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JUPOL: Politische Anweisungen bei Vuelta – Rücktrittsforderungen
Die Gewerkschaft JUPOL wirft der spanischen Regierung vor, politische Weisungen hätten die Polizei an einer Intervention gegen propalästinensische Proteste bei der Vuelta a España gehindert.
JUPOL fordert Rücktritt von Sánchez, Marlaska und dem Regierungsbeauftragten
Die größte Gewerkschaft der Policía Nacional (Nationalpolizei) behauptet, das letzte Etappe der Vuelta a España sei nicht wegen mangelnder Ressourcen verloren gegangen, sondern aufgrund einer politischen Entscheidung. JUPOL meldet einen „Befehl zum Nicht-Eingreifen“, während sich die propalästinensischen Proteste am Sonntag, den 14. September, über den Paseo de la Castellana ausbreiteten. Die Gewerkschaft forderte den Rücktritt von Präsident Pedro Sánchez, Innenminister Fernando Grande-Marlaska und Francisco Martín, dem Delegierten der Regierung in Madrid. Offizielle Bilanz: 22 verletzte Beamte und eine abgesagte Etappe.
Was JUPOL bezüglich des Sicherheitsdispositivs bei der Vuelta kritisiert
Die Anschuldigung der Gewerkschaft stützt sich auf drei Punkte. Der erste ist der Rückzug. JUPOL erklärt, Bilder zeigten, wie sich die Beamten im Moment höchster Spannung in Reihe und mit dem Rücken zu den Demonstranten zurückzogen, als Absperrungen fielen und die öffentliche Sicherheit gefährdet war. „Wir drehen einem Konflikt nie den Rücken“, betonen Quellen der Organisation.
Der zweite Punkt betrifft das Material. Die Bereitschaftspolizei konnte ihre Schutzausrüstung nicht rechtzeitig einsetzen, da die Genehmigung laut Gewerkschaft zu spät kam. Der dritte Punkt ist die Anzahl der Einsatzkräfte: Im Gegensatz zur offiziellen Darstellung hält JUPOL das Dispositiv für „deutlich unzureichend“ angesichts einer Situation, die sich Etappe für Etappe zuspitzte. Die Rundfahrt war wochenlang von Protesten begleitet, und Madrid war das vorhersehbare Ziel.
Marlaska verteidigt das Dispositiv: „Absolut ausreichend“
Der Innenminister trat am Montag mit einem Vergleichsargument auf: Der Einsatz in Madrid sei vergleichbar mit dem bei der NATO-Konferenz 2022 gewesen. „Absolut ausreichend“, sagte er. Marlaska gratulierte den Sicherheitskräften zur Bewältigung einer „komplexen“ Situation unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit und hob die verletzten Beamten hervor, denen er schnelle Genesung wünschte. In ähnlicher Weise verteidigte der Regierungsbeauftragte die Ansicht, dass die Zwischenfälle „sehr punktuell“ waren und „effizient“ gelöst wurden.
Ein Detail trübt diesen Vergleich. Der NATO-Gipfel wurde monatelang im Voraus geplant und hatte ein geschlossenes Perimeter; eine Radrennetappe mitten in der Stadt mit mobilen Demonstranten ist ein anderes Problem. Die Regierung hat nicht erklärt, warum das operative Konzept von 2025 das von 2022 replizieren sollte, abgesehen von der Ähnlichkeit des Schauplatzes.
Die unbesetzte Stelle und die Befehlskette
JUPOL hat gefordert, den polizeilichen Verantwortlichen des Einsatzes zu identifizieren. Dies ist keine Laune: Die Position des Generalkommissars für Öffentliche Sicherheit in Madrid war vakant, weil die benannte Person ihr Amt noch nicht angetreten hatte. Mit anderen Worten: Der oberste technische Kommandeur des Dispositivs war nicht ernannt, als das Ereignis begann.
