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Feste Lehrstellen auf den Balearen erzwingen 1.600€ Miete
Die Lehrerprüfungen von 2023 auf den Balearen zwangen viele zu einer zweiten Wohnung auf Ibiza oder Formentera für bis zu 1.600 Euro monatlich.
Prüfung bestanden, nur um die Stelle auf Formentera zu finden
Was passiert, wenn das Bestehen der Prüfung, die Sicherheit versprechen sollte, dich zwingt, zwei Haushalte mit einem Gehalt zu finanzieren? Auf den Balearen lautet die Antwort seit den Lehrerprüfungen von 2023 nach Inselnamen: Ibiza und Formentera. Die Bestehenden bekamen die Stellen, die Interim-Lehrer hinterließen – praktisch die Ziele, die niemand wollte. Bildungsminister Antoni Vera räumt ein, die Lage sei „ungerecht“, und schiebt es auf die Vorgängerregierung unter Francina Armengol.
Eine regionale Ausschreibung statt Insel-zu-Insel-Auswahl
Bis 2023 gab es Prüfungen pro Insel, um lokale Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Ausschreibung von 2023 umfasste den gesamten Archipel, gekoppelt an den aus Madrid auferlegten Stabilisierungsplan zur Reduzierung befristeter Verträge, die etwa 26 % der Interimskräfte betrafen. Das Ergebnis: Interimskräfte besetzten zuerst ihre Heimatinselflecken, Neueinstellungen landeten bei den Resten. „Totale Unterwerfung unter Madrid lässt uns machtlos“, sagt Vera und kritisiert fehlende Mindestanforderungen für Fachgebiete. Die Diskrepanz ist absurd: Bei nautischer Berufsbildung hatten nur zwei von sieben Interimskräften mit festen Stellen die gesetzlich vorgeschriebene Seefahrtslizenz.
Zwei Hypotheken, ein Gehalt, ein zweimonatiges Baby
Víctor Montmany, Physiklehrer, fasst zusammen: „Wir bekamen die schlechtesten verfügbaren Stellen nach Jahren extrem anspruchsvollen Lernens.“ Er unterrichtet seit zwei Jahren in Andratx, hat Partnerin und Hypothek auf Mallorca sowie ein zweimonatiges Baby. „Eine zweite Wohnung auf Ibiza ist unbezahlbar“, betont er. Er erwägt Teilzeit oder tägliche Flüge. Aufgabe kommt nicht infrage.
Inma Gómez, Grundschullehrerin von Mallorca, mietet ein Zimmer auf Ibiza, um bei ihrem elf Monate alten Baby und Ehemann (Selbstständiger) zu sein. Sie lebte im Dorf, wo sie Kinder großziehen wollte. María García, Elementarpädagogin aus Menorca mit Stelle auf Ibiza, trägt eine Hypothek auf Menorca und hat zwei kleine Kinder, wartet auf Juli-Bescheid, der ihr Leben in drei Wochen neu ordnen könnte.
Warum keine Jahresmieten auf Ibiza und Formentera?
Weil Angebot dem Tourismusrhythmus folgt, nicht dem Schuljahr. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung auf Formentera kostet 1.600 Euro monatlich; auf Ibiza war das Günstigste ein Haus für 1.500 Euro. Der Kalender verschärft es: Meist vermietet Oktober-Mai, während Unterricht am 1. September beginnt. Diese Zahlen machen feste Stellen zu Geldvernichtern.
Dreifache Insellage: Von Menorca nach Formentera
Maite López, Englischlehrerin, stammt von Menorca, hat aber Stelle auf Formentera. Drittbester Punktestand, doch Interimskräfte belegten die zwanzig freien Plätze ihrer Heimatinsel. Anreise über Mallorca, dann Ibiza, dann Boot. „Wir sind das Letzte vom Letzten“, meint sie. Mit Hypothek auf Menorca kann sie kaum Jahresmieten auf Formentera tragen.
Was wurde aus Lehrerwohnungen?
Früher wohnten Landlehrer neben der Schule. Heute zahlt Verwaltung ca. 9 Euro monatlich als Wohnkostenzuschuss – weniger als eine Hotelnacht. Alte Lehrerhäuser wurden Rathäuser, Sozialämter, Radiosender oder Steuerbüros. Auf Ibiza werden leere Militärresidenzen (48 Plätze) für Versetzte oder Bedürftige diskutiert.
Dienstkommission: Ein Jahr, zu wenige Plätze
Häufigste Lösung ist die Dienstkommission für ein Jahr Heimatinselfstelle wegen Kinderbetreuung oder dreifacher Insellage, verlängerbar. Anträge im April, Bescheid erst im Juli. Vera verspricht Erweiterungsversuche, warnt aber: „Es wird nicht genug Stellen für alle geben.“
Das Problem geht über den Archipel hinaus. Ähnliches gibt es in Valencia, wo Durchschnittsmiete 1.400 Euro beträgt, während Lehrer netto 1.600–1.900 Euro verdienen. Manche Bestehenden warten noch ohne Stelle oder Zielinsel. Die Stelle ist fest. Miete, Flug und zurückgelassenes Leben nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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