Feijóos Renten-Aussagen von TVE im Live-Interview widerlegt

Der spanische PP-Chef Alberto Núñez Feijóo leugnete im Live-Interview fälschlich die Entkopplung der Renten von der Inflation zwischen 2012 und 2017, obwohl INE-Daten das Gegenteil beweisen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feijóos Renten-Aussagen von TVE im Live-Interview widerlegt

Das Interview von Silvia Intxaurrondo mit Alberto Núñez Feijóo in La Hora de la 1 hinterließ eine unvergessliche Szene: Der PP-Kandidat leugnete, dass seine Partei die Renten während der Jahre unter Mariano Rajoy vom Verbraucherpreisindex (IPC) entkoppelt habe, die Journalistin widerlegte dies mit Daten, und der designierte Premierminister bat sie, ihre Aussage zu korrigieren. Die Frau hatte recht. Die Zahlen sind eindeutig.

Dies ist kein geringfügiges Thema. Es handelt sich um eine der am meisten diskutierten wirtschaftlichen Entscheidungen des letzten Jahrzehnts, und die PP versucht seit Jahren, ihre eigene Geschichte umzuschreiben. Im Folgenden wird dargelegt, was die Daten sagen, was diskutiert wurde und warum die Kontroverse weiterhin aktuell ist.

Was wirklich mit den Renten und dem IPC zwischen 2012 und 2017 geschah

Zwischen 2012 und 2017 regierte die PP unter Mariano Rajoy und führte ein System zur Wertsicherung der Renten ein, das die Bindung an den IPC auflöste. Anstatt die Leistungen entsprechend der Inflation anzupassen, wurde eine minimale jährliche Erhöhung von 0,25 % festgelegt sowie ein Anpassungsindex, der an die Nachhaltigkeit des Systems geknüpft war. Das Ergebnis: Über mehrere Geschäftsjahre hinweg verloren Rentner Kaufkraft.

Die in der Debatte zirkulierenden Daten sind aufschlussreich. 2012 betrug der IPC 2,90 %, aber die angewandte Anpassung lag bei 1 %. 2013, bei einem IPC von 0,30 %, betrug die Erhöhung 1 %. 2014 war der IPC negativ (-1,00 %) und die Anpassung 0,25 %. 2015 lag der IPC bei 0,00 % und die Erhöhung bei 0,25 %. 2016 betrug der IPC 1,60 % und die Anpassung 0,25 %. 2017 lag der IPC bei 1,10 % und die Erhöhung bei 0,25 %.

Die Interpretation ist klar: In Jahren hoher Inflation verloren Rentner Geld; in Jahren negativer oder null Inflation gewannen sie leicht hinzu. Die Gesamtbilanz des Zeitraums ist für die Einkommen der Ruheständler negativ, und genau dies leugnete Feijóo im Live-Interview.

Feijóos Reaktion und das Glaubwürdigkeitsproblem

Bemerkenswert war nicht nur die Aussage selbst, sondern auch die Reaktion darauf. Feijóo beschränkte sich nicht darauf, anderer Meinung zu sein: Er forderte die Journalistin auf, ihre Aussage zurückzunehmen, und veröffentlichte anschließend in den sozialen Medien eine Nachricht, in der er den Fehler eingestand, ohne sich jedoch zu entschuldigen. Diese Abfolge – Leugnen, Korrektur fordern, Korrigieren ohne Verantwortung übernehmen – hat die Kontroverse angeheizt.

Einige argumentieren, dass die PP richtig gehandelt habe, indem sie die Renten vom IPC entkoppelte, da europäische Institutionen und Experten für Systemnachhaltigkeit dies empfohlen hätten. Dies ist aus Sicht der orthodoxen Wirtschaftswissenschaft ein vertretbares Argument. Das Problem ist, dass dieses Argument voraussetzt, dass die Maßnahme tatsächlich existiert hat, und Feijóo tat genau das Gegenteil.

Auf der anderen Seite konzentriert sich die Kritik nicht auf die Wirtschaftspolitik, sondern auf die Glaubwürdigkeit des Kandidaten. Wenn er sich nicht daran erinnert oder nicht daran erinnern möchte, welche Entscheidung seine eigene Partei getroffen hat, welche Garantie gibt es dann, dass er andere Versprechen einhalten wird? Diese Frage schwebt über dem gesamten Wahlkampf.

Die Rolle von TVE und die Debatte über öffentliche Medien

Das Interview entfachte eine weitere Diskussion: jene über die Rolle des öffentlichen Fernsehens. Ein Teil der Analyse behauptet, dass TVE zu einem sektiererischen und politisierten Instrument geworden sei und dass die Journalistin parteiisch gehandelt habe. Ein anderer Teil vertritt genau das Gegenteil: Sie habe Journalismus betrieben, die richtigen Fragen gestellt und keine falsche Antwort akzeptiert.

Der Vorfall ist zu einem Symbol geworden. Für manche ist er der Beweis dafür, dass das öffentliche Fernsehen politische Gegner angreift. Für andere ist er der Beweis dafür, dass es noch Journalismus gibt, der Macht herausfordern kann. Die Debatte über die Medien ist so wichtig geworden wie die Debatte über die Renten.

Der breitere Kontext: Was am 23. Juli auf dem Spiel steht

Die Kontroverse kommt mitten im Wahlkampf, wobei Umfragen auf einen möglichen Regierungswechsel hindeuten. Der Renten-Vorfall ist zu einer weiteren Waffe im politischen Schlagabtausch geworden, aber auch zu einer Erinnerung daran, dass wirtschaftliche Entscheidungen langfristige Konsequenzen haben.

Das von der PP eingeführte und später von der Koalitionsregierung rückgängig gemachte Anpassungssystem bleibt unter Ökonomen umstritten. Einige verteidigen die Nachhaltigkeit des Systems gegenüber einer automatischen Indexierung; andere argumentieren, dass die Entkopplung der Renten vom IPC eine versteckte Kürzung darstellt.

Was unbestreitbar ist, ist was geschehen ist: Zwischen 2012 und 2017 wurden die Renten in mehreren Geschäftsjahren unterhalb des IPC angepasst. Das ist eine Tatsache, keine Meinung. Und dies im Live-Interview zu leugnen, während die Daten vorliegen, hat dieses Interview zum meistdiskutierten Moment des Wahlkampfs gemacht.



Die Diskussion darüber, ob Feijóo wissentlich gelogen hat oder die Daten einfach nicht kannte, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass die Journalistin recht hatte und der Kandidat sich korrigieren musste. Von dort aus entscheidet jeder, welche Schlussfolgerung er über die Glaubwürdigkeit eines Mannes zieht, der bestrebt ist, die Regierung zu führen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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