Galizisch und Valencianisch verlieren junge Sprecher

32 % der unter 15-Jährigen in Galizien sprechen kein Galizisch. Im Unterricht verliert Valencianisch an Bedeutung, so Experten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Galizisch und Valencianisch verlieren junge Sprecher
Galizisch und Valencianisch verlieren junge Sprecher, während Katalanisch sich im Klassenzimmer zurückzieht

Irgendwo in Galizien spricht ein Mädchen zu Hause Galizisch, wird aber die Schule verlassen, ohne es beherrschen. In der Comunidad Valenciana wird ein Kind den Unterricht auf Valencianisch beenden, weil die Mehrheit der Eltern seiner Klasse dafür gestimmt hat. Diese beiden Szenen fassen dasselbe Phänomen zusammen: Die Weitergabe der offiziellen Minderheitensprachen bricht ab, und das Bildungssystem – jahrzehntelang das Werkzeug zur Rückeroberung ihrer Position – ist nun zum Schlachtfeld geworden.

Die Daten von Linguisten und Lehrkräften deuten auf eine extreme sprachliche Notlage hin, einschließlich Demonstrationen, und auf ein gemeinsames Muster: Die Zahl derer, die angeben, die Sprache zu kennen, steigt, aber die Zahl der täglichen Nutzer sinkt. Der Generationenkonflikt steht im Mittelpunkt des Problems.

Valencianisch wird zur Familienentscheidung

Das Gesetz über die Freiheit der Bildung der Generalitat unter Carlos Mazón überträgt den Familien die Entscheidung über die Basissprache des Unterrichts. Es streicht die Quoten des vorherigen Gesetzes über Mehrsprachigkeit – 25 % auf Valencianisch, 25 % auf Spanisch und mindestens 15 % auf Englisch – sowie die Möglichkeit für Schulen, mehr als 60 % auf Valencianisch zu unterrichten. Das offizielle Argument ist die Wahlfreiheit; das Ergebnis, laut Bildungsverbänden und Universitätsinstituten für Linguistik, ist die Marginalisierung des Valencianischen im Unterricht.

Marcos Candela, Koordinator für Gewerkschaftsarbeit beim STEPV, weist auf ein Detail hin, das oft übersehen wird: Das C1-Zertifikat für Valencianisch wird nicht mehr von allen Lehrkräften verlangt, sondern nur noch von Grund- und Sekundarschullehrern. Konservatorien, staatliche Sprachschulen, Kunstunterricht und Berufsbildung sind ausgenommen. Die Befragung der Familien fand zwischen dem 25. Februar und dem 4. März statt.

Galizien: 32 % der unter 15-Jährigen sprechen es nicht

In Galizien lässt sich der Rückgang beziffern. 32 % der Kinder unter 15 Jahren geben an, kein Galizisch sprechen zu können, gegenüber 24 % vor nur fünf Jahren. Marcos Maceira, Sprecher der Plattform Queremos Galego, fügt einen weiteren unbequemen Fakt hinzu: Über 70 % der Kinder, die mit Galizischkenntnissen in die Schule kommen, verlassen sie ohne diese. Die letzte strukturelle Erhebung des Galicischen Statistikamts bestätigt den Rückgang der selbst wahrgenommenen Kompetenz in allen Altersgruppen.

Das Dekret über Mehrsprachigkeit von 2010 legte ein Gleichgewicht zwischen Galizisch und Spanisch in allen Stufen außer der Vorschule fest und erlaubte bis zu einem Drittel des Unterrichts in Fremdsprachen. Die Akademie der galicischen Sprache verabschiedete im Dezember einen Bericht, der die Regionalregierung (Xunta) als Hauptverantwortliche für das Desaster benennt. Die Plattform, die 600 Organisationen vereint, rief zu einer Demonstration in Santiago auf mit dem Motto Lingua vital xa!.

Mehr Katalanisch-Kenntnisse, weniger Katalanisch-Nutzung

In Katalonien ist die Paradoxie anders und subtiler: Die Zahl der Menschen, die Katalanisch kennen und sprechen, wächst, aber es verliert als Alltagssprache an Boden. Laut INE ist es die meistgesprochene offizielle Minderheitensprache Spaniens mit 13,6 % der Bevölkerung, gefolgt von Valencianisch (6,3 %), Galizisch (5,7 %) und Baskisch (2,7 %). Das Problem ist nicht das Wissen, sondern die tägliche Nutzung.

Internet, ländlicher Raum und Demografie

Ein Großteil der Analyse deutet auf drei Kräfte hin, die kein Dekret kontrollieren kann. Die erste ist der Medienkonsum: Jugendliche leben auf Plattformen, wo Spanisch und Englisch die Hauptsprachen sind, und Videoersteller zielen auf maximale Reichweite. Die zweite ist der Sterbeprozess des ländlichen Raums: Die Landflucht begann in den 50er und 60er Jahren, und die heutigen Zuwanderer in städtische Gebiete sind überwiegend Nicht-EU-Bürger, die die Sprache in der Schule lernen, aber zu Hause nicht nutzen. Die dritte ist die Demografie selbst: Manche argumentieren, das Problem sei nicht, dass Kinder die Sprache ihrer Eltern nicht sprechen, sondern dass diese Eltern kaum noch Kinder haben.

Demgegenüber steht die institutionelle These, dass eine Sprache ohne öffentlichen Schutz verloren geht. Die Gegenposition besagt, dass dieser Schutz sie zu einem politischen Spielzeug und einem Instrument der Konfrontation gemacht habe. Dazwischen liegt eine unbequeme Wahrheit: Als niemand die Sprache schützte und die Verwaltung nur auf Spanisch funktionierte, sprachen sie alle.



Es bleibt eine Tatsache, die jeden verwirrt, der auf Karten blickt: Die Bevölkerungsdichte und die Alterung erklären die Nutzung des Galizischen besser als jedes Gesetz. Wo junge, städtische Menschen leben, verdünnt sich die Sprache. Und junge Menschen leben immer öfter anderswo.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (170 Antworten).

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