Feijóo macht Mindestlohn-Anhebung in Spanien von Zustimmung der Arbeitgeber abhängig

Feijóo koppelt eine Erhöhung des spanischen Mindestlohns an eine Vereinbarung mit den Arbeitgeberverbänden, falls er regiert. Die Debatte über Dekret, Produktivität und die realen Kosten für KMU…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feijóo macht Mindestlohn-Anhebung in Spanien von Zustimmung der Arbeitgeber abhängig
Feijóo knüpft die Mindestlohnerhöhung an das Okay der Arbeitgeber

Ein Kandidat verspricht, dass der Mindestlohn sich ohne Erlaubnis der Unternehmer nicht bewegen wird. Das ist kein Gedankenexperiment: Es ist der Kern der jüngsten Wirtschaftskontroverse, die die öffentliche Debatte entfacht hat. Der Vorschlag, eine Erhöhung des SMI (des gesetzlichen Mindestlohns in Spanien) an eine Vereinbarung mit den Arbeitgeberverbänden zu koppeln, hat den alten Streit zwischen Dekret und Tarifverhandlungen wieder eröffnet und eine unbequeme Frage auf den Tisch gebracht: Von wem hängt der Lohn der Geringverdiener wirklich ab?

Die Ankündigung, die dem Vorsitzenden der PP (Spaniens größter konservativer Partei) zugeschrieben wird, kam bei denen an wie ein Eimer kaltes Wasser, die dafür eintreten, dass der Mindestlohn per Gesetz und nicht per Unternehmerkonsens festgelegt wird. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Von wirtschaftlicher Seite wird daran erinnert, dass der SMI seit Jahren per Dekret steigt, ohne Einigung mit der CEOE (Spaniens wichtigstem Arbeitgeberverband), und dass dieser Weg mit einer Inflation einherging, die einen Teil der Verbesserungen aufgefressen hat. Die Diskussion ist längst nicht entschieden und hat sich in einem Kreuzfeuer von Zahlen und Vorwürfen verstrickt.

Dekret gegen Pakt: zwei Auffassungen vom Mindestlohn

Die erste Schützengrabenfrage betrifft die Methode. Manche behaupten, den SMI ohne Produktivitätsgewinne zu erhöhen sei ein Luftschluss, der sich am Ende auf die Preise übertrage und die KMU in die Knie zwinge. Das Argument, immer wieder wiederholt, lautet: Der Mindestlohn sollte von Betrieb zu Betrieb, von Arbeitnehmer zu Arbeitnehmer verhandelt werden, nicht von oben verordnet. Auf dem gegenüberliegenden Gehsteig fällt die Antwort ebenso deutlich aus: Die Produktivität ist dank Technologie, künstlicher Intelligenz und Digitalisierung gestiegen, aber die Gewinne sind an der Spitze hängen geblieben. Börse und Banken, so heißt es, standen noch nie so gut da.

Der Konflikt ist nicht neu. Jahrzehntelang, erinnern manche, wurden Löhne per Dekret erhöht, ohne dass jemand die Kleider zerriss. Selektives Gedächtnis, spotten sie, sei ein Nationalsport. Geändert hat sich die Bühne: Der Mindestlohn ist inzwischen zur politischen Waffe mit doppelter Schneide geworden, und jede Wahlkampfansage bestätigt es.

Wem nützt die Mindestlohnerhöhung wirklich?

Die zweite Frontlinie betrifft die Empfänger. Ein Teil der Analyse hält dagegen, dass die Erhöhung nur das Leben derer verbessert, die ohnehin beim SMI liegen, und dass das Problem in Spanien nicht die Lohnuntergrenze, sondern die Decke ist: Immer mehr Beschäftigte sind zwischen dem SMI und dem 1,5-Fachen des SMI gefangen. Die Folge, so das Argument, sei eine Kompression der Lohnstruktur, die Aufstiege entwertet und diejenigen bestraft, die schon darüber lagen.

