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Feijóo lehnte politischen Ausschuss zu Angrois ab, nicht die Justizuntersuchung
Feijóo lehnte im galicischen Parlament einen politischen Ausschuss zu Angrois ab, nicht die zehnjährige gerichtliche Untersuchung. Die Nuance, die die Debatte verändert.
Feijóo lehnte einen politischen Ausschuss zu Angrois ab, nicht die gerichtliche Untersuchung
Die Schlagzeile, die in diesen Tagen kursierte — Alberto Núñez Feijóo habe sich gegen eine Aufklärung des Zugunglücks von Angrois 2013 ausgesprochen — verdient eine Präzisierung: Was der damalige Präsident der Xunta (der Regionalregierung von Galicien) ablehnte, war die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Parlament von Galicien. Das Verfahren selbst übernahm die Justiz, die ein Jahrzehnt lang damit befasst war. Die Verwechslung beider Dinge ist die Grundlage eines Großteils der öffentlichen Debatte über das Unglück.
Der Unfall ereignete sich am 24. Juli 2013, als ein Alvia-Zug auf der Strecke Madrid–Ferrol bei der Einfahrt nach Santiago entgleiste. Die Zuständigkeit für die Infrastruktur lag beim Staat, nicht bei der Region, und das ist das zentrale Argument derer, die meinen, ein galicischer Ausschuss habe keinen Sinn gehabt: Das Regionalparlament konnte keine Strecke kontrollieren, die dem Adif (Spaniens Eisenbahninfrastrukturverwalter) und dem Ministerium für öffentliche Arbeiten unterstand.
Was die Justiz untersuchte und was außen vor blieb
Das Gerichtsverfahren zog sich über Jahre hin und endete mit der Verurteilung des Lokführers wegen grober Fahrlässigkeit, während alle übrigen Angeklagten — darunter Funktionäre von Adif und Renfe — freigesprochen wurden. Dieses Ergebnis nährte die Kritik der Opfer und Teile der Fachwelt: Das Urteil verlagerte die Verantwortung auf den Lokführer und ließ die Entscheidungskette zu Sicherheit, Signaltechnik und Risikomanagement unaufgearbeitet.
Manche halten dagegen, dass ein parlamentarischer Ausschuss jene Bereiche hätte beleuchten können, die das Strafverfahren nicht erreichte. Dagegen steht das Argument, ein Regionalausschuss zu einer staatlichen Zuständigkeit wäre politisches Theater ohne echte Ermittlungsmacht gewesen. Die Diskussion dreht sich im Kern nicht darum, ob es eine Untersuchung gab, sondern darum, welche Art von Untersuchung als legitim galt.
Der Vergleich mit Sánchez, den niemand abschließend klärt
Die Debatte driftet schnell in die Gegenwart. Der Vergleich zwischen dem Umgang mit Angrois und dem der aktuellen Regierung in Bahnsachen — mit Minister Óscar Puente im Visier nach den letzten Unfällen — ist zum Kern des Streits geworden. Die Verteidiger der Regierung betonen, dass Puente im Parlament aussagen wird, was, so erinnert man, Ministerin Ana Pastor in der Ära Rajoy nicht tat.
Von der anderen Seite kommt der Einwand, eine Aussage vor dem Parlament sei nicht gleichbedeutend mit Übernahme von Verantwortung, und die Sicherheit der Bahninfrastruktur verschlechtere sich seit Jahren unabhängig von der politischen Farbe des Ministers. Die Politisierung des Adif und das Fehlen qualifizierter technischer Profile in Führungspositionen erscheinen als der unbequemste gemeinsame Nenner: Niemand verteidigt das heutige Postenvergabesystem offen.
Der Lokführer, schon vor dem Urteil an den Pranger gestellt
Eine der am besten in Erinnerung gebliebenen Episoden von Angrois ist die Kommunikationsführung in den Stunden danach. Innenminister Jorge Fernández Díaz teilte den Journalisten mit, der Lokführer sei wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung festgenommen worden. Das Foto des Fahrers zierte Titelblätter, bevor überhaupt ein Prozess stattgefunden hatte.
Feijóo, als Präsident der Xunta, scheute sich damals nicht, den Arbeitnehmer an den Pranger zu stellen. Jahre später verteidigte er das Urteil als schlüssig. Dieser Kontrast — den schwächsten Link benennen, bevor die Justiz sprach, und sich danach hinter dem Urteil verschanzen — ist das Material, an dem sich die Kritik festhält, um zu behaupten, der Ausschuss sei politisch unpassend gewesen.
Was vom Fall bleibt: ein Jahrzehnt Justizmarathon
Die Bilanz ist ein Verfahren, das zehn Jahre verschlungen hat, eine individuelle Verurteilung und ein weit verbreitetes Gefühl unter den Opfern, dass die ganze Wahrheit nicht erzählt wurde. Der Ausschuss, den Feijóo in Galicien blockierte, fand nie statt. Die gerichtliche Untersuchung gab es durchaus, doch ihr Umfang war durch die Struktur des Strafprozesses selbst begrenzt.
Vor diesem Hintergrund hängt jede Prognose über den weiteren Verlauf der Bahndebatte an einer Bedingung: Solange die Sicherheit des Netzes von politischen Postenvergaben statt von technischen Kriterien abhängt, wird jeder Unfall dieselbe Diskussion neu eröffnen. Und der Vergleich zwischen den Regierungen bleibt die bequemste und zugleich nutzloseste Waffe von allen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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