Geldmarktfonds gegen 4%-Einlagen: Die TER entscheidet
Manche Euro liegen seit Monaten bei einer ausländischen Bank, weil das Institut schlicht keine Einlagenprodukte anbietet. Der Besitzer wollte eine Laufzeit von drei oder sechs Monaten, um Zeit für die Suche nach einem Vermögensverwalter zu haben. Die Bank schlug den Geldmarktfonds IE0031296019 von Goldman Sachs vor, mit 0,3 % Verwaltungsgebühr, 0,05 % Transaktionskosten und 0,20 % Depotgebühr. Die verfügbaren Einlagen liegen bei etwa 3 %. Angesichts dieser Kostenstruktur beantwortet sich die Frage von selbst.
Was ist ein Geldmarktfonds und welche Rendite bringt er?
Ein Geldmarktfonds verleiht Geld kurzfristig und erzielt den Referenzzinssatz, den €STR, der im aktuellen Kontext bei 3,90 % liegt. Das bedeutet, dass der Rücknahmepreis steigt, solange die Zinsen positiv und die Gebühren niedrig sind. Es geht nicht um schnelles Reichtumwerden: Einer der hier genannten Fonds, Le Francaise Tresorerie, erzielte jährlich 1,32 %. Dies ist eine bescheidene, mechanische Rendite ohne große Schwankungen, die direkt mit Sparkonten und Einlagen konkurriert.
Welche Gebühren sind bei einem Geldmarktfonds angemessen?
Das vorherrschende Kriterium ist streng: Die Gesamtkostenquote (TER) eines Geldmarktfonds sollte 0,20 % nicht überschreiten; darüber rechnen sich die Zahlen nicht. Das angebotene Produkt mit 0,3 % fällt aus diesem Rahmen, und die 0,20 % Depotgebühr versiegeln das Ergebnis, da sie einen Großteil des Zinsertrags auffressen. Der Markt bietet Alternativen mit einer TER von 0,05 %, wie den über kostengünstige Plattformen erhältlichen AXA Tresor Court Terme C, sowie andere häufig genannte Namen wie Groupama Ultra Short Plazo, La Francaise Tresorerie oder DWS Floating Rate Notes. Die Falle liegt nicht im Fonds selbst, sondern im Vermittler: Einige berechnen Depotgebühren, andere nicht. Die Aufschlüsselung dessen, was jeder verlangt, bricht letztlich die Gleichheit.
Kann man mit einem Geldmarktfonds Geld verlieren?
Die Logik ist einfach: Um Geld zu verlieren, müssen die Zinsen abzüglich der Gebühren negativ sein. Solange die Zinsen positiv und die Kosten vernachlässigbar sind, steigt der Wert des Fonds. Allerdings ist das Risiko nicht null: Das Gegenparteirisiko besteht immer, und wenn das Portfolio einen kleinen Anteil an kurzfristigen Schuldtiteln hält, kann dies zu vorübergehenden Schwankungen im Rücknahmepreis führen. Bei deutlich positiven Zinsen erfordert ein Verlustszenario eine Katastrophe, und niemand garantiert Ergebnisse in solchen Fällen. Es wird angemerkt, dass die erreichte jährliche Rendite von 3 %, die als Referenz diente, schwierig zu erzielen ist, wenn Depotgebühren gezahlt werden.
Reiner Geldmarktfonds oder Risikostufe 2 bei steigenden Zinsen?
Hier kommt es auf Nuancen an. Fonds der Risikostufe 2 zeigen mehr Volatilität aufgrund etwas längerer Portfolios; die Diskussion legt nahe, dass sie bei steigendem €STR besser abschneiden als reine Geldmarktfonds, während reine Fonds bei sinkenden Zinsen widerstandsfähiger wären. Daher die vorgeschlagene Strategie: Nutzen Sie ultrakurzlaufende Produkte in Phasen steigender Zinsen und wechseln Sie zu einem reinen Geldmarktfonds, wenn die Zentralbanken beginnen, die Zinsen zu senken. Auch die Auswahl des Managers spielt eine Rolle: Manche meiden bestimmte Fonds von Instituten, die als systemrelevante Banken gelten, und wollen kein zusätzliches Gegenparteirisiko für Geld eingehen, das ruhig schlafen soll.
4,3 %-Einlagen, 3,75 %-Konten und Fälligkeiten
Der Vergleich mit Einlagen ist nicht unerheblich. In den letzten Stufen der Analyse werden Anlagen geschlossen, die im ersten Jahr 4,2 % und im zweiten Jahr 4,3 % bieten, kündbar mit einer Frist von einem Monat und einer Vorfälligkeitsentschädigung von 2 %, neben anderen mit 4 % oder nicht kündbaren Sechsmonatslaufzeiten. Außerhalb des traditionellen Bankwesens erscheinen Konten, die 3,75 % und 2,88 % zahlen. Die Lehre daraus ist, dass die Angst vor Kapitalbindung wächst, wenn die Inflation wieder anzieht und weitere Zinserhöhungen befürchtet werden.
Geldmarkt-ETFs für sofortigen Einstieg in Aktien
Ein weiterer Aspekt des Themas: Manche Anleger bevorzugen Liquidität in einem Geldmarkt-ETF, um sofort verkaufen und in Aktien investieren zu können, ohne auf die Abwicklung eines Fonds warten zu müssen. Die Kosten bestehen aus Transaktionsgebühren von rund 0,12 %, was die Frage aufwirft, ob sich die Operation lohnt. Dieser Zweifel ist berechtigt und bleibt ungelöst.
Der irritierende Datenpunkt
Während diskutiert wird, ob 0,3 % teuer sind oder ob Depotgebühren ratsam sind, steigt der €STR auf 3,90 %, und wer seine Liquidität bei einer nicht zahlenden Bank hält, trägt Opportunitätskosten, die unabhängig wachsen. Die Paradoxie ist offensichtlich: Es gibt kein kostenloses Mittagessen, aber ruhendes Geld ist ebenfalls nicht kostenlos.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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