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Feijóo scheitert: 172 Stimmen und angekündigte Niederlage
Der PP-Block erhält bei der Wahl von Alberto Núñez Feijóo in Spanien nur 172 Stimmen. Die zweite Abstimmung am Freitag, die einfache Mehrheit erfordert, bleibt erfolglos.
Feijóo klammert sich an 172 Stimmen, das Parlament lacht über seine Wahl
Der Kandidat behauptete, er habe „die nötigen Stimmen für das Präsidentenamt“. Das Plenum antwortete mit Gelächter. Dieser Kontrast definierte die Sitzung: eine Rede eines Anwärters auf La Moncloa gegen eine Arithmetik, die ihn nicht unterstützt. Der Block der Partido Popular (PP) vereinte 172 Stimmen, und die Präsidentschaft hing von einer zweiten Abstimmung ab, die für Freitag angesetzt war und bei der eine einfache Mehrheit – praktisch sieben Enthaltungen – ausgereicht hätte. Diese kamen nicht zustande.
Plenum startet um 12:00 Uhr mit halbgarem Dolmetschersystem
Der erste Protagonist des Tages war kein Abgeordneter, sondern das Übersetzungssystem. Der Infrarot-Sender für die Simultandolmetschung funktionierte nur teilweise, und der öffentlich-rechtliche Rundfunk setzte Live-Dolmetscher ein, um die Lücke zu füllen. Notfall-Zweisprachigkeit in einem Haus, in dem Spanisch, Katalanisch und Baskisch gesprochen wird, wo sich laut Kommentaren im Thread oft jene beschweren, dass sie niemand versteht, die selbst am wenigsten verstehen.
Die Anekdote hat Substanz. Ein Parlament, das seine feierlichste Stunde damit verbringt, ob der Kopfhörer sendet, spiegelt den Zustand der öffentlichen Debatte gut wider. Der Kopfhörer ist die Anekdote; die Simultandolmetschung ist das Symptom eines mehrsprachigen Plenums, das noch nicht gelöst hat, wie man sich verständigt. Der konservative Kandidat inszenierte seine Rolle, erhielt Applaus von seinen Anhängern und sonst nichts. Um 12:00 Uhr stand bereits fest, wie es enden würde.
Die Arithmetik diktiert: 172 Stimmen und sieben fehlende Enthaltungen
Die Wahl von Feijóo entscheidet sich durch Summen, nicht durch Reden. Die erste Abstimmung verlangte absolute Mehrheit; die vom Freitag begnügte sich mit einfacher Mehrheit, und dort ist die Rechnung gnadenlos: Es hätten sieben Enthaltungen ausgereicht. Junts per Catalunya und die PNV (Partido Nacionalista Vasco) betonten ihre Ablehnung, den konservativen Kandidaten zu unterstützen. Ohne sie geht die Rechnung nirgends auf.
Einige argumentieren, der PP sei weniger an der Regierung interessiert als daran, festzuhalten, dass das andere Lager mit Partnern regiert, die Brüche versprechen. Das alternative Szenario ist prosaischer: Der Kandidat hat die Zahlen nicht und wusste dies schon vor dem Gang zum Rednerpult. Die Phantasievollsten spekulieren bereits über Last-Minute-Enthaltungen und sogar über eine beschleunigte interne Nachfolge in der Partei. Im besten Fall bleibt Feijóo an der Spitze der Opposition.
Junts, PNV und die unmögliche Geometrie der PP
Eine verbreitete Lesart deutet auf ein Grundproblem hin: Die spanische Rechte paktierte jahrzehntelang mit baskischen und katalanischen Nationalisten und findet sich nun gebunden durch einen Partner, der deren Illegalisierung verspricht. Kein historisches Novum, aber ein Szenenwechsel. Parallel dazu stehen einige katalanische Gesprächspartner unter laufenden gerichtlichen Ermittlungen. Deren Stimmen zu fordern und gleichzeitig ihre Legitimität zu leugnen, ist ein Widerspruch, den keine Rede übertüncht.
PNV und Junts machten es ohne Umschweife klar: Keine Unterstützung. Der Ball liegt nun beim Feld eines Kandidaten, der genau jene braucht, die er ablehnt.
Der Preis der Amnestie: Von der roten Linie zum Tauschmittel
Außerhalb des Plenums spielt sich die eigentliche Partie ab. Während die PP das „Nein“ der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung erhält, wird eine Amnestie verhandelt, die einst als rote Linie versprochen wurde und nun, so die Kritik, wie Bonbons verteilt wird. Unter Gegnern des Abkommens kursiert eine Zahl: 450 Milliarden Euro Kosten, ein Betrag, der mit dem jährlichen Gesamtaufkommen der Agencia Tributaria (Steuerbehörde) und der Seguridad Social verglichen wird. Dies ist eine verbreitete Schätzung, kein offizieller Datenpunkt, und sollte entsprechend behandelt werden.
Verifizierbar ist die Mechanik: Der geschäftsführende Präsident verhandelt mit den Unabhängigkeitsgruppen die Unterstützung seiner Wahl. Das Ergebnis dieser Verhandlung wird am Freitag nicht abgestimmt.
Zwei Lesarten desselben Ergebnisses
Für die eine Seite bestätigt die Sitzung, dass der Cordon Sanitaire funktioniert: Die Wahl des konservativen Kandidaten wird gestoppt, und die extreme Rechte kommt nicht in die Regierung. Die andere Hälfte sieht genau das Gegenteil: Einen Kandidaten mit der größten parlamentarischen Unterstützung, der blockiert wird, und eine Exekutive, die, wie sie behaupten, in den Händen der Unabhängigkeitsbewegung liegen wird.
Beide Lesarten koexistieren, und keine nimmt sich die Mühe, Nuancen anzubringen. Was sie teilen, ist das Gefühl, dass alles vor Beginn entschieden war.
Wozu dient eine Debatte mit feststehendem Ausgang?
Diese Frage schwebt über dem gesamten Tag. Das Theaterstück eines Kandidaten, der zum Oppositionsführer gewählt wird – nach der ätzendsten Lesart, um die internen Balanceakte seiner eigenen Partei zu umgehen – hat seinen Reiz und seinen Preis. Die Wahl fungiert als Kulisse: Sie wird inszeniert, um Positionen für die nächste Legislaturperiode zu fixieren, nicht um diese zu entscheiden.
Im Hintergrund ein institutioneller Warnhinweis. Manche datieren den Verfassungseid der Thronfolgerin Ende Oktober und vergleichen diesen Akt mit einer Zeremonie, die immer mehr an Gewicht verliert. Wenn der Text, auf den man schwört, als Formalität diskutiert wird, hört die Inszenierung auf, eine Nebensache zu sein.
Mit diesen Zahlen scheint der Freitag im Vorhinein gelöst. Die unbeantwortete Frage lautet anders: Wenn die Blockade bestätigt wird, wer zahlt die nächste Runde?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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