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Spaniens Kongress verbietet Begriff „MENA“ als stigmatisierend
Das Präsidium des spanischen Kongresses hat einen Text verabschiedet, der den Begriff „MENA“ vermeidet, da er als stigmatisierend gilt. Die Debatte um Euphemismen lässt kaum noch Optionen.
Kongress verbietet „MENA“ und dem Euphemismus gehen die Worte aus
Das Präsidium des spanischen Kongresses hat einen Text verabschiedet, um die Verwendung des Begriffs „MENA“ zu vermeiden, da er als geeignet angesehen wird, die Gruppe, die er bezeichnet, zu stigmatisieren. Die Entscheidung, vorangetrieben von Kammerpräsidentin Francina Armengol, macht ein Akronym, das nicht auf einer Kundgebung entstand, sondern in administrativen Protokollen, zum sensiblen Material: MENA, für Unbegleitete ausländische Minderjährige. Die Paradoxie ist lehrbuchhaft. Das Wort, das man verbannen will, war dasjenige, das der institutionelle Apparat selbst einführte, um andere zu vermeiden.
Die Angelegenheit kommt zudem in einem Vergleichsklagemantel daher, der schnell aufgezeigt wurde. Dasselbe Präsidium, das Santiago Abascal rügt, weil er Pedro Sánchez einen „Verräter“ nennt, duldet, dass Félix Bolaños Cayetana Álvarez de Toledo eine „Lügnerin“ nennt. Zwei Maßstäbe in derselben Sitzung. Dieser Kontrast, mehr als das Wort selbst, hat die Debatte entfacht.
Woher stammt das nun verbotene Akronym?
Der Begriff ist keine Erfindung von Talkshows. Er taucht in Betreuungsprotokollen der Staatsanwaltschaft für Jugendliche, der Polizei, der Guardia Civil und der medizinischen Dienste auf, wie in der Debatte selbst erinnert wird. Er bezeichnet minderjährige Personen, die ohne gesetzlichen Vormund im Land eintreffen, eine administrative Kategorie vor einer Beleidigung. Daher die Widersprüchlichkeit, die viele betonen: Wenn das Wort gestrichen wird, bleibt das Konzept auf dem Tisch und jemand muss es benennen.
Der Werdegang des Euphemismus ist fast ein Laborexperiment. Zuerst sagte man „unbegleitete ausländische Minderjährige“. Dann kürzte man es auf MENA ab. Als das Akronym in Kriminalberichten auftauchte, griff man zu „Jugendliche“. Und „Jugendlicher“ bekam denselben Ton. Manche formulieren es unverblümt: Jeder Begriff, der verwendet wird, um ein Phänomen mit negativer Wirkung zu benennen, nimmt letztlich die Konnotation an, durch reine statistische Assoziation in den Nachrichten.
Das Vorbild von „blind“, „behindert“ und „funktionale Vielfalt“
Es ist nicht das erste Mal, dass versucht wird, die Realität zu korrigieren, indem man das Etikett ändert. Die Sequenz wiederholt sich: „blind“ wurde durch „sehbehindert“ ersetzt, „idiotisch“ durch „behindert“, und dieses durch „funktionale Vielfalt“. Jede Ersetzung wurde mit dem Anspruch auf Neutralität geboren und jede Ersetzung klang am Ende wie die vorherige. Neusprache löscht nicht die Tatsache, die sie bezeichnet; sie verschiebt nur den Moment, in dem das neue Wort kontaminiert wird.
Das ist das am häufigsten wiederholte Argument: Lexikalische Zensur berührt das Problem nicht, sie kaschiert es. Wenn der Begriff immer wieder in negativen Nachrichten auftaucht, kommt die Stigmatisierung nicht aus dem Wörterbuch, sondern aus dem Gebrauch. Das Verbot des Wortes ändert nichts am Geschehen.
Wer entscheidet, was im Kongress gesagt werden darf?
Hier wird die Debatte institutionell. Das Präsidium der Kammer ist ein internes Leitungsorgan, kein Sprachregulierer. Manche behaupten, ein Abgeordneter könne sagen, was er wolle, und niemand dürfe ihn mundtot machen; dagegen spricht das Argument, dass die Präsidentschaft die Debatte ordnet und Sprachkriterien festlegen kann. Die Diskussion über den tatsächlichen Umfang dieses Vetos bleibt offen.
Im Kern geht es um Grundsätzliches: Wenn das Problem nicht lexikalisch ist, ist das Verbot des Wortschatzes eine kosmetische Lösung. Und wenn das Problem real ist, macht das Entfernen des benennenden Wortes die Diskussion schwieriger, nicht die Lösung leichter.
Die Szene bleibt bestehen. Eine Kammer, die über die Benennung von Dingen gesetzlich bestimmt und sich nicht einigen kann, wie man sie nennt. Das Akronym stammte aus einem offiziellen Protokoll. Nun entfernt es ein Präsidium. In der Mitte bleibt das Phänomen genau dort, wo es war.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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