Gebrauchte Diesel von 2017: Spaniens Gebrauchtwagenmarkt explodiert

Gebrauchte Transporter in Spanien werden über ihrem Neupreis verkauft, und ein 20 Jahre alter Córdoba erzielt mitten im Gebrauchtwagen-Boom 3.500 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gebrauchte Diesel von 2017: Spaniens Gebrauchtwagenmarkt explodiert
Gebrauchte Transporter werden teurer verkauft als neu

Man betritt einen Gebrauchtwagenhandel auf der Suche nach einem Diesel von 2017 und geht mit dem Gefühl hinaus, in eine andere Wirtschaft gelangt zu sein. So erzählen es Leute, die den Vorgang gerade hinter sich gebracht haben: Transporter und Familienwagen, die über ihrem einstigen Neupreis taxiert werden, ein Katalog, der vom Diesel beherrscht wird, und kein einziges Elektroauto in der Ausstellung. Der Gebrauchtwagenmarkt ist nicht mehr der Zufluchtsort für alle, die sich keinen Neuwagen leisten können. Heute ist er der Ort, an dem eine sechsjährige Berlingo mit 130.000 Kilometern für 12.000 Euro angeboten und als guter Preis gilt.

Warum sind die Preise für Gebrauchtwagen so stark gestiegen?

Die offiziellen Ausreden tragen nichts mehr, so die Analysen, die kursieren. Der Mangel an elektronischen Bauteilen, die Verteuerung des Transports und der Ukraine-Krieg erklärten den Anfang, nicht aber, was danach kam. Neuwagen sind um rund 30% gestiegen und ziehen damit alles mit, was mit Nummernschild unterwegs ist. Manche bringen es auf den Punkt: 120 PS für 35.000 Euro.

Das Ergebnis ist ein Paradox, das jeder Anzeige zu entnehmen ist. 2001 kostete ein Golf TDI mit 110 PS 3 Millionen Peseten, 18.000 Euro. Zweiundzwanzig Jahre später erreicht ein Äquivalent nicht einmal das Doppelte, obwohl die kumulierte Inflation deutlich höher ist. Ein Auto mit 10 oder 12 Jahren und 200.000 Kilometern wanderte früher direkt zum Schrottplatz; heute werden 3.000 Euro verlangt, ohne Verhandeln.

Dazu kommt ein kaum angefochtener Angebotsdruck: „Wir kaufen dein Auto"-Dienste, traditionelle Händler mit starkem Kapital im Rücken, massive Werbung und der Anspruch, den Markt an sich zu reißen. Der Verdacht, dass sie die Preise für ein Gut nach oben treiben, das keineswegs ein Luxusgut ist, macht das Bild komplett.

Der Diesel beherrscht das Angebot, Elektroautos fehlen völlig

Das Bild im Handel ist aussagekräftig: 90% dessen, was in der Ausstellung steht, ist Diesel, kein einziges Elektroauto ist zu sehen, und Dreizylindermotoren fehlen im Katalog vollständig. Der Diesel wird als sichere Option angeboten, während die regulatorischen Aussichten weiter unklar bleiben. Dabei könnte genau dieser Diesel von 2017, bald ein Jahrzehnt alt, in wenigen Jahren seine Umweltplombe (Spaniens Plakette für Umweltzonen) verlieren.

Manche behaupten, die besten Verbrennungsmotoren seien Mitte der 2000er gebaut worden, bevor Abgasnormen und billigere Materialien — darunter Kunststoff-Ölwanndeckel — die Zuverlässigkeit verschlechterten. Andere verweisen auf die späteren Probleme bestimmter Aggregate, von Zahnriemen bis zu AdBlue-Systemen, als Beweis, dass die Qualität stark gefallen ist.

Sind Dreizylindermotoren schlecht?

Das ist die heißeste Debatte der Branche und die, in der Klischees am wenigsten standhalten. Ein Verkäufer hat eine klare Meinung: Fast alles, was sie verkaufen, sind Benziner-Dreizylinder, und die gehen weg wie warme Semmeln — deshalb sind sie nicht im Bestand, nicht weil sie niemand will. Die Liste der Gegenbeispiele ist überwältigend: vom Toyota Yaris GR mit 272 PS über den BMW i8 mit 231 PS, den Corolla GR mit 305 PS, den Volvo XC40 mit 163 PS bis hin zu Modellen mit 115 PS wie dem T-Roc oder dem Octavia.

Demgegenüber rückt die klassische Position nicht: Sie vibrieren, haben wenig Durchzug im unteren Drehzahlbereich und sind ineffizient. Das Argument stützt sich darauf, dass Dreizylinder mit echter Leistung ein paar gezählte Ausnahmen sind, nicht die Norm des Marktes.

Alles hängt davon ab, wo man die Latte legt. Für einen Teil des Publikums beginnt ein „richtiges" Auto bei sechs Zylindern, alles andere ist Kitsch.

Ein Jahr auf ein neues Auto warten und es mit 6% finanzieren

Ein Neuwagenkauf ist kein Nachmittag beim Händler mehr. Es gibt Berichte über Wartezeiten von bis zu einem Jahr, mit Fahrzeugen, die wegen fehlender Teile mit reduzierter Ausstattung ankommen und bei denen sich die Marke vor Mängeln drückt. Lagerbestände hält man nicht mehr aus Überzeugung: Sie kosten ein Vermögen, und die Händler halten sie in vielen Fällen, um Ziele zu erreichen und Boni zu kassieren.

Die Finanzierung verteuert alles zusätzlich. Vor fünf Jahren wurde ein Kredit zu 3% Zinsen abgeschlossen; inzwischen liegt der Referenzsatz bei 6%. Für Käufer mit festem Budget wiegt jeder Punkt mehr als jede Sonderausstattung.

Ein Córdoba mit 130 PS, zwanzig Jahre alt, 180.000 Kilometern und nur einem Besitzer wurde gerade für 3.500 Euro verkauft. Sehr guter Zustand der Karosserie, aber zwanzig Jahre alt. Die Frage ist nicht mehr, ob Gebrauchtwagen teuer geworden sind. Sondern wie viel weiter die Preise steigen müssen, bis wir Schrott nicht mehr als Schnäppchen bezeichnen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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