Galaxy Resources: Lithium-Aktien von 0,18 auf über 4 Dollar

Galaxy Resources stieg in 20 Monaten von 0,18 auf über 4 Dollar. Treiber waren Lithium, die Mine Mt Cattlin und die Fusion mit Orocobre zu Allkem.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Galaxy Resources: Lithium-Aktien von 0,18 auf über 4 Dollar
Galaxy Resources: Von 0,18 auf 4 Dollar dank Lithium-Boom

Wie stark kann ein Lithium-Bergbauunternehmen steigen, bevor jemand das Wort „Blase“ ausspricht? Galaxy Resources (ASX:GXY) startete bei 0,18 Dollar, nachdem der Kurs im Vorjahr um 600% gestiegen war. Das Ende der Geschichte war eine Eingliederung in eine größere Gruppe unter neuem Namen, während Lithium sich zur strategischen Rohstoffklasse entwickelt hatte. Dazwischen lagen zwei Minen, ein Salzsee, eine Handelsaussetzung, die erste Lieferung nach China und eine Unternehmensfusion. Auch Korrekturen von 20% und 30% traten auf; Veteranen sagten, sie hätten frisches Kapital angezogen.

Lithium interessierte nicht mehr nur die chemische Industrie, sondern wurde zum Flaschenhals der Elektromobilität. Wer Spodumen-Gestein oder Sole mit Carbonat besaß, hielt einen wertvollen Vermögenswert.

Von 0,18 auf 4 Dollar in zwanzig Monaten

Die Entwicklung verlief in Etappen: 0,41 Dollar im November 2016, kurz darauf 0,43, 0,60 Dollar im Januar 2017 – ein Dreijahreshoch –, dann 0,625, 0,66 und der Satz, der jede Bergbau-Euphorie zusammenfasst: „Ich sehe den Dollar.“ Es wurde kein Dollar. Im Oktober 2017 lag die Aktie über 4 Dollar, einem Achtjahreshoch, mit täglichen Anstiegen von 4%, 5,8% und 7% in Folge.

Für Bären gab es ein unbequemes Argument: Jahre zuvor notierte die Aktie nahe 2 Euro, als Lithium viel billiger war. Die optimistische Schlussfolgerung drängte sich auf. Ebenso die pessimistische: Ein Unternehmen, dessen Kurs sich in 20 Monaten verzwanzigfacht, steigt selten linear, und wer spät einsteigt, zahlt oft für die Party.

Das Lithium, das Tesla brauchte, aber niemand gesichert hatte

Am Rand der Wüste Nevada baute Tesla die größte Batteriefabrik der Welt. Diese sollte zusammen mit Panasonic die Lithium-Nachfrage für Elektroautos decken, doch das Unternehmen hatte noch keine Lieferverträge mit großen Produzenten angekündigt. Diese Lücke, vor dem Start der Anlage 2017 erkannt, erklärt einen Großteil des Anlegerinteresses, das die gesamte Branche anzog.

Der Preis zog mit. Lithiumcarbonat erreichte Durchschnittswerte über 8.000 Dollar pro Tonne, nachdem es sich seit Oktober 2015 nach monatelanger Seitwärtsbewegung verdoppelt hatte. Mit dem Hinzukommen von Projekten großer Automarken und Megaprojekten von Batterieherstellern war die Grundthese einfach und etwas fragwürdig: Das Angebot reichte nicht aus, also würde der Preis weiter steigen.

Mt Cattlin, Sal de Vida und James Bay: Wo liegt das Erz?

Das Geschäft ruhte auf drei Säulen. Mt Cattlin, eine Lithium- und Tantal-Lagerstätte einen Kilometer von Ravensthorpe entfernt in der australischen Region Great Southern, die über zwei Jahre im Wartungsmodus war, bis sie im September 2015 mit General Mining Corporation wiederbelebt wurde. Sal de Vida in Argentinien, präsentiert als einer der größten Lithium-Salzseen der Welt, mit Projektstart für Anfang des folgenden Jahres geplant. Und James Bay, ein Spodumen-Projekt in Quebec, Kanada, mit hochgradigen Bohrergebnissen.

Das Unternehmen kam aus einer zweijährigen Restrukturierung mit neuem Vorstand und Management und behauptete, bereit zu sein, der neueste Lithium-Produzent der Welt zu werden. Die Firmenpräsentation sprach von Rückenwind; der Markt wollte kaufen.

Warum wurde der Handel im März 2016 ausgesetzt?

Weil das Unternehmen es beantragte. Die Aussetzung erfolgte in Erwartung einer Aktualisierung der Kaufvereinbarungen für Mt Cattlin, das Projekt, das Galaxy gemeinsam mit General Mining starten wollte. Unter Investoren kursierte das Detail, dass die Transaktion mindestens 80% Zustimmung der Aktionäre erforderte und Mitte des Monats nur 35% vorlagen, mit Frist bis zum 28. Tag.

Der Schreck dauerte kurz. Bei Wiederaufnahme des Handels stieg die Aktie um 4,65%. Ein Beispiel für Episoden, die solche Werte definieren: reales Unternehmensrisiko, unverhältnismäßige Volatilität und ein Kalender, der wichtiger ist als jede Analyse.

Die Fusion mit Orocobre und die Geburt von Allkem

2021 kam der große Schritt. Die im April angekündigte Fusion mit Orocobre wurde im August von der Mehrheit der Aktionäre genehmigt, mit einem Volumen von etwa 4 Milliarden Australischen Dollar, abgesehen von letzten gerichtlichen Anhörungen. Ziel: Eine der fünf größten Lithium-Unternehmen der Welt schaffen, mit Hartgestein-Produktion und Sole-Vermögenswerten in Australien, Kanada und Argentinien.

Die operativen Zahlen stimmten. Mt Cattlin meldete ein Rekordquartal mit 67.931 Tonnen trockener Masse an Spodumen-Konzentrat zu einem Bar-Kostenpreis von 351 Dollar pro Tonne sowie 89.640 Tonnen Versand zu einem durchschnittlich realisierten Preis von 779 Dollar, was Einnahmen von 69,8 Millionen ergab. Das Unternehmen sprach von neuen Lieferungen von 38,5 kt im Dezember-Quartal und 25 kt Anfang 2022. Danach folgte die Umbenennung in Allkem und später ein neues Allzeithoch mit Anstiegen von 7%.

Welche Risiken wurden genannt?

Es gab welche, und sie waren nicht gering. Gewarnt wurde, dass die Einführung von Elektrofahrzeugen durch Lithium-Mangel-Risiken verlangsamt werden könnte, da die Nachfrage bis 2025 auf eine Million Tonnen jährlich verdreifacht und danach bis 2030 auf zwei Millionen verdoppelt werden könnte. Die offene Frage, die niemand löste: Kann das Bergbau-Angebot dieses Tempo halten?

Parallel lief die unbequeme Frage nach dem Käufer: Wenn Tesla pro verkauftem Auto Geld verliert, was passiert mit Lithium, wenn der Hersteller fällt? Die damalige Antwort – die die Zeit nicht vollständig bestätigt hat – lautete, dass die Nachfrage aus vielen Quellen gleichzeitig kommt. Dennoch wurde der Preisvergleich mit dem Zyklus von 2011 oft angeführt: Lithium war teuer, aber nicht so teuer, dass es ein Top rechtfertigte.

Drei Namen, zwei Fusionen und ein Mineral. Der Vermögenswert blieb immer derselbe; geändert hat sich nur das Logo auf der Broschüre.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (335 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver