Forumsnutzer vergleicht Seat Ibiza: in Spanien 1.300 € teurer als in Deutschland

Ein Forumsnutzer vergleicht den Seat-Konfigurator: Der Ibiza Reference kostet in Spanien 1.300 € mehr als in Deutschland. Auch der Golf GTI ist dort günstiger, laut den Daten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forumsnutzer vergleicht Seat Ibiza: in Spanien 1.300 € teurer als in Deutschland
Dasselbe Auto, 1.300 Euro teurer als in Deutschland

Derselbe Seat Ibiza Reference, der im spanischen Konfigurator mit 12.950 Euro ausgewiesen wird, steht im deutschen für 11.650 Euro – das hat ein Forumsnutzer festgestellt, der beide Konfiguratoren geöffnet hat. Das sind 1.300 Euro Unterschied, oder anders gesagt: 216.301 der alten Peseten, für ein Fahrzeug, das eine spanische Fabrik verlässt und für den Verkauf in Deutschland halb Europa per Lkw durchqueren muss. Das Paradoxon ist nicht neu, aber jedes Mal, wenn jemand beide Konfiguratoren nebeneinander öffnet und vergleicht, schmerzt es aufs Neue.

Der internationale Preisvergleich von Autos ist ein riskantes emotionales Unterfangen. Laut den im Thread kursierenden Daten kostet derselbe Golf GTI, der in Spanien 27.990 Euro kostet, in Deutschland 25.415 Euro, in den USA 16.527 Euro und in Dänemark 55.999 Euro. Das Muster, das sich in diesen Zahlen zeigt: Je weiter nördlich und je reicher das Land, desto billiger das Auto; je weiter südlich und je knapper die Kasse, desto teurer. Mit einer auffälligen Ausnahme: Auf den Kanarischen Inseln kostet derselbe Golf 24.686 Euro, 3.304 Euro weniger als auf dem spanischen Festland.

Warum ist ein in Spanien gebautes Auto in Deutschland billiger?

Manche verweisen auf die Steuern. In Deutschland gibt es keine Zulassungssteuer wie die spanische, die je nach Emissionen den Preis eines Fahrzeugs um 4,75 % bis 14,75 % erhöhen kann. Aber die Steuer erklärt nicht alles: Würde der Höchstsatz auf einen Ibiza für 11.650 Euro angewendet, würde die Differenz halbiert, nicht beseitigt. Und beim Golf GTI übersteigt der Abstand zu Deutschland 2.500 Euro – weit mehr, als die Besteuerung rechtfertigen würde.

Andere halten den spanischen Markt logistisch für unterentwickelt: kleine, ineffiziente Händler mit hohen Kosten und ein Güterbahnnetz, das bewusst verfallen gelassen wurde, während Kilometer an Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut wurden. Die Folge dieser These zufolge: Ein Auto an irgendeinen Punkt Spaniens zu liefern kostet mehr als nach Deutschland, obwohl das Auto in Martorell gebaut wird. Wieder andere verweisen auf monopolistische Absprachen zwischen Marken und Händlern, die künstlich hohe Margen in abgeschotteten Märkten ermöglichten.

Das Autohändler-Geschäft: Margen, Rabatte und Tricks

Der Listenpreis im Konfigurator ist nur der Ausgangspunkt. Die Händler gewähren Rabatte, die in Krisenzeiten aggressiv ausfallen können, aber selten an den deutschen Preis heranreichen. Ein Händler der alten Schule gestand vor Jahren laut einem Forumsnutzer, pro verkauftem Auto im Schnitt 300.000 Peseten verdient zu haben – bei einem Neuwagen pro Tag. Heute sei die Marge zusammengeschmolzen, heißt es im Thread, aber der Abstand zu Deutschland bleibt.

Zur Trickserei der Branche gehören Marken-übergreifende Händler, die ganze Flotten in dem europäischen Land kaufen, wo das Modell am günstigsten ist, und sie in Spanien mit scheinbarem Rabatt weiterverkaufen. Der Käufer glaubt, einen Schnapp gemacht zu haben, zahlt in Wahrheit aber den spanischen Aufpreis minus ein kleines Stückchen. Die Praxis ist legal, zeigt aber, wie sehr der spanische Markt vom europäischen abgekoppelt ist.

