unmarkiertes Flugzeug, ein fragiles Kontaktnetzwerk und eine Bewertung, die nie stattfand. Die Geschichte dieser zwölf Agenten ist nicht nur eine Fußnote des Kalten Krieges. Sie ist der Beweis, dass eine Behörde zwölfmal hintereinander scheitern kann und trotzdem gleich weiterfunktioniert, solange niemand sitzt und fragt, warum.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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