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Geopolymere: Theorie besagt, dass ägyptische Steine gegossen wurden
Joseph Davidovits vertritt seit den 1970ern die These, dass Blöcke von Gizeh oder Puma Punku aus Geopolymeren gegossen und nicht gehauen wurden.
Pyramidensteine könnten hergestellt statt behauen worden sein
Wie erreicht man eine Passgenauigkeit zwischen zwei Blöcken, durch die kein Rasiermesser passt? Die klassische Erklärung – Stein aus dem Bruch holen, transportieren und behauen – wackelt jedes Mal, wenn jemand Arbeiter, Baumstämme und Jahrhunderte zusammenzählt. Die Alternative hat seit den Siebzigern einen Namen: Geopolymere. Also gegossener Stein. Die Hypothese des französischen Chemikers Joseph Davidovits zirkuliert seit einem halben Jahrhundert und wird laut ihren Befürwortern weiterhin in keinem Lehrbuch erwähnt. Weder in Geschichts- noch in Architekturbüchern.
Was ist ein Geopolymer und warum heißt es gegossener Stein?
Ein Geopolymer ist ein Material, das entsteht, wenn man silizium- und aluminiumreiche Stoffe – Vulkanasche, Ton, Tuff – mit Alkalien aktiviert, bis eine Masse aushärtet. Ein Bindemittel. Beton, wenn man das alltägliche Wort vorzieht. Mit zerstoßenem Basalt- oder Granitsand, Natron, sauren Pflanzenextrakten und Guano als Aktivatoren ließe sich die Rezeptur nutzen, um schwarzen Granit, rosa Granit, Diorit, Basalt oder Kalkstein nachzubilden. Der Satz, der die These zusammenfasst: Ein Geopolymer ist Stein, nur eben fabriziert.
Pyramiden, Moai und Puma Punku: Die Liste der Kandidaten
Das Unbequeme ist nicht die Chemie, sondern die Liste. Die Moai der Osterinsel galten bereits 1972 als Geopolymere, so die verbreitete Version. Im Jahr 2019 behauptete eine Konferenz des Geopolymer-Instituts, dass Puma Punku und Tiwanaku – eine Zivilisation, datiert auf 600 v. Chr. bis 900 n. Chr. – mit zwei verschiedenen Techniken errichtet wurden: Sandstein und Natron einerseits, Vulkangestein mit Pflanzensäuren andererseits. Bereits 2008 fiel derselbe Blick auf die Blöcke von Gizeh. Und der Materialforscher Michel Barsoum unterstützte Teile des Ansatzes.
Das Serapeum und die Politur, die zu den Inschriften nicht passt
Das Serapeum von Saqqara dient als Belastungstest. Seine Sarkophage – aus schwarzem Granit, rosa Granit, Diorit, Basalt und in einigen Fällen Kalkstein – wiegen rund 70 bis 80 Tonnen, mit perfekten Ecken und spiegelglatter Politur. Das Argument geht in zwei Schritten: Erstens lässt sich das Behauen und Bewegen solcher Massen mit der damaligen Technologie nicht rechtfertigen, und zweitens sind die darauf eingravierten ägyptischen Inschriften im Vergleich grob. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Die Ägypter hätten bereits vorhandene Stücke dekoriert.
Die Vorsprünge, die weltweit auftauchen
Kleine Zapfen an der Basis der Blöcke, sichtbar in Peru, Bolivien, Ägypten, Griechenland, China, Japan und Russland. Eine Hypothese interpretiert sie als Abflüsse: Ausgänge für überschüssiges Wasser während des Aushärtens, das die Verfestigung ruinieren würde, bliebe es im Inneren. In der römischen Steinmetzkunst diente derselbe Vorsprung zum Anhängen des Krans. Im Freien jedoch verwischt sich der Nutzen. Warum sie später nicht entfernt wurden, ist die einfachste Antwort: Sie härteten aus, bevor sich jemand die Mühe machte, sie abzuschleifen.
Die Gegenargumente: Adern, Fossilien und Geologen sehen Naturstein
Die Entgegnung ist ebenso direkt. Ein gegossener Block würde Spuren der Schalungsbretter, Pflanzenreste und Unrat im Inneren sowie eine amorphe, homogene Textur hinterlassen. Naturstein zeigt Adern, Konkretionen und Fossilien. Wer diese Steinbrüche begangen hat, erkennt den Unterschied auf einen Blick, und über die Pyramiden sagen manche ohne Umschweife: Die enthaltenen Fossilien sind exakt die des lokalen Gesteins. Für diesen Bereich gibt es kein Mysterium, nur Erzählung.
Yonaguni, das Osireion und der Sprung zur Atlantis
Hier wird der Boden rutschig. Die unterseeische Formation von Yonaguni hat zwei streitende Geologen: Robert M. Schoch von der Boston University behauptet, es handele sich um Sandsteine mit parallelen Schichtflächen, also Natur; Masaaki Kimura von der Ryukyu-Universität verteidigt die Künstlichkeit. Beim Osireion von Abydos wird sogar über Resonanzmaschinen und Wasser mit besonderen Eigenschaften gesprochen. Es gibt keine Beweise dafür, und es sollte gesagt werden, bevor jemand Atlantis zum Spaziergang holt.
Was tatsächlich auf dem Tisch liegt, ist eine offene technische Frage: Wie entstehen solche Fugen ohne Maschinen? Während die Chemie Fortschritte macht und Videokanäle Besuche bei abgelegenen Ruinen multiplizieren, drucken Bücher weiterhin denselben alten Satz: Behauener und polierter Stein. Vielleicht haben sie recht. Ebenso möglich ist, dass sie sich seit zweitausend Jahren kopieren, ohne die Fußnote je wieder zu lesen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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