Der Kontrapunkt kommt aus dem internationalen Vergleich. Es wird darauf hingewiesen, dass in Nordeuropa die Gehälter deutlich höher sind und dass spanische Fachkräfte, wenn sie auswandern, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie die Bedingungen sehen, die ihnen hier geboten werden. Der jüngere Airbus-Konflikt wurde als Beispiel dafür zitiert, wie weit die spanischen Arbeitsbedingungen hinter denen der europäischen Kollegen zurückgefallen sind. Die Frage, die in der Luft hängt, ist unbequem: Was nützt eine Erhöhung des SMI, wenn die Karriere trotzdem stagniert?

Die versteckten Kosten: Einkommensteuer, Sozialabgaben und der Nettoeffekt

Die dritte Kante ist die steuerliche. Eine Erhöhung des Mindestlohns kommt nicht immer vollständig in der Tasche an. Manche erinnern daran, dass die Einkommensteuer (IRPF) und die Sozialabgaben einen Teil des Zuwachses auffressen und dass diese indirekten Kosten am Ende auf die Unternehmen abgewälzt werden. Die Bruttoerhöhung entspricht also nicht einer Nettoerhöhung, und diese Feinheit geht in den meisten Schlagzeilen verloren.

Das Argument trägt: Steigt der SMI, ohne dass die Steuerlast angepasst wird, verflüchtigt sich der reale Effekt auf das verfügbare Einkommen. Und bleiben die Abgaben gleich, wachsen die Lohnkosten für den Arbeitgeber stärker als das, was der Arbeitnehmer erhält. Das Ergebnis ist ein fragiles Gleichgewicht, das jede Regierung so gut es kann verwaltet.

Die Arbeitgeber als Schiedsrichter: Wer gibt in den Verhandlungen den Ton an?

Der Kern des Vorschlags ist die Rolle der Arbeitgeberverbände. Die Erhöhung des SMI an deren Zustimmung zu koppeln bedeutet in der Praxis, ihnen ein Vetorecht einzuräumen. Für die einen ist das vernünftig: Können die Unternehmen die Kosten nicht tragen, leidet die Beschäftigung. Für die anderen ist es eine elegante Art, gar nichts zu erhöhen. Die jüngere Erfahrung, so wird angemerkt, stimmt nicht optimistisch: Wenn auf die Einigung der Arbeitgeber gewartet wurde, ist der SMI um +0,25 % pro Jahr vorangekommen – ein atemberaubendes Geduldsspiel.

Die Diskussion verläuft oft Richtung Verteilung der Hilfen. Manche verteidigen, dass Subventionen an KMU und Selbstständige gehen sollten, die 90 % des Wirtschaftsgewebes ausmachen, und nicht an große multinationale Konzerne. Diese Kurskorrektur, so das Argument, würde Lohnerhöhungen ermöglichen, ohne die Kleinen zu ersticken. Der Vorschlag stößt jedoch auf die Realität öffentlicher Haushalte, die die Kleinen nicht immer priorisieren.

Der politische Hintergrund: eine Ankündigung, die verunsichert

Die Ankündigung hatte einen unerwarteten Nebeneffekt: Sie hat daran erinnert, dass ein politischer Machtwechsel keine Kurswende in Lohnfragen garantiert. Der Verdacht, der PP-Chef wolle nicht regieren – oder zumindest nicht zu den Kosten, die damit verbunden wären –, liegt über der Debatte. Die Ironie ist fein: Ein Kandidat, der eine harte Hand beim Mindestlohn verspricht, aber nach Ansicht seiner Kritiker vor den unangenehmen Aufgaben flieht, die ihre Anwendung mit sich brächte.

Unterdessen bleibt die öffentliche Debatte in derselben Frage gefangen: Ist der Mindestlohn ein Instrument der sozialen Gerechtigkeit oder ein Ballast für die Wettbewerbsfähigkeit? Die Daten entscheiden die Sache nicht, die Umfragen auch nicht. Das Einzige, was klar ist: Der Lohn der Geringverdiener wird wieder politisches Tauschmittel sein. Und die Erlaubnis der Arbeitgeber, falls sie je kommt, wird ihren Preis haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (38 Antworten).

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