Geld verdienen war noch nie so einfach. Nur nicht für die meisten Spanier

Der Beitrag behauptet, dass Geld verdienen im Internet für jeden möglich ist, und lästert über die, die sich beschweren. Die Daten zeigen etwas anderes: Produktivität und Reallöhne sprechen dagegen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Beitrag behauptet, dass ein profitables digitales Business mit ein paar Klicks für jeden machbar ist, und wirft denen, die es nicht schaffen, die falsche Mentalität vor. Die Realität ist, dass sich die meisten Arbeitnehmer in Spanien nicht leisten können, auf ein festes Gehalt zu verzichten, um Ideen ohne Einkommen auszuprobieren.

Die im Internet kursierende Botschaft lässt keinen Zweifel: Wenn du kein Geld verdienst, liegt es daran, dass du nicht willst. Man muss nur die Angestelltenmentalität ablegen, über den eigenen Heimatort hinausschauen und sich an den Weltmarkt wagen. Ein paar tausend Kunden, heißt es, und du verdienst mehr als in einem Anstellungsverhältnis. Klingt gut. Das Problem: Die meisten Menschen haben kein Polster, um es überhaupt zu versuchen.

## Das Versprechen vom digitalen Business ohne Chef

Die Idee, dass das Internet den Zugang zu Einkommen demokratisiert hat, hat einen wahren Kern. Jeder mit Internetanschluss kann einen Shop eröffnen, eine Dienstleistung anbieten oder Kurse verkaufen. Aber die Botschaft verschweigt die Opportunitätskosten: Während man Ideen ausprobiert, muss man weiterhin Miete zahlen und essen. In **Spanien** liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bei rund **27.000 Euro**, laut den neuesten Daten der Agencia Tributaria (spanische Steuerbehörde) – und das, wenn man überhaupt beschäftigt ist. Ohne stabiles Einkommen dauert das Abenteuer genau so lange, wie die Ersparnisse reichen.

Das Narrativ vom individuellen Fleiß als einziger Variable ignoriert auch die Ausgangslage. Ein digitales Business mit einer Hypothek im Nacken zu versuchen ist etwas anderes als mit 50.000 Euro auf dem Konto. Die **OECD** weist seit Jahren darauf hin, dass die soziale Mobilität in Spanien zu den niedrigsten in Westeuropa gehört. Das heißt nicht, dass es niemand schafft. Es bedeutet, dass „es liegt nur an dir" nur die halbe Wahrheit ist.

## Mehr Stunden arbeiten heißt nicht automatisch mehr verdienen

Der Beitrag besteht auf harter Arbeit und dem Ausprobieren von Ideen, bis eine funktioniert. Niemand bestreitet den Wert von Fleiß. Aber die Produktivitätsdaten relativieren die Geschichte. Die Produktivität pro Arbeitsstunde in Spanien liegt seit über einem Jahrzehnt unter dem Durchschnitt der Eurozone. **2023** lag das BIP pro Arbeitsstunde bei rund **85%** des EU-Durchschnitts, laut Eurostat. Mehr Stunden arbeiten garantiert kein höheres Einkommen, wenn das Produktionsmodell nicht mithält.

Dazu kommt die Prekarität. Die Befristungsquote in Spanien überstieg **16%** im Jahr 2024, eine der höchsten in Europa. Mit Verträgen über wenige Wochen wird die Planung eines eigenen Projekts zur Jonglierübung. Der Beitrag spricht davon, „wie ein Sklave für einen Hinterwäldler-Chef zu arbeiten", aber die Alternative ist nicht immer ein digitales Business: oft ist es einfach der nächste befristete Vertrag.

## Der Weltmarkt ist kein offenes Tor für alle

Von zu Hause aus in die ganze Welt zu verkaufen ist möglich. Ebenso stimmt, dass die meisten digitalen Unternehmen in den ersten Jahren scheitern. Studien zur Selbstständigkeit in Spanien nennen Fünf-Jahres-Überlebensquoten von unter **40%** für Neugründungen, laut dem INE (spanisches Statistikamt). Diesen Teil verschweigt der Beitrag.

Der Zugang zu internationalen Märkten erfordert Sprachkenntnisse, Steuerwissen und die Fähigkeit, Verluste zu verkraften. Das sind keine paar Klicks. Es ist ein Prozess mit Kosten, Fehlern und Zeit. Wer Polster, Ausbildung und ein Unterstützungsnetzwerk hat: nur zu. Wer nicht, braucht wahrscheinlich einen stabilen Job, bevor er etwas riskiert. Die Kritik an denen, die sich beschweren, ohne etwas zu tun, mag in manchen Fällen berechtigt sein. Sie zur allgemeinen Regel zu erheben, ist etwas anderes.

Wenn du darüber nachdenkst, deinen Job zu kündigen, um selbstständig zu werden, sprich vorher mit einem Steuerberater und prüfe deine tatsächliche finanzielle Lage. Die Entscheidung betrifft dein Geld und deine Stabilität.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (7 Antworten).

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