Fed plant zwei Zinserhöhungen und dann Senkung

Markt erwartet Fed-Stop bei 2% trotz 8% Inflation, Sparer ohne sichere Anlagen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zwei Zinserhöhungen und Rückkehr: Niemand glaubt der Fed

Anfang April 2022, als die Federal Reserve ihre Politik straffte und die offizielle Inflation auf ein Niveau wie seit Jahrzehnten nicht stieg, setzte sich eine unbequeme These durch: Der Zinserhöhungszyklus ist nicht tragfähig. Höchstens zwei weitere Erhöhungen – um den Satz zwischen 1,5% und 2% zu bringen – gefolgt von Senkungen, selbst bei einer hartnäckigen Inflation von 8%. Dies ist keine Verschwörungstheorie: James Bullard, Präsident der Fed von St. Louis und eine hawkische Stimme im FOMC, bemerkte, dass „der aktuelle Leitzins etwa 300 Basispunkte zu niedrig“ sei, obwohl der Markt einen Höhepunkt des Federal-Funds-Zinssatzes von 3½% bis März 2023 erwartet. Zwischen der Rhetorik der Fed und den Markterwartungen klafft eine große Lücke.

Warum glaubt der Markt, dass die Fed bei 2% stoppt?

Der erste Hinweis kam von einer quantitativen Analyse, die Anfang April zirkulierte und schätzte, dass der reale Handlungsspielraum der Fed bei kaum einem Prozentpunkt Zinserhöhung liegt, bevor sie pausieren muss. Das Argument war arithmetisch, nicht sarracena: Bei akkumulierten Schulden bedeutet jede Zinserhöhung eine Rechnung, die jemand bezahlen muss. Der zweite Hinweis ist das Verhalten des Anleihemarkts: Die Renditen in den USA neigen dazu, vor der letzten Zinserhöhung eines Zyklus ihren Höhepunkt zu erreichen, ein Muster, das nach Mitte November 2018 sichtbar wurde. Mit dieser Referenz scheint es riskant, vor Jahresende Anleihen zu kaufen.

Die 15%-Haven gab es 1972, kommt aber nicht zurück

Dieses Detail bricht historische Vergleiche. 1972, bei 17% Inflation, brauchten Familien kein Gold, keine Aktien oder Kryptowährungen: Sie gingen zur Sparkasse und kauften Festgeldanlagen mit 15%. Es schlug die Inflation nicht, minimierte aber das Risiko. Dieses Instrument existiert nicht mehr, und die Diagnose deutet darauf hin, dass es nicht wiederkommen wird: Bei 7%, 8% oder 10% Inflation werden Bankeinlagen nur noch rund 1% abwerfen. Konservative Sparer stehen buchstäblich nirgendwo mehr sicher.

Inflation und Schulden: Wer profitiert und wer zahlt

Der Mechanismus ist einfach und erklärt, warum Inflation kein Zufall ist. Schulden werden nominal vereinbart. Kostet ein Kilo Kartoffeln 2 Euro und beträgt die Inflation 10%, steigt der Preis auf 2,20 Euro, aber die Hypothek bleibt gleich. Wer eine feste Hypothek unterhalb der Inflationsrate hat, sieht seine realen Zahlungen sinken; dasselbe