Vier Millionen Sozialwohnungen und eine Rate von 330 Pesetas
Vier Millionen Sozialwohnungen in vierzehn Jahren. Eine monatliche Rate von 330 Pesetas. Diese Zahl wird oft als Argument gegen aktuelle Diagnosen der Wohnungskrise angeführt: Wenn man 1963 ein Apartment mit einem zinsfreien Kredit über 80% des Kaufpreises und einer Laufzeit von 50 Jahren erhalten konnte, liegt das Problem nicht am Mangel an Ressourcen, sondern an der Verteilungsmacht. Die These hinter diesem Argument hat jedoch, wie fast alles, mehr Facetten als eine Broschüre.
Zwischen 1961 und 1975 errichtete der Staat, nach den oft zitierten Zahlen, mehr als vier Millionen Sozialwohnungen, die von den Bewohnern meist in acht oder zehn Jahren abbezahlt wurden. Der Vergleich mit dem freien Markt ist unvermeidlich und gerade deshalb sollte er genau betrachtet werden, bevor er zum Dogma wird.
Was deckte der zinsfreie 50-Jahres-Kredit über 80% ab?
Der Fall, der diesen Vergleich stützt, ist ein Kredit aus dem Jahr 1963: 80% des Gesamtpreises, amortisierbar über 50 Jahre, ohne Zinsen und mit 330 Pesetas monatlicher Rate. Hier beginnen die Nuancen. Einige Experten, die das Dokument analysiert haben, weisen darauf hin, dass eine Anzahlung das ist, was vorab bezahlt wird, nicht das, was finanziert wird; wenn 80% kreditfinanziert waren, hätte der Käufer die restlichen 20% bar bezahlen müssen, und für diesen Teil gibt es im Inserat keinen klaren Nachweis.
Die Zahlungsmechanik war anders. Bankhypotheken, wie wir sie heute kennen, waren damals selten: Man kaufte mit Wechseln, die an das Bauunternehmen ausgestellt wurden – eher eine persönliche Verpflichtung als ein Finanzprodukt. Wer einen Wechsel mit festem Satz unterschrieb, band sich an eine Rate, die niemals sank, weder durch Inflation noch durch Lohnsteigerungen. Manche führen die Verbreitung der modernen Hypothek auf die Finanzreformen der 1980er Jahre zurück.
Waren die unter Franco gebauten Sozialwohnungen schlecht?
Nach heutigen Standards eindeutig nein. Zeugnisse von Menschen, die dort aufgewachsen sind, beschreiben Flure, in denen kein Fahrrad wenden kann, Wände ohne Luftschicht, minimale Wohnflächen und Standardqualitäten. Die meisten Blöcke hatten keinen Aufzug, aber das war kein spezifisch spanisches Phänomen: In den 60er und 70er Jahren wurde ein Großteil der europäischen mittelhohen Bebauung so errichtet.
Das verblüffende Faktum ist ein anderes: Dieselben Siedlungen stehen seit sechzig oder siebzig Jahren und lassen sich problemlos verkaufen. Manche besitzen eine Wohnung aus dieser Zeit nahe dem Zentrum einer Hauptstadt und schätzen sie auf 180.000 Euro, mit Originalstruktur und Renovierungen bei Dämmung und Fenstern. Die Kritik am sozialen Wohnungsbau scheitert immer an diesem Punkt: Sie waren nicht gut, aber sie waren da, als der freie Markt nichts anzubieten hatte.
Freie Wohnungen kosteten deutlich mehr
Hier ist der Kontrast härter. Im Gegensatz zu zinsfreien Sozialkrediten beziffern manche Quellen die Zinssätze für freie Wohnraumdarlehen auf etwa 40% pro Jahr. Diese Zahl kommt ohne Aufschlüsselung und sollte als das behandelt werden, was sie ist: eine Größenordnung, die kursiert, kein zertifizierter offizieller Satz. Aber die Richtung des Arguments stimmt: Der Zugang zu geschütztem Wohnraum war eine Ausnahme in einem teuren Markt mit knapper Finanzierung.
Von der billigen Wohnung zur Weiterveräußerung zum Marktpreis
Die Kritik, die am besten gealtert ist, richtet sich nicht gegen den Franquismus, sondern gegen das, was danach kam. Ein großer Teil dieses geschützten Bestands landete in privaten Händen und wurde zum Marktpreis weiterverkauft, ohne den Gewinn an die öffentliche Kasse zurückzuführen. Wer zu einem lächerlichen Preis kaufte, verkaufte Jahrzehnte später zum aktuellen Gebietswert. Die Schlussfolgerung, die einige ziehen, ist unbequem: Der Fehler war nicht der Bau von Sozialwohnungen, sondern die Entscheidung, sie nicht länger als öffentliches Gut zu betrachten und sie in ein Anlageobjekt umzuwandeln.
Der andere Aspekt ist die Mietregulierung. Ohne Altverträge, die Spekulation entmutigen, und ohne Schutz vor ausländischer Investition, sagen Kritiker, hält keine Wohnungspolitik stand. Dass dieses Rezept damals von einem autoritären Regime verteidigt wurde, macht es nicht automatisch falsch.
Steuern, Bargeld und Häuser ohne Baugenehmigung
Ein Detail, das in fast alle Vergleiche einfließt: die tatsächliche Steuerlast. Wohnungen wurden oft mit nicht deklariertem Bargeld gekauft, und viele Transaktionen erreichten das Finanzamt nie. Auf bestimmten Grundstücken konnte man ein Haus ohne Architektenplan, ohne Genehmigung und ohne Rechenschaftspflicht errichten. Keine dieser Erleichterungen war ein Recht: Es war das Ergebnis schwacher Verwaltung und eines Steuersystems, das lange nicht so effektiv war wie heute. Das Billige von damals wurde auch damit bezahlt.
Die zwei Millionen, die gingen, und die Statistik, die niemand erklärt
Das offensichtlichste Gegenargument lautet: Wenn das Leben so gut war, warum wanderten etwa zwei Millionen Spanier aus, während die Bevölkerung des Landes um mehr als vierzehn Millionen wuchs? Man wandert aus, wenn das Gehalt zu Hause nicht reicht, und in den 60er Jahren reichte es nicht.
Was die Aufmerksamkeit erhöht hat, ist die Volkszählung. Von den in Konsulaten registrierten Spaniern sind laut verfügbaren Daten 70% außerhalb Spaniens geboren und 30% innerhalb Spaniens. Daraus lässt sich wenig ableiten: Im Ausland geboren zu sein bedeutet nicht unbedingt, dass man nach Spanien eingewandert und wieder ausgewandert ist; auch Kinder spanischer Emigranten werden registriert. Die jährlichen Abwanderungsströme schwanken in der meist zitierten Serie zwischen 350.000 und 450.000 Personen, davon 30% Akademiker und 20% mit post-sekundärer Bildung. Wie viele davon Einheimische ohne vorherige Migrationsbindung sind, bleibt unklar.
Und es bleibt die Frage, die verwirrt: Wenn der Zugang zu Wohnraum damals so viel besser war, warum fällt der Vergleich mit Alfons XIII. und den Billigwohnkolonien von 1921 – Reihenhäuser, die nach einigen Schätzungen heute in Madrid fast eine Million kosten – fast immer zugunsten der Vergangenheit aus?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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