Frau in Spanien wegen Rosenkranzgebets an Ferraz-Parteizentrale festgenommen

Eine Frau wurde beim Beten des Rosenkranzes vor der PSOE-Zentrale in Madrid festgenommen. Kritiker sehen eine Ungleichbehandlung bei der Anwendung von Versammlungsgesetzen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Frau in Spanien wegen Rosenkranzgebets an Ferraz-Parteizentrale festgenommen
Frau mit Handschellen gefesselt für Rosenkranzgebet vor Ferraz

Eine Frau, die an einem zum Rosenkranzbeten einberufenen Treffen vor dem sogenannten "Sanktuarium" in der Calle Ferraz teilnahm, wurde festgenommen und in Handschellen gelegt. Die Szene ereignete sich, nachdem ein Polizeiaufgebot den Teilnehmern mitgeteilt hatte, dass sie an diesem Ort nicht beten dürften und mit einer Geldbuße rechnen müssten, so die Berichte der Organisatoren. Zwischen dem Recht auf Religionsfreiheit und den Befugnissen des Regierungsvertreters (Delegado del Gobierno) für die öffentliche Ordnung im Straßenraum hat dieser Vorfall einen alten Konflikt neu entfacht, diesmal mit einer Protagonistin, deren Hände unbeweglich waren.

Was beim Rosenkranzgebet an der Ferraz geschah

Der Einsatz fand wenige Minuten vor Beginn des Gebets statt. Rund zwanzig Beamte, angeführt von einem Inspektor, erschienen am Ort und fragten nach dem Organisator, nannten ihn beim Namen und teilten ihm mit, das Gebet könne dort nicht abgehalten werden. Die Sequenz, wie sie von den Verantwortlichen Schritt für Schritt geschildert wird, umfasst die Warnung vor einer Bußgeldverhängung und die Aufforderung, die Versammlung aufzulösen.

In diesem Kontext wurde eine der betenden Personen festgenommen und in Handschellen gelegt. Der Widerspruch, den Anwesende betonen, ist offensichtlich: Eine Kirchgängerin, die laut Beschreibungen keine aggressive Haltung zeigte, wurde von mehreren Beamten überwältigt. In sozialen Netzwerken kursiert ein Vergleich mit dem Jahr 1936, eine rhetorische Parallele, die zwar keine Beweise liefert, aber das Klima widerspiegelt.

Artikel 11 ja, Artikel 10 nein: Die angeführte Rechtsgrundlage

Der Regierungsvertreter rechtfertigte die Entscheidung mit Artikel 11 des Gesetzes über Versammlungen, der Verbote erlaubt, wenn eine Störung der öffentlichen Ordnung vermutet wird. Für Leser des vollständigen Textes ist es bemerkenswert, dass Artikel 10 desselben Gesetzes nicht erwähnt wird.

Die zentrale Frage ist elementar: Kann das Rosenkranzbeten Störungen der öffentlichen Ordnung mit Gefahr für Personen oder Sachen verursachen? Diese Formulierung wird in vielen Nachrichten ironisch wiedergegeben, indem man die Absurdität durch Fragen wie "Und Husten?", "Und Niesen?", "Und Lächeln?" hervorhebt. Die juristische Antwort ist nicht abschließend geklärt, und hier verwickelt sich die Sache.

Religionsfreiheit oder Gebet mit politischer Absicht?

Hier spaltet sich die Analyse in zwei Lager. Ein Teil argumentiert, dass der Aufruf kein Glaubensbekenntnis sei, sondern eine stark politisch gefärbte Handlung, verankert in Protesten vor der sozialistischen Parteizentrale, und dass das Beten genau an diesem Ort das Gebet zu einem Werkzeug der Konfrontation mache. Der andere Teil entgegnet, dass niemand gefragt wird, warum er betet: Das Recht auf Religionsfreiheit verlangt keine Erklärung der Intention.

Das mittlere Argument ist das unbequemste. Es wird anerkannt, dass das Gesetz Versammlungen aus Sicherheitsgründen untersagen kann – dies geschieht in Madrid, Paris und Moskau –, und es wird eingeräumt, dass ohne die vorherige politische Spannung diese Gläubigen wahrscheinlich nicht dort zusammengekommen wären. Daraus folgt jedoch nicht, dass Beten an sich Ungehorsam darstellt, der mit Handschellen bestraft werden kann.

Identifizierungen, Dienstnummern und kostenlose Rechtsverteidigung

Der Vorfall endete nicht nur mit einer Festnahme. Bilder wurden verbreitet, die zeigen, wie Beamte einen jungen Mann identifizieren, weil er in der Zone den Rosenkranz las, ein Verfahren, das den Verdacht nährt, dass Teilnehmer namentlich verfolgt werden. Dies ist genau der Punkt, der am meisten stört: das Gefühl, wegen des Betens aktenkundig zu werden.

Abogados Cristianos kündigte an, die Verteidigung von Personen, deren Recht auf Religionsfreiheit verletzt wird, kostenlos zu übernehmen, und bat Betroffene, die Dienstnummern der Beamten zu notieren. Die Empfehlung hat prozessuale Logik: Ohne Identifikation des Beamten bleibt die Beschwerde wirkungslos. Parallel dazu kündigte ein anderer Akteur an, zur gleichen Zeit am selben Ort niederzuknien, mit der Warnung, dass sie alle festnehmen müssten.

Der kritisierte doppelte Maßstab und der demografische Hintergrund

Ein Teil des Unmuts richtet sich nicht gegen das Gesetz selbst, sondern gegen seine ungleiche Anwendung. Es wird argumentiert, dass andere religiöse Ausdrucksformen im öffentlichen Raum nicht mit derselben Sorgfalt verhindert werden, und einige Beiträge verweisen auf Fotos von Migranten in Ceuta mit Kleidung, die der Guardia Civil ähnelt, veröffentlicht von Vozpópuli, um die wahrgenommene Asymmetrie zu illustrieren. Dies ist ein Vergleich, der ohne unabhängige Überprüfung angestellt wird und mit Vorsicht zu lesen ist.

Unter all diesem liegt eine demografische Debatte, die über den Fall hinausgeht. Ein Teilnehmer behauptet, dass praktizierende Katholiken in Spanien weniger als 20 % ausmachen und andere Konfessionen wachsen, insbesondere durch den spanischsprachigen Markt. Das merkwürdige Detail ist die Abschweifung nach Utah und dessen Bevölkerungsstruktur, unter Berufung auf Zensusdaten von 2020 eines anderen Nutzers: 75 % nicht-hispanische Weiße, 15,1 % Hispanics, 3 % Asiaten. Ein Faktum, das in die Diskussion einfließt und technisch nichts über das Rosenkranzgebet an der Ferraz erklärt.



Der genaue Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät, ist immer derselbe: Niemand hat bisher per richterlicher Entscheidung festgelegt, ob ein öffentliches Gebet unter die Störung der öffentlichen Ordnung fällt oder nur unter den Artikel, den der Regierungsvertreter nicht zitierte. Bis dahin wird die Diskussion um ein Foto kreisen: eine Frau in Handschellen, weil sie gebetet hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (263 Antworten).

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