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Freelancer auf globalen Plattformen: Wettbewerb um den Preis
Elance, oDesk oder Fiverr: Ein Nutzer deckt seine Kosten und behält einen „kleinen Zuschuss“ von 100 Euro im Monat; ein anderer bekam nach acht Angeboten keine einzige Stunde Arbeit
Freelancer auf globalen Plattformen: Wettbewerb um den Preis
Mit dem Schreiben von Code auf Plattformen wie Elance, oDesk oder Fiverr seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist möglich. Es ist auch anstrengend, schlecht bezahlt und oft eine Zeitverschwendung. Das Versprechen von Remote-Arbeit ohne Chef prallt auf eine harte Realität: Der globale Tarifwettbewerb macht den spanischen Profi zu einem teuren Anbieter auf seinem eigenen Markt. Ein Nutzer fasst es schonungslos zusammen: Nach sechs Monaten auf oDesk deckt er seine Kosten und behält einen „kleinen Zuschuss“, der die 100 Euro monatlichen Überschuss nie übersteigt.
Das Angebot an Plattformen ist breit: Elance, oDesk, Freelancer, Nubelo, Twago, Guru, Fiverr oder Toptal. Die Hierarchie ist laut denen, die sie als Auftraggeber genutzt haben, klar. Elance ist der König für ernsthafte technische Projekte: Dort arbeiten Ingenieure, die morgens für Startups im Silicon Valley tätig sind und abends Überstunden machen. Am anderen Ende funktioniert Fiverr wie ein Basar für Schnäppchen-Dienstleistungen, wo der Verkäufer in Dollar abrechnet und auf eine Basis von 5 Dollar kostenpflichtige Extras aufschlägt.
Die Falle, über den Preis zu konkurrieren
Das Problem taucht auf, wenn der Spanier seine Stunde verkaufen will. Ein Entwickler mit Erfahrung außerhalb dieser Websites berichtet, dass er acht Angebote auf oDesk eingereicht hat und keine einzige Stunde Arbeit bekam. Seine Erklärung: Die Projekte gehen überwiegend an Anbieter aus Indien oder Pakistan für weniger als 10 Dollar pro Stunde. Ohne bisherigen Ruf auf der Plattform ist der Wettbewerb über den Preis ein Wettlauf nach unten, der sich selten lohnt.
Dazu kommt der Schnitt der Plattform, die einen Prozentsatz jeder Zahlung einbehält, sowie das Fehlen von Rechnungen, Sozialabgaben und einem echten Arbeitsverhältnis. Der Beauftragte weiß nicht, wer sein Kunde ist, und der Kunde weiß nicht, wer sein Auftragnehmer ist. Die einzige gegenseitige Absicherung ist das Feedback-System: Eine negative Bewertung wiegt wie ein Mühlstein. Und die Bezahlung erfolgt in Dollar, einer Währung die, wie ein anderer Teilnehmer ironisiert, gegenüber dem Euro jeden Tag weniger wert ist.
Der spanische Kunde, am schlechtesten bewertet
Das Misstrauen zieht sich durch die Diskussion in beide Richtungen. Mehrere Auftraggeber geben zu, Anbieter aus bestimmten Ländern bewusst zu meiden, weil sie bereits halbfertige oder verspätete Arbeiten erlebt haben – und wenden denselben Vorbehalt auch auf lokale Kunden an. Ein Profi, der für Kunden aus mehreren Ländern gearbeitet hat, sagt es klipp und klar: Man sollte spanische Arbeitgeber meiden – sie verlangen knappe Budgets, zahlen spät und verschlechtern die Bewertung, wenn man ihnen widerspricht.
Das Argument wird in puncto Arbeitsethik wiederholt: Die Kultur des schnellen Geldes und des ständigen Feilschens erschwere die Beziehung zum einheimischen Kunden, während Auftraggeber aus Kanada oder den USA besser zahlen und Fristen einhalten. Das sind Verallgemeinerungen, die die Beteiligten selbst als Vorurteile erkennen – die aber ihre Kaufentscheidungen leiten.
Die Alternative: persönliche Marke und Kontakte
Gegenüber dem Auktionsmarkt zeichnet sich ein anderer Weg ab. Wer auf diesen Plattformen Aufträge vergeben hat, empfiehlt dem Freelancer persönliche Kontakte und den Aufbau einer eigenen Marke: Viele Kunden wissen nicht, was sie wollen, und auf Distanz kommuniziert man schlechter und wird schlechter bezahlt. Eine weitere Option ist die Nischenspezialisierung, wie im Fall eines Entwicklers, der sein technisches Handbuch in ein Buch in mehreren Sprachen verwandelte und davon sowie von Kooperationen mit Unternehmen lebt.
Die komplette Rechnung – mit dem Schnitt der Plattform, den investierten Stunden für Gebote und dem Wechselkurs – lässt eine Marge übrig, die jeden überrascht, der davon leben will. Es taugt zum Üben, zum Überbrücken eines schwachen Monats oder zum Testen einer Nische. Als Ersatz für ein Gehalt bricht die Geschichte zusammen.
Die Prognose mit Vorbehalt: Solange der Euro stark bleibt und das globale Angebot an technischen Arbeitskräften nicht schrumpft, werden diese Plattformen ein Zusatzverdienst bleiben und kein Plan. Außer für den, der in einer sehr konkreten Nische landet und sich außerhalb der Auktion zu verkaufen weiß. Dort, vielleicht, lässt sich Geschäft machen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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