Frozen-Yogurt-Läden: ein Trend, dem der Winter zusetzt

Eine 24-Jährige möchte einen Joghurtladen mit handgemachtem Frozen Yogurt eröffnen. Eine Kostenaufstellung, die Saisonalität und eine Franchise-Blase, die bereits Läden schließt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Frozen-Yogurt-Läden: ein Trend, dem der Winter zusetzt
Frozen-Yogurt-Läden: ein Geschäft, dem die Kälte zusetzt

Hält ein Frozen-Yogurt-Laden den Winter durch? Das ist die Frage, die sich eine 24-Jährige stellt, frisch graduiert in Betriebswirtschaft und Finanzen. Sie möchte in ihrer Gemeinde einen Laden mit handgemachtem Joghurt eröffnen, in einer „ländlichen“ Stadt, die stark gewachsen ist und eine junge Bevölkerung hat. Ihr ursprünglicher Plan ist der Verkauf von Frozen Yogurt mit Toppings, doch sie ahnt das Problem bereits: die Saisonalität. Deshalb denkt sie an Kaffee, Milchshakes, Croissants, Sandwiches und vor allem an süße und herzhafte Waffeln und Crêpes für die kalten Monate. Auch Diabetiker, Zöliakie-Betroffene und Laktoseintolerante will sie bedienen.

Die Antwort, die sie erhält, ist eine kalte Dusche. Die Branche erlebt eine Eröffnungswelle, die viele als Blase deuten. In einer mittelgroßen Stadt eröffneten zwei Joghurtläden fast gegenüber in derselben Fußgängerzone; in einer anderen fünf innerhalb weniger Monate, drei in derselben zentralen Straße. Und nicht alle halten durch: Einer schloss nach dem Sommer in einem Einkaufszentrum, ein anderer machte im November dicht, als die Kälte kam. Das Muster wiederholt sich: Das Geschäft läuft mit dem Neuheitswert und der Wärme und blutet aus, wenn das Thermometer fällt.

Was kostet die Eröffnung eines Frozen-Yogurt-Ladens

Die Aufstellung, die in der Diskussion kursiert, dient als Orientierung: Maschinen und Einrichtung zwischen 2.000 und 10.000 Euro, Umbau der Räume ab 30.000, Miete für einen geräumigen Laden je nach Ort zwischen 600 und 800 Euro monatlich, Selbstständigen-Sozialabgaben von rund 300, ein Angestellter, der etwa 1.200 Euro kostet bei 800 Euro Gehalt, dazu kommunale Genehmigungen und Ware. Das Fazit derjenigen, die rechnen, ist klar: Mit weniger als 10.000 Euro, die man verlieren kann, sollte man es besser nicht versuchen.

Dazu kommt das Lebensmittelhygiene-Zertifikat, das als Pflichtanforderung genannt wird, und die Wahl des Standorts. Hier herrscht ungewöhnlicher Konsens: Die Lage ist alles. Ein Joghurtladen in einem Einkaufszentrum mit wenig Laufkundschaft schloss trotz eines McDonald's in der Nähe. Ein anderer in einer zentralen Fußgängerzone mit Geschäften und hoher Kaufkraft hält dem Ansturm bei gutem Wetter stand.

Franchise oder eigenes Geschäft: die Marge-Debatte

Die bekannten Marken der Branche —llaollao, Smooy, Yoyogurt— tauchen immer wieder auf. Manche behaupten, ein llaollao-Franchisenehmer laufe „wie geschnitten Brot“ und habe einen zweiten Laden eröffnet; andere sehen den Smooy in einer teuren Straße von Saragossa im Winter mit offener Tür und „keiner Menschenseele“ drin. Die häufigste Kritik richtet sich nicht gegen das Produkt, sondern gegen das Modell: Das profitable Geschäft ist das des Franchisegebers, der Gebühren und Lizenzgebühren kassiert und Filialen im Eiltempo vermehrt.

Die Alternative, die mehrere verteidigen, ist der eigene Laden ohne Marke: die Joghurtmaschine kaufen und Rohstoffe und Toppings selbst auswählen. Ein genanntes Beispiel ist ein kleiner, kostengünstiger Joghurtladen in Madrid mit recycelten Tischen, Kaffee, Säften und hausgemachtem Gebäck, der besser läuft als viele Franchises. Der Geschmacksunterschied zwischen Franchises und eigenen Läden, sagt jemand, der beide probiert hat, sei „abgrundtief“.

Wie man die Saisonalität von Frozen Yogurt bekämpft

Der Punkt, bei dem die Diskussion am meisten übereinstimmt: Ein Joghurtladen, der keine anderen Produkte anbietet, ist zum Scheitern verurteilt. Die rigideren Franchises, so wird angemerkt, erlauben praktisch nichts außer Joghurt zu verkaufen, „nicht mal Wasser“. Das Rezept, das immer wieder genannt wird: Kaffeemaschine, heiße Schokolade, Crêpes, Waffeln, Churros, Cupcakes, Milchshakes, Sahne-Softeis und sogar Süßigkeiten. Ein Laden im Viertel verwandelt sich im Winter in eine Tortenwerkstatt; der Melonenverkäufer an der Ecke wird zum Churros-Verkäufer. Espresso mit Softeis, so erinnert man, verkauft McDonald's an 365 Tagen im Jahr.

Auch das Kundenprofil spielt eine Rolle: Es ist ein typisches Geschäft für Frauen, die mit Freundinnen einen Nachmittagsimbiss einnehmen, mit Kindern als natürlichem Publikum für den zwei- bis dreieurotigen Luxus. Und es gibt eine Nische, die hervorgehoben wird: Laktoseintolerante, Zöliakie-Betroffene und Diabetiker, für die sich eine eigene Karte lohnt.

Die Blase, die bereits platzt

Das Wort Blase fällt früh und verschwindet nicht mehr. Verglichen wird mit dem, was bei Computer-Franchises, Immobilienmaklern, Zahnkliniken oder Nagelstudios geschah: Jemand mit Kapital baut die Marke auf, andere mit weniger arbeiten für ihn und zahlen Gebühren. Das als Warnung zitierte Beispiel ist das Insolvenzverfahren einer bekannten Friseurkette, das Franchisenehmer in eine missliche Lage brachte.

Unterdessen wiegt die wirtschaftliche Lage schwer. Manche würden gar nichts eröffnen, das keine Güter des täglichen Bedarfs sind, und andere erinnern daran, dass Milch billig ist und die Marge beim Joghurt hoch. Die vollständige Kostenrechnung, mit Umbau und Personal, entscheidet darüber, ob der Traum rentabel wird oder der Winter ihn auffrisst.

Am Ende lautet die Frage nicht, ob Frozen Yogurt schmeckt. Er schmeckt. Die Frage ist, wie viele Läden an dieselbe Straße passen, bevor der Letzte, der eröffnet, merkt, dass die Kälte kein Pardon kennt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (57 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver