Frühstück in Spanien: Kaffee ab 1,50 €, Croissant ab 2 €

Das Frühstück außer Haus wird in Spanien teurer. Ein Kaffee kostet oft mindestens 1,50 €, ein Croissant 2 €. Zu Hause bleibt es deutlich günstiger.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Frühstück in Spanien: Kaffee ab 1,50 €, Croissant ab 2 €
Kaffee für 1,50 € und Croissant für 2 €: Das tägliche Frühstück wird zum Luxus

Das Bar-Frühstück hat eine neue Preisuntergrenze erreicht: 1,50 € für einen Kaffee und 2 € für ein Croissant, als Mindestpreis in jeder Cafeteria. Eine komplette Thunfisch-Tostada mit Tomate beginnt bei 3 €. Niemand hat etwas Exotisches bestellt, doch das Morgenritual liegt an den meisten Theken über drei Euro fünfzig.

Diese Szene wiederholt sich in jeder Stadt. Der Cortado – diese Erfindung derer, die ihr Glas nicht ganz füllen wollen – stieg in einem einzigen Lokal von 1,30 auf 1,40 €. Eine Schokolade mit Churros im Zentrum von Madrid kostet nun 6,5 €, was für alle, die noch wie ihre Großmutter im Kopf rechnen, 1.100 Peseten sind. Das spanische Frühstück, dieses ungeschriebene verfassungsrechtliche Recht, rutscht in die Kategorie der discretionary Ausgaben.

Warum ist das Frühstück in den Bars teurer geworden?

Kurze Antwort: Alles, was drinsteckt, wurde teurer. Kaffee, Zucker, Mehl, Fette und Öle, Eier, Energie und Löhne. Nichts blieb stabil. Am heftigsten diskutiert wird der Arbeitskostenfaktor: Mit dem Mindestlohn (Salario Mínimo Interprofesional) bei 1.134 € in 14 Zahlungen für jene, die hinter der Theke arbeiten oder putzen, erfordern alte Preise Margen, die viele Lokale nicht mehr haben.

Die Kostenweitergabe ist buchhalterisch kaum zu bestreiten. Diskutiert wird nur, wie weit sie geht. Ein Kaffee für 4 € in Paris koexistiert mit einem französischen Mindestlohn von 1.200 €, und dort ist das Frühstück außer Haus die Ausnahme, nicht die Gewohnheit. Die verbreitete Lesart ist, dass in Spanien die Gastronomiepreise sich von der Zahlungsfähigkeit der Stammkundschaft, der täglichen Kunden, entkoppelt haben.

Was kostet das Frühstück zu Hause?

Hier tun die Zahlen weh. Ein Viertelkilogramm Kaffeebohnen höchster Qualität kostet zwischen 4 und 8 € und reicht für etwa 50 Tassen. Inklusive Strom und anteiligen Kosten einer ordentlichen Siebträgermaschine kommt man auf maximal 0,30 € pro Tasse; der Kaffee selbst liegt bei etwa 0,10 €. Mit einer Toast landet das Frühstück bei einem halben Euro.

Die vollständige Aufstellung – biologisches Dinkelmehl für 2 € pro 750 Gramm, Hefe, Brotbackautomat und vier Stunden Wartezeit – ergibt frisches Brot zu einem Bruchteil des Preises von Bäckereiprodukten aus der Bar. Diese Lücke bestimmt die gesamte Diskussion: Das gleiche Produkt kostet fünf bis zehn Mal mehr, wenn ein anderer es serviert. Die Liste der Gegenrechnungen, die im Umlauf ist, lässt wenig Zweifel, auch wenn jeder ignoriert, welche Posten er übersieht.

Vom Selbstständigen mit Frau in der Küche zur Franchise mit Personal

Es gibt einen strukturellen Wandel, der in den Schlagzeilen fehlt. Die klassische Bar war ein Selbstständiger, der mit seiner Partnerin arbeitete und in Stoßzeiten von einem Kind unterstützt wurde. Geringe Kosten, moderate Preise. Heute kann derselbe Laden eine Croissant-Franchise sein, mit zwei Bedienungskräften, jemandem, der in der Küche Tiefkühlware auftaut, Miete und Markenlizenzgebühr. Jede Zehn-Cent-Erhöhung ist keine Laune mehr, sondern eine Zeile in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Dort taucht der andere Vorwurf auf, der der Qualität. Man zahlt Konditorei-Preise für Produkte aus der Kühlkammer, und wer die Sonntagsroutine pflegt, findet Stücke vor, die als frisch berechnet werden, aber seit Tagen warten. Es ist kein reines Preisproblem, es ist ein Problem dessen, was man für diesen Preis bekommt.

Nicht-Konsum als Antwort

Die überwiegende Reaktion ist keine politische, sondern eine der Geldbörse: Aufhören, draußen zu frühstücken, und aufhören, für Überflüssiges zu zahlen. Wenn die Nachfrage blockweise sinkt, so argumentieren diese Strömungen, müsste sich der Preis anpassen. Dagegen wird angeführt, dass die Lokale weiterhin voll seien, dass Gastronomie in Spanien schon immer ein Luxus war und dass individuelle Ausstiegslösungen nichts am kollektiven Problem ändern.

Auch das historische Argument kursiert: Bis vor Kurzem wurden Süßigkeiten zu Hause gegessen, aus der Schweine-Metzgerei-Fettmasse, und der Gang zur Bar war Sache derer, die um sechs Uhr ihre Arbeit begannen. Die Normalisierung des Frühstücks außer Haus ist neu, und genau diese Gewohnheit löst sich jetzt auf.

Bleibt die unbequeme Tatsache: Die öffentlichen Einnahmen steigen mit der Inflation, während der Verbraucher spart. Niemand mit Preismacht hat es eilig, dass die Preise fallen.

Und so werden wir das teuerste Frühstück unserer Geschichte mit einem Lächeln bezahlen und einen Cortado bestellen, der niemandem mehr gehört.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (192 Antworten).

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