FEHLER ZU TOLERIEREN IST KEINE NÄCHSTENLIEBE - PAPST PIUS X.

Die Enzyklika Notre Charge Apostolique vom 15. August 1910 vertritt die Auffassung, dass die erste Pflicht der Nächstenliebe der Eifer für das Wohl des Nächsten ist, nicht die Toleranz des Irrtums.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Für Pius X. ist Toleranz kein christlicher Wert: Die Nächstenliebe verlangt, den Irrtum des Nächsten zu korrigieren, nicht ihn mit Gleichgültigkeit zu akzeptieren. Das schrieb er in der Enzyklika Notre Charge Apostolique, veröffentlicht am 15. August 1910.

## Was Pius X. 1910 genau sagte

Das Zitat stammt aus dem Enzyklikanischen Schreiben **Notre Charge Apostolique**, datiert auf den **15. August 1910**. Darin erklärt Papst **Pius X.**, dass „die erste Pflicht der Nächstenliebe nicht in der Toleranz falscher Meinungen liegt, so aufrichtig sie auch sein mögen“. Ebenso wenig in der theoretischen oder praktischen Gleichgültigkeit gegenüber dem Irrtum oder dem Laster, in das der Nächste gefallen ist.

Die Pflicht ist laut dem Text der Eifer für seine geistige und sittliche Besserung und nicht weniger für sein materielles Wohlergehen. Die Enzyklika lehnt materielle Hilfe nicht ab: Sie ordnet sie derselben Nächstenliebe ein.

## Die Nächstenliebe entspringt der Liebe zu Gott, nicht dem Agnostizismus

Das Dokument fügt hinzu, woher diese Liebe zum Nächsten stammt: aus der Liebe zu Gott, dem „gemeinsamen Vater und gemeinsamen Ziel der ganzen menschlichen Familie“, und aus der Liebe zu Jesus Christus, dessen Glieder wir sind. Daher bedeutet es, einem Unglücklichen zu helfen, Jesus Christus selbst Gutes zu tun. Jede andere Liebe, so heißt es, sei Illusion oder ein steriles und flüchtiges Gefühl.

Die Logik ist anspruchsvoll. Wenn der andere ein Glied desselben Leibes ist, ihn im Irrtum zu lassen bedeutet nicht, ihn zu respektieren: Es bedeutet, ihn aufzugeben. Toleranz wäre in diesem Rahmen keine Tugend, sondern Gleichgültigkeit gegenüber seinem Schicksal.

## Eine Enzyklika gegen den Irrtum, nicht gegen die Menschen

**Notre Charge Apostolique** richtete sich an den französischen Episkopat und kritisierte die von **Marc Sangnier** gegründete Bewegung Le Sillon wegen ihrer demokratischen und säkularen Auffassung. Der Text trennt die Person vom Irrtum: Die Lehre wird bekämpft, wer sie vertritt, wird nicht verachtet. Diese Unterscheidung ermöglicht es, von Eifer ohne Grausamkeit zu sprechen.

Man sollte das vollständige Zitat lesen, bevor man es als Schlagwort verwendet. Derselbe Absatz, der die Toleranz des Irrtums ablehnt, gebietet, das materielle Wohl des Nächsten zu suchen. Hier liegt keine Lizenz zur Verachtung.

Die Interpretation magisterialer Texte von vor mehr als einem Jahrhundert obliegt den Theologen und der Autorität der Kirche; dieser Artikel beschreibt nur, was das Dokument sagt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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