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Freiflug-Aras: 1.500 € pro Küken und ein gebundenes Leben
Ein frei fliegender Ara wird von Hand aufgezogen, bevor er die Augen öffnet: 1.500 € für das Küken, CITES-Dokumentation, Mikrochip und ein Leben voller Zerstörung.
Ara-Freiflug-Zucht: 1.500 € und ein Leben voller Arbeit
Ein frei fliegender Ara ist kein Vogel, dem man einfach den Käfig geöffnet hat: Es ist ein Tier, das vor dem Öffnen der Augen aus dem Nest geholt wurde. Die Methode nennt sich Imprinting, und der Startpreis eines handaufgezogenen Kükens liegt bei über 1.500 Euro. Der Rest – Lärm, Zerstörung, Bürokratie – geht zulasten des Besitzers. Paradoxerweise basiert die Freiheit des Vogels auf einer gegenseitigen Abhängigkeit.
Was ist Imprinting und warum wird das Küken vom Nest getrennt?
Die Technik ist simpel: Das Küken wird wenige Tage nach der Schlüpfung, noch bevor es die Augen öffnet, von den Eltern getrennt und monatelang per Hand mit Brei gefüttert. So entwickelt das Tier eine Bindung zum Menschen, die laut Züchtern lebenslang hält. Praktizierende berufen sich auf eine Maxime des Dompteurs Ángel Cristo: Der Charakter des Tieres wird durch den Tag geprägt, an dem es von der Mutter getrennt wird. Daher stammt auch der Begriff Papillero (Flaschenkind) für einen so aufgezogenen Papagei. Die ethische Debatte – ob man ein Küken von seiner Mutter reißt, damit es nicht davonfliegt – bleibt offen.
CITES, Mikrochips und Besuche der Stadtpolizei
Rechtlich gesehen ist ein Ara keine gewöhnliche Haustierart. Jedes Exemplar bringt Dokumentation, Genehmigungen, CITES-Zertifikate und einen Mikrochip mit sich; ein Papierkram, den sein Besitzer als unverhältnismäßig empfindet. Vor einigen Monaten erschien, seinem Bericht zufolge, die Stadtpolizei vor seiner Tür, um die Dokumente für die Papageien zu verlangen und versuchte, die Wohnung zu registrieren. Er weigerte sich, sie ohne richterlichen Beschluss einzulassen. Dieser Vorfall zeigt, wie weit die administrative Kontrolle über geschützte Vögel in die Privatsphäre ihrer Halter eingreifen kann.
Lärm: Wenn der Ara das Leben der Nachbarn zur Hölle macht
Hier prallen zwei Ansichten aufeinander. Befürworter des Freiflugs behaupten, dass ein sozialer Papagei erzogen werden kann, um nicht zu schreien, und dass nur Tiere in Volieren laut sind. Die gegenteilige Erfahrung ist ebenso eindeutig: In einer Voliere von 2.000 Quadratmetern und 12 Metern Höhe waren die Aras schon von der Straße aus hörbar, bevor man das Grundstück betrat. In einer Wohnung führt dies wahrscheinlich zu Nachbarschaftskonflikten. Der Züchter fasst es sarkastisch zusammen: Niemand erträgt einen schreienden Ara, ohne das Schlimmste über seinen Besitzer zu denken.
Quaker-Sittiche, Aras und das Gespenst der invasiven Arten
Man sollte die Arten nicht verwechseln. Quaker-Sittiche haben sich in Spanien angepasst und breiten sich außerhalb ihres Ökosystems aus; einer der Beteiligten argumentiert, dass ihr Management öffentliche Gelder kostet. Aras hingegen bilden laut ihren Züchtern keine urbanen Kolonien: Sie sind von der Bindung zu ihrem Halter abhängig. Diese Verwechslung schürt eine pauschale Ablehnung gegenüber allen Papageien, einschließlich jener, die nie einen Park betreten haben.
Intelligenz des Papageis und der Graupapagei, der Teller zerbricht
Der Sprung vom Haustier zum Subjekt sorgt für die meisten Diskussionen. Manche vergleichen die Intelligenz eines Graupapageis mit der eines Delfins, Schimpansen oder Dreijährigen; sie können winzige Papierfetzen auf dem Gesicht ihres Besitzers erkennen. Die andere Seite ist die Boshaftigkeit, illustriert durch einen Fall: Ein Yaco (Graupapagei), der halbes Geschirr auf den Boden warf und die Scherben anstarrte. Anekdoten wie diese – etwa wenn Gefrierbeutel sofort nach Betreten der Wohnung mit dem Schnabel geöffnet werden – erklären besser als jede Theorie, warum der Besitzer die Zerstörungen hinnimmt.
Was kostet die Haltung eines Aras wirklich?
Die Anfangsinvestition von über 1.500 Euro für ein handaufgezogenes Küken ist das geringste Problem. Die tatsächlichen Kosten entstehen durch Zerstörungen: Ein frei laufender Ara bricht alles, was er findet. Ihn einzusperren gilt als absurd und grausam; ihn in einer Voliere zu halten, als unsinnig. Die Folge ist ein Leben, das vom Tier diktiert wird, mit festen Zeiten – Aufstehen um fünf Uhr – und gelegentlichen Ausflügen, die zu angstvollen Rettungsaktionen werden.
Angesichts dieser Bilanz bleibt der Freiflug eines Aras ein Nischenhobby, teuer und zeitaufwendig. Solange der Preis für das Küken, die CITES-Bürokratie und die Geduld der Nachbarschaft nicht vorher ein Ende setzen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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