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Forum-Analyse: Kiew-Eroberung erfordert fünf Angreifer pro Verteidiger
Ein Forum-Nutzer schätzt, dass die Einnahme von Kiew fünfmal mehr Soldaten erfordern würde als dort verteidigend stationiert sind. Vergleiche mit Berlin und Falludscha verdeutlichen die Dimension.
In dem Thread wird eine Berechnung eines Teilnehmers wiederholt: Bei einer urbanen Belagerung bräuchte der Angreifer fünfmal so viele Truppen wie der Verteidiger. Auf Kiew angewendet widerlegt diese Relation jede Prognose eines schnellen Sieges. Die Hauptstadt würde nach dieser Schätzung etwa die Hälfte des gesamten russischen Kontingents an der Front binden. Daraus folgt die Schlussfolgerung des Autors: Bislang gab es offenbar keine Absicht, eine Großstadt zu stürmen.
Was die Einnahme der ukrainischen Hauptstadt erfordert
Kiew ist kein gewöhnlicher logistischer Knotenpunkt. Es ist die politische Hauptstadt, das Symbol, das der gesamten Operation Sinn verleiht, und der Ort, an dem man sich – falls überhaupt – zu Verhandlungen treffen würde. Diese Mischung aus symbolischem Gewicht und begrenztem militärischem Wert spaltet die Prognosen. Für manche würde die Eroberung die Regierung zur Flucht oder Kapitulation zwingen und einen psychologischen Effekt haben, den kein Geländegewinn erreichen kann. Für andere ist es reine Inszenierung: Eine große Stadt verschlingt ganze Bataillone und bindet sie fernab der entscheidenden Schauplätze. Die im Thread genannte Zahl ist grob: Nach dieser Berechnung würden allein für Kiew etwa die Hälfte der in der Ukraine eingesetzten russischen Truppen benötigt. Die Image-Operation funktioniert in beide Richtungen.
Berlin 1945 und Falludscha: Die genannten Präzedenzfälle
Der Vergleich mit Berlin im Jahr 1945 taucht isoliert auf. Laut einem Teilnehmer hatte die deutsche Hauptstadt eine ähnliche Bevölkerungszahl wie das heutige Kiew, und die Rote Armee benötigte 1,5 Millionen Soldaten, um sie einzukesseln und Straße für Straße einzunehmen, mit kontinuierlicher Artillerievorbereitung und enormen menschlichen Kosten auf beiden Seiten. Die Parallele hat Grenzen: Die aktuelle Feuerkraft ist deutlich höher, ebenso die Fähigkeit, jede Explosion live zu übertragen. Der Zweifel desselben Teilnehmers richtet sich darauf, ob Moskau bereit ist, diesen Preis für eine Hauptstadt zu zahlen, die er als mythische Kernstadt der russischen Nation ansieht und deren weltweit übertragene Zerstörung seine Verbündeten möglicherweise nicht akzeptieren würden.
Der andere genannte Präzedenzfall ist Falludscha: Laut einem anderen Teilnehmer dauerte die Belagerung zwei Wochen und erforderte 15.000 Soldaten.
Andere Prioritäten: Charkiw, Donbas und Odessa
Im Gegensatz zum Szenario der Hauptstadt ordnet ein anderer Teilnehmer die Prioritäten anders. Die Einnahme von Charkiw abzuschließen, die eingekesselten Einheiten im Donbas zu vernichten oder gefangen zu nehmen, die Linie des Dnepr zu konsolidieren, Moldau zu erreichen und Odessa einzunehmen, wären militärisch sinnvolle Ziele. Kiew sei in diesem Schema ein politisches Objekt, das man später erledigen könne. Manche behaupten, die Landung in Odessa werde vor jedem Angriff auf die Hauptstadt erfolgen, und Kiew bleibe – wenn überhaupt – für den Schluss übrig. In dieser Logik wiegt die Schließung der Donbas-Tasche schwerer als jede Flagge, die über der Hauptstadt gehisst wird.
Die drei Phasen der beschriebenen Belagerung
Das Drehbuch eines Teilnehmers für einen gestaffelten Sturmangriff besteht aus drei Akten. Erstens die Öffnung von humanitären Korridoren, damit Zivilisten die Stadt verlassen können; sobald diese geschlossen sind, gilt jeder Verbleibende als Kämpfer. Zweitens eine psychologische Operation durch anhaltendes Bombardement, um Massenkapitulationen zu erzwingen, wobei das Öffnen und Schließen der Korridore als Druckmittel dient. Drittens der Infanterieeinsatz zur Säuberung der verbliebenen Strukturen Straße für Straße. Hunger, Angst und Versorgungsmangel würden laut dieser Lesart einen Großteil der Arbeit erledigen. Im Text wird erwähnt, dass während der Korridorphasen Decken und warme Suppe an die Abfliegenden verteilt werden sollen.
Der diplomatische Preis, den Artillerie nicht löst
Es bleibt die Variable, die nicht durch Feuerkraft gelöst wird. Die weltweit übertragene Zerstörung der Hauptstadt eines souveränen Staates hat einen diplomatischen Preis, und ein Teilnehmer bezweifelt, dass Moskaus Verbündete bereit sind, ihn zu tragen. Der Vergleich mit Aleppo dient als Warnung: Wenn Kiew wie die syrische Stadt enden sollte, ist die Nachricht für zukünftige Szenarien gesendet. Das kann abschrecken oder einladen. Unter all den Hypothesen liegt eine Zahl, die in keiner Bilanz auftaucht: die Toten beider Seiten und die Zivilisten, die nicht rechtzeitig entkommen können. Jeder Tag ohne Verhandlung bedeutet mehr Leid für jene, die Pläne auf Papier bezahlen müssen.
Mit diesen Bausteinen bleibt die Frage offen. Kann man eine Hauptstadt einnehmen, ohne sie in Trümmer zu legen, und nützt es, sie zerstört einzunehmen? Pläne werden auf Karten geschrieben; Städte werden in den Straßen verteidigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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