Hitler: Vegetarier, Maler und Massenmörder

Forumdebatte über Hitlers Sensibilität als Vegetarier und Künstler im Kontrast zu seiner Verantwortung für den Tod einer ganzen Generation.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hitler: Vegetarier, Maler und Massenmörder
Der sensible Diktator: Vegetarier, Maler und Operettenliebhaber

Adolf Hitler verehrte seine Mutter, lebte vegetarisch, malte Aquarelle und liebte die österreichische Operette Die lustige Witwe. Bei diesem Profil könnte man einen harmlosen Bohemien vermuten. Doch derselbe Mann schickte die deutsche Jugend in den Tod und beging schließlich Selbstmord im Bunker. Die Kluft zwischen ästhetischer Empfindsamkeit und Zerstörungswillen ist eines der unangenehmsten Themen, das derzeit wieder diskutiert wird.

Die Debatte beginnt mit einem unbequemen Vergleich: Im Gegensatz zu anderen Diktatoren des 20. Jahrhunderts wirkt der österreichische Maler fast wie ein unschuldiges Gemüt. Stalin, Lenin, Trotzki oder Franco hatten solche Hobbys nicht. Aber Liebe zur Mutter und zu Tieren entlastet niemanden. Wie ein vielzitiertes Posting zusammenfasst: Dem Maler zitterte die Hand nicht, als er die Jugend ins Schlachthaus schickte.

Der Mythos des Künstlers versus der grobe Soldat

Ein Teil der Analyse behauptet, der österreichische Maler sei intellektuell gebildeter gewesen als Franco. Der Caudillo hingegen war ein altgedienter Militärführer mit primitiveren Interessen. Diese kulturelle Hierarchie lässt sich jedoch durch Fakten widerlegen: Hitler brach die Schule ab und wiederholte eine Klasse wegen Unfähigkeit, während Francisco Franco an der Infanterieakademie studierte, was jedem Hochschulstudium gleichkommt, und als bibliophiler Leser bekannt war.

Der Vergleich erstreckt sich auf weitere Aspekte. Auch Franco verehrte seine Mutter, hatte ein schwieriges Verhältnis zum autoritären Vater, begann im Alter zu malen und sein künstlerisches Werk ist thematisch vielfältiger als das des Führers. Er liebte die Zarzuela-Operette Marina. Churchill war ebenfalls Amateurmaler. Sensibilität ist keine Eigenschaft nur einer Seite.

Am unangenehmsten wird es beim Blick auf Francos Biografie: Er förderte die Jagd als Mittel zur Naturerhaltung, und die Förster hießen Jägermeister – ein Name, der damals auch dem Likör gegeben wurde. Nichts mit modernem Umweltschutz, so das Argument.

Ist Sensibilität dasselbe wie Schwäche?

Die Diskussion führt zu einer begrifflichen Frage. Manche verteidigen die Ansicht, dass die gerechtesten und intelligentesten großen Männer immer hochsensibel waren, und dass dies eine inhärente Eigenschaft der Intelligenz sei. Ein intelligenter Mensch verstehe die Zerbrechlichkeit der Welt und alles Schützenswerte.

Dem widerspricht eine andere Strömung: Sensibilität habe nichts mit Schwäche zu tun. Sie bedeute Wahrnehmungsfähigkeit gegenüber der Umwelt, was einen nicht kalt lasse. Gefühle jeder Art hätten auch Menschen ohne besondere Sensibilität, ob stark oder schwach. Die Verwechslung von Sensibilität und Schwäche sei der Grundfehler.

Hitler selbst schrieb in Mein Kampf, wie er die körperlichen Strafen seines Vaters überwand und diese Lektion anwendete: Gefühle unterdrücken, um nicht schwach und irrational zu werden. In seinem Fall wurde Sensibilität zum Treibstoff für Härte.

Macht wird nicht an der Urne errungen

Politisch verheddert sich die Diskussion. Es wird behauptet, die NSDAP sei bei den Wahlen 1932 die stärkste Kraft gewesen, anders als die PSOE zuletzt. Doch die Daten werden korrigiert: 66 % der Deutschen waren keine Nancy, und Hitler verlor diese Wahl, bevor er auf anderen Wegen an die Macht kam. Die Verwechslung von Wahlsieg und Machtergreifung durch nicht-demokratische Mittel ist häufig.

Um 1933 steuerte Deutschland auf eine Diktatur zu – entweder NSDAP, Kommunisten oder Militär. Hindenburg glaubte, den angehenden Maler kontrollieren zu können, doch es kam anders. Auch seinem Stabschef Ludendorff erging es ähnlich.

Die Sensual des Diktators wird ebenfalls thematisiert. Es gibt ungeprüfte Berichte aus dem Ersten Weltkrieg und Hinweise auf offen homosenshomo frühe Nancy wie Röhm, der in der Nacht der langen Messer ermordet wurde. Das Fazit: Hitler war egal, was im Privaten geschah; Röhm fiel politischen Gründen zum Opfer, nicht seiner Orientierung.

Führerkult und Banalität des Bösen

Manche gehen in esoterische Bereiche. Jung sah in Hitler einen Schamanen, der die Energien des deutschen Volkes kanalisierte, sodass der Volksgeist politisch wirksam wurde. Andere behaupten, der Führer sei besessen gewesen, gesteuert von einem Wesen mit magnetischer Aura, bezeugt von vielen Zeugen.

Gegenüber steht die These, Hitler habe Machtmechanismen perfekt verstanden und jeden Deutschen opfern lassen, wenn nötig, für das historische Schicksal seines Volkes. Für ihn war der Tod preferable, als dass Deutschland werde, was es heute ist. Sein Suizid passt dazu: Lieber sterben als feige fliehen.

Auch die Kollaboration deutscher Soldaten mit der Sowjetarmee wird erwähnt. Zehntausende taten dies, meist Kriegsgefangene aus Überlebenswillen, aber auch ideologische Deserteure. Viele blieben in der DDR und übernahmen Ämter im neuen Regime.

Die unbequeme Frage

Letztlich löst die Debatte nichts. Hitlers Sensibilität, real oder konstruiert, erklärt nicht, warum ein Mann, der bei Operetten weinte, Millionen in den Tod schickte. Vielleicht liegt die Antwort darin, dass Sensibilität, wie Intelligenz, keine sarracena Tugend ist, sondern eine Fähigkeit. Ohne Bremse dient sie allem. Oder glaubt jemand, die Geschichte wäre anders verlaufen, wenn Hitler Wagner statt Lehár bevorzugt hätte?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (160 Antworten).

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