Dies passt zu dem, was Polizeiverbände seit Jahren wiederholen: Die politische Führung entscheidet über operative Fragen, die eigentlich technischen Kommandeuren obliegen. Die Debatte ist nicht neu, aber die Vuelta hat ihr eine enorme Bühne und ein konkretes Datum gegeben.
Von der gewerkschaftlichen Beschwerde zum politischen Kampf
Die Reaktion auf das Communiqué zeigt zwei Lager, die kaum gemeinsame Fakten teilen. Ein Sektor liest die Beschwerde als Bestätigung dafür, dass die Regierung das Bild der Proteste der öffentlichen Ordnung vorzog, und verknüpft dies mit den Worten von Sánchez vom Samstag, als er seine „Bewunderung für ein Volk wie das spanische ausdrückte, das sich für gerechte Ursachen wie die Palästinas mobilisiert“. Nach dieser Lesart war die Botschaft an die Straße, dass kein Durchgreifen erfolgen sollte. In diesem Narrativ wurden auch Berichte angeführt, die verbotene Gruppen aus anderen Ländern mit den Organisatoren des Boykotts in Verbindung bringen, was jedoch bisher von keiner Justizinstanz bestätigt wurde.
Das andere Lager hinterfragt den Absender, bevor es auf den Inhalt eingeht. JUPOL, so wird erinnert, ist eine Gewerkschaft mit bekannter politischer Affinität, und ihre Version repräsentiert nicht alle Beamten des Korps. Es wird auch betont, dass eine Gewerkschaftsorganisation nicht für die gesamte Belegschaft spricht, selbst wenn sie mehrheitsfähig ist: Ihre Stellungnahme auf „die Polizisten“ zu extrapolieren, ist für diese Strömung ein journalistischer Kurzschluss.
In der Mitte bleibt eine unbequeme Tatsache für alle. Wenn das Dispositiv ausreichend war, warum gab es dann 22 Verletzte? Und wenn es unzureichend war, wer entschied, es nicht aufzustocken?
Warum wird eine Polizeigewerkschaft politisiert?
Der grundlegende Einwand betrifft die Repräsentativität. Bei den letzten Gewerkschaftswahlen im Korps, so einige Stimmen, erhielt JUPOL eine Unterstützung ähnlich der anderer Organisationen, was die Schlagzeile „die Polizisten beschweren sich“ relativiert. Dies ist kein geringfügiger Unterschied: Er verwandelt einen arbeitsrechtlichen Konflikt in einen Blockstreit.
Gleichzeitig hat es seine eigene Falle, einer Mehrheitsgewerkschaft aufgrund ihrer politischen Linie die Stimme zu verweigern. Wenn eine Gruppe nur glaubwürdig ist, wenn sie mit dem Zuhörer übereinstimmt, wird jede interne Beschwerde im Vorhinein entkräftet. Das Ergebnis ist eine Polizei, die je nach Tagesordnung von einigen als Hammer und von anderen als diskreditiert genutzt wird.
Was jetzt mit der Vuelta und dem Dispositiv passiert
Die von JUPOL geforderten Rücktritte werden nicht eintreten: Kein Minister tritt aufgrund einer Notiz einer Gewerkschaft zurück. Wahrscheinlich wird die Angelegenheit zu einer parlamentarischen Anfrage, einer Kommission oder einem internen Bericht führen, dessen vollständige Fassung wohl nie ans Licht kommt. Der Ausgang wird höchstwahrscheinlich nicht vor Gericht entschieden, sondern im nächsten TV-Duell.
Es bleibt eine offene Frage, die wirklich zählt und niemand beantwortet hat: Gab es einen Befehl zum Nicht-Eingreifen, oder gab es einfach eine Befehlskette ohne benannten Verantwortlichen? Dies sind zwei unterschiedliche Erklärungen, beide schlecht, und die Regierung hat noch nicht gewählt, welche sie verteidigen will. Wenn sich dieses Muster bei der nächsten bedeutenden Radsportveranstaltung wiederholt, wird die Rechnung nicht nur eine Etappe betreffen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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