Gazprom drosselt Europa und leitet 67% mehr Gas nach China um

Gazprom reduziert die Lieferungen an Europa und erhöht die Exporte nach China um 67%. Russland erzielt höhere Erlöse bei geringerem Volumen, während Spanien von algerischem Gas abhängig bleibt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gazprom drosselt Europa und leitet 67% mehr Gas nach China um
Gazprom drosselt die Gaslieferungen an Europa und leitet 67% mehr nach China um

Russland verkauft weniger Gas an Europa und verdient, falls die kursierenden Zahlen stimmen, mehr als zuvor. Gazprom kündigte die Drosselung der Versorgung auf dem Kontinent an und erhöhte gleichzeitig die Lieferungen nach China in den ersten fünf Monaten des Jahres um 67%. Die Unternehmensführung fasste dies mit einer Standardfloskel zusammen: Russland stehe für Energiesicherheit für seine Freunde. Für alle anderen bleibe nur der Winter und die Heizung. Dies ist keine Laune, sondern eine echte Marktumorientierung, bei der das Gas Richtung Pazifik fließt, während Europa auf den Zähler schaut.

Die Arithmetik des Verkaufs: Weniger Menge, höherer Preis

Es gibt eine Berechnung, die im Umlauf ist und genau gelesen werden sollte. Wenn sich die Versorgung Europas von 100 auf 60 reduziert und der Preis von 100 auf 120 steigt, nimmt Russland nicht mehr 10.000 ein, sondern verdient 7.200 aus dem verbleibenden Europa-Geschäft plus 4.000 aus den China-Lieferungen: insgesamt 11.200, also über den ursprünglichen 10.000. Weniger zu einem besseren Preis zu verkaufen ist die alte Strategie desjenigen, der den Hahn kontrolliert. Und den Hahn kontrolliert Moskau.

Die wiederkehrende Sarracena ist die Fabel vom Frosch im Kochtopf: Das Wasser wird wärmer, aber das Tier springt nicht heraus. In diesem Fall sind wir der Frosch. Manche mögen die Zahlen anzweifeln, aber die Logik – geringeres Volumen, höherer Preis, alternativer Kunde – ist stichhaltig.

Deutschlands Stillstand und die Schließung des EZB-Fensters

Das düsterste Szenario verknüpft drei Elemente. Verschwindet russisches Gas, kommt die deutsche Industrie zum Stillstand. Bremst die europäische Lokomotive, verliert die Europäische Zentralbank (EZB) Spielraum, um Südländer zu retten. Und wenn sie nicht mehr rettet, steuert Spanien auf die Insolvenz zu. Bisher hat niemand eine Alternative präsentiert, die diese Kette durchbricht.

In Deutschland taucht zudem die Erinnerung auf. Während der Pandemie verbot es den Export von Masken und medizinischem Material, obwohl es sich als solidarischer Partner des Kontinents ausgab. Nun stellt sich die Frage, ob diese Solidarität auch überschüssiges Gas umfasst. Das alte Deutschland über alles, aber mit dem Zähler auf null. Unterdessen spricht man in Brüssel von einer Pipeline, um Wasserstoff aus Nigeria zu importieren – ein Plan, der diesen Winter kein einziges Haus heizen wird.

Spanien und algerisches Gas: Von 50% auf 25%

Spanien hat ein Leitungsproblem und ein Nachbarschaftsproblem. Die Pipeline über Marokko wurde geschlossen, und die Midcat-Verbindung mit Frankreich wird seit Jahren jenseits der Pyrenäen blockiert. Das Ergebnis: Italien erhält das algerische Gas, das früher hierher floss, und verteilt es unter Franzosen und Mitteleuropäern, wie die Chichos, während Spanien von außen zuschaut.

Der am häufigsten zitierte Datenpunkt stimmt nicht optimistisch: Der Anteil am algerischen Gas sank von 50% auf 25%, und Algerien hat dieses Volumen bereits nach Italien umgeleitet. Die spanische Position im West-Sahara-Konflikt, die sich an Marokko orientiert, hilft ebenfalls nicht, die Beziehungen zu reparieren. Auf nationaler Ebene wurden drei Kohlekraftwerke gesprengt, um der Versuchung vorzubeugen, sie wieder in Betrieb zu nehmen – wie Cortés, der die Schiffe versenkte, aber ohne etwas zu erobern.

Kernkraftwerke, die nicht neu starten, und Uran, das nicht ersetzbar ist

Ein Atomkraftwerk wieder anzufahren ist kein Knopfdruck. Sobald sie abgeschaltet werden, beginnt der Rückbau; eine Wiederinbetriebnahme würde fast einen kompletten Neuaufbau erfordern. Und selbst wenn sie wieder anliefen, bliebe das Problem des Brennstoffs: Laut den Diskussionen gibt es weltweit nicht genug nicht-russisches Uran, um alle Kraftwerke mit voller Leistung laufen zu lassen. Die USA, pragmatischer eingestellt, haben russisches Uran von den Sanktionen ausgenommen. Das gleiche Dilemma wie beim Gas, nur mit einem anderen Etikett.

Chinesische Schulden, Holz und die Frage des Winters

Die Zahlen widerlegen auch die Erzählung eines Feindes am Rande des Zusammenbruchs. Den im Thread genannten Zahlen zufolge liegt die gesamte chinesische Verschuldung bei etwa 330% des BIP, während die spanische öffentliche und private Verschuldung bei 270% liegt. Dass der Rivale verschuldet ist, tröstet niemanden, der ohne Heizung dasteht.

Und dann gibt es noch die häusliche Detailfrage. Bei explodierenden Rechnungen rechnen manche mit dem gusseisernen Ofen: Achtzig Euro für einen Apparat, der, wenn er einen Winter übersteht, billiger ist als ein Monat Gas. Er ist schwer und heizt hervorragend. Es ist kein Energieplan, aber es spiegelt die Stimmung wider.

Bleibt die unbequeme Grundfrage: Waffen an eine Seite liefern und die andere sanktionieren – ist das defensive Unterstützung oder ein klassischer Casus Belli? Je nach Blickwinkel führt Europa keinen Krieg; je nach Blickwinkel steckt es seit Monaten mittendrin. Wie viele Winter hält der Kontinent durch, bevor er wieder mit dem unterschreibt, den er gerade verlassen hat?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (193 Antworten).

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