In Deutschland kaufen und in Spanien zulassen: Lohnt sich das?

Die kurze Antwort lautet ja, aber mit Einschränkungen. Ein Auto aus der EU umzumelden ist eine bürokratische Plackerei, keine Unmöglichkeit. Der Prozess erfordert einen Gang zum Finanzamt (Hacienda), um die Doppelbesteuerung der Mehrwertsteuer zu vermeiden, das Bestehen der Import-HU (ITV) und die Zulassung bei der Verkehrsbehörde (Tráfico). Die Gesamtkosten liegen je nach Fahrzeug bei etwa 1.000–3.000 Euro, was bei einem billigen Auto einen Großteil der Ersparnis auffrisst, bei Oberklassemodellen aber unberührt bleibt.

Die komplette Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt nach Transport, Steuern, Abnahme und Formalitäten, ergibt eine Differenz, die jeden überrascht, der sie zum ersten Mal anstellt. Bei einem einfachen Ibiza bleibt als Nettogewinn vielleicht ein paar hundert Euro übrig – das entschädigt kaum für den Zeitaufwand. Bei einem BMW 3er übersteigt die Differenz zwischen den spanischen 40.400 Euro und den 28.400 Euro, die dasselbe Modell in den USA kostet, 12.000 Euro, und da kippt die Rechnung komplett.

Der amerikanische Fall: BMW baut in South Carolina

Der Vergleich mit den USA hat einen Haken. BMW hat ein Werk in Spartanburg, South Carolina – das einzige der Marke auf dem amerikanischen Kontinent. Der 328i, der dort für 36.500 Dollar verkauft wird, überquert nicht den Atlantik: Er wird wenige Kilometer vom Händler entfernt gebaut. Trotzdem kostet der Atlantiktransport eines Autos für Privatpersonen rund 2.000 Euro, für ein Unternehmen, das ganze Schiffe füllt, die Hälfte – was die 12.000 Euro Differenz nicht erklärt.

Der Faktor, der tatsächlich ins Gewicht fällt, sind die Steuern. In Spanien trägt jedes Auto mit nennenswerter Leistung laut Thread 30–50 % Abgaben durch Zulassungssteuer, Mehrwertsteuer und sonstige Abgaben. Die Ironie: Porsche mit 250 PS zahlen dank einer ihnen begünstigenden steuerlichen Einstufung nur 9 % Zulassungssteuer. Das Ergebnis ist ein Markt, in dem das Gebrauchtauto wie ein Luxusgut besteuert wird und der echte Sportwagen wie ein Kleinstwagen.

Die Wahrnehmung der spanischen Käufer: mehr zahlen für dasselbe

Manche behaupten, spanische Käufer schätzten Seat mehr als deutsche. Hier wäre man bereit, für einen Ibiza genauso viel zu zahlen wie für einen 207 oder Corsa; in Deutschland nicht. Diese Zahlungsbereitschaft für ein heimisches Produkt, kombiniert mit mangelndem echtem Wettbewerb unter den Händlern und dem Fehlen effizienter Transportalternativen, stütze den Aufpreis.

Die Wahrnehmung erstreckt sich auf andere Produkte. Ein nach Deutschland ausgewanderter Spanier kaufte Kartoffeln aus Carmona in seinem deutschen Supermarkt billiger als in Spanien, erzählte ein Forumsnutzer. Orangen reisen von Valencia nach Deutschland und werden dort günstiger verkauft, heißt es im Thread. Die Differenz ist keine Besonderheit des Automobilsektors: Sie ist ein Muster des spanischen Markts, wo der Handel Kostenschichten hinzufügt, die in anderen Ländern längst abgeschafft sind.

Was mit dem Preisgefälle passieren kann

Der Druck der Käufer, die online Preise vergleichen, und die Konkurrenz der markenübergreifenden Händler erodieren den Aufpreis langsam, heißt es im Thread. Es ist absehbar, dass sich die Schere in den nächsten Jahren schließt, aber sie wird nicht verschwinden, solange die Zulassungssteuer die Leistung bestraft und die Distributionslogistik nicht modernisiert wird. Die Prognose, mit allen Vorbehalten: Der spanische Markt wird sich durch die Fakten an den europäischen angleichen – nicht durch die Politik.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (57 Antworten).

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