Feijóo und eine Investitur am 15. Januar: Prognose, keine Tatsache

Ein kursierender Kalender sieht die Investitur von Feijóo um den 15. Januar vor, das spanische Parlament wird am 23. Dezember konstituiert; das sind geplante Termine, keine…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feijóo und eine Investitur am 15. Januar: Prognose, keine Tatsache
Feijóo und der Kalender einer Investitur, die als Prognose präsentiert wird

Das spanische Parlament wird am 23. Dezember konstituiert. Die Investitursitzung, um den 15. Januar. Und der Eid vor König Felipe VI., in der Zarzuela. Das ist der Kalender, mit dem laut einem Teilnehmer der Debatte Alberto Núñez Feijóos Wahl zum Ministerpräsidenten als beschlossene Sache dargestellt wird – eine Erzählung, die diese Tage mit mehr Gewissheit als Daten kursiert und die man vom Lärm trennen sollte. Denn im Moment ist es eine Prognose, kein Ergebnis.

Das Fundament dieses Szenarios ist der Verschleiß des Gegners. Die PSOE, so das Argument, komme ohne Legitimität an, nicht einmal zur Ausübung der Opposition, und manche gehen weiter und behaupten, sie sollte ihre Kandidatur zurückziehen und den Raum einer breiten Front überlassen. Das ist die härteste Lesart der politischen Lage, und sie kursiert mit der Überzeugung von jemandem, der die Ministerposten bereits verteilt hat.

Der Verschleiß der PSOE als zentrales Argument

Das dominierende Argument hat eine einfache Logik: Wenn die Regierung angeschlagen ankommt, hört Feijóos Investitur auf, eine Möglichkeit zu sein, und wird zur Konsequenz. Sogar von einem Generalstreik ist die Rede, der seinen Sinn verliere, denn ihn gegen das halbe Spanien auszurufen, während die Lage noch heiß ist, wäre ein schlechtes Geschäft für seine Organisatoren. Politik wird in diesem Rahmen als Opportunitätskosten gemessen.

Das Problem: Die Politik folgt nicht immer dem Drehbuch. Manche warnen, in einem Monat könne viel passieren, und wer eine Investitur Mitte Januar als abgeschlossen betrachtet, verwechsle ein wahrscheinliches Szenario mit einer vollendeten Tatsache. Der Abstand zwischen dem, was man sich wünscht, und dem, was geschieht, wird meist in Wochen gemessen.

Der Faktor, den niemand kontrolliert: ein Monat ist viel Zeit

Die am häufigsten geäußerte Warnung ist die vom schwarzen Schwan. Die Region Madrid und ihre Regionalregierung werden als mögliche Quelle eines unvorhergesehenen Ereignisses genannt, das das Spielfeld verändern könnte, und man erinnert daran, dass unerwartete Wendungen anderswo bereits Wahlergebnisse verändert haben. Das sind keine dokumentengestützten Prognosen; das sind Hypothesen, die in die Luft geworfen werden und auch so behandelt werden sollten.

Dazu kommt das Misstrauen gegenüber dem Verfahren selbst. Manche behaupten, wenn das Ergebnis knapper wird, wächst die Versuchung, nachzuhelfen, und auf diesem Feld rühre niemand einen Finger, bevor die Auszählung abgeschlossen ist. Der Schatten der Manipulation schwebt über der Diskussion, ohne dass ein Beweis sie stützt.

Die Vergangenheit kehrt zurück: die Fotos und der Galicia-Drogenhandel

Keine Investitur bleibt von schmutziger Wäsche verschont. Hier driftet der Austausch ins Archiv: Einerseits wird Feijóos Beziehung zu Marcial Dorado erwähnt, mit dem Hinweis, dass dieser zum Zeitpunkt des Fotos noch nicht als Drogenhändler bekannt war; andererseits wird mit Korruptionsvorwürfen und falsch verwendeten öffentlichen Geldern geantwortet, die dem Gegner zugeschrieben werden. Das sind gekreuzte Pfeile, keine Verurteilungen.

Das Ergebnis ist ein Austausch, der mehr über das Klima aussagt als über die Fakten: zwei Erzählungen, die sich gegenseitig Illegitimität vorwerfen und die Investitur an einem Faden aus dem Verschleiß des anderen hängen lassen. Die offene Frage ist nicht, wer recht hat, sondern wie viel von diesem Lärm ein Kalender aushält, der in manchen Büros bereits geschrieben steht.



Bleibt das Kleingedruckte. Der 15. Januar ist keine Gewissheit, sondern eine Prognose. Und in der Politik reicht ein einziger Monat für weit mehr, als die Prognosen zugeben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (34 Antworten).

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