Forumsteilnehmer klagen über Zensur: gelöschte Beiträge und schwarze Listen

Teilnehmer eines Forums berichten über gelöschte Nachrichten und gesperrte Konten und vermuten ein automatisches Filtersystem sowie schwarze Listen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forumsteilnehmer klagen über Zensur: gelöschte Beiträge und schwarze Listen
Forumsteilnehmer klagen über Zensur: gelöschte Beiträge und schwarze Listen

Überwachung und Zensur in Internetforen sind kein Verdacht mehr, sondern eine unangenehme Gewissheit. Ein ursprünglicher Beitrag, der auf einen Thread eines bekannten Wirtschafts- und Nachrichtenforums verlinkte, verschwand spurlos. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Wir sind auf einige Probleme gestoßen. Das angeforderte Thema konnte nicht gefunden werden, es wurde wahrscheinlich gelöscht." Was wie ein technischer Fehler aussah, wurde schnell zu einer direkten Anschuldigung: „Das ist SEHR ernst. Zur Zensur. Zur Erstellung schwarzer Listen. Um der Regierungs-Clique zu melden."

Gelöschte Beiträge und der Schatten des europäischen Gesetzes

Die Debatte machte schnell die Verantwortlichen aus. Der Digital Services Act der Europäischen Union, dessen Punkt der Nichtumkehr im März 2026 liegt, wurde als der rechtliche Rahmen genannt, der diese Überwachung legitimiert haben soll. „Dieses Thema entstand im März 26 mit dem europäischen Digitaldienste-Gesetz. Wir haben nichts unternommen, und jetzt seht ihr es deutlich, obwohl die Sache schon zwei Jahre zurückliegt", stellte ein Teilnehmer fest. Das Gefühl, dass das Forum seit Jahren von Geheimdiensten wie dem spanischen CNI unterwandert ist, lag über der gesamten Diskussion.

Die von den Teilnehmern beschriebene Mechanik der Zensur ist nicht die der alten Moderatoren, sondern etwas Subtileres und Automatisches. Die Rede ist von einem System, das Nachrichten mit bestimmten Wörtern oder Phrasen filtert, sie an bestimmte Postfächer weiterleitet und mit gewisser Aufsicht präventive Maßnahmen ergreift. „Es filtert wahrscheinlich Nachrichten mit bestimmten Wörtern oder Phrasen, die an bestimmte Postfächer gesendet werden und präventive Maßnahmen ergreifen", erklärte ein Teilnehmer. Andere gingen weiter und behaupteten, es gebe „CMs und Trolle, die im Voraus bezahlt werden, um das Forum zu destabilisieren, Propaganda zu verbreiten und viel Traffic zu erzeugen."

Persönliche Erfahrungen: gelöschte Beiträge und gesperrte Konten

Die Theorie stützt sich auf konkrete Erfahrungen. Mehrere Teilnehmer berichteten, wie ihre Nachrichten zur Überprüfung zurückgehalten und unveröffentlicht sowie für alle anderen unsichtbar blieben und wie ihre Konten ohne Erklärung gesperrt wurden. „Sie hatten einen MODERATOR, der meines Erachtens der OP des Threads selbst war, deshalb sage ich, dass es wie eine Subunternehmer-Firma aussah", erzählte ein Teilnehmer, der angab, nach dem Löschen seiner Beiträge gleich dreimal in Folge gebannt worden zu sein. Das Gefühl der Willkür ist vollständig: „Vor ein paar Tagen habe ich eine Nachricht gelöscht, die ich gar nicht geschrieben hatte. Nichts ist mehr wie vorher."

Das Gespräch driftete zur Existenz schwarzer Listen und zur Zusammenarbeit mit der Regierung. Eine Studie des CNI (spanischer Geheimdienst) wurde erwähnt, die Verschwörungstheoretiker, Dissidenten und Leugner über eine Datenbank verfolgen soll. Auch die Ironie kam nicht zu kurz: „Weiß Garzón davon?", fragte sich ein Teilnehmer. Die Antwort auf die Überwachung ist für manche Resignation: „Über was beschwert ihr euch jetzt eigentlich? Was habt ihr erwartet? Wundert ihr euch?"



Zensur in Foren ist keine Theorie mehr. Sie ist eine Praxis, die von denen dokumentiert wird, die sie erleiden. Die Frage ist nicht, ob sie existiert, sondern wer sie ausübt und zu welchem Zweck. Mit dem Digital Services Act im Hintergrund verschwimmt die Grenze zwischen Moderation und ideologischer Kontrolle. Und währenddessen verschwinden weiterhin Nachrichten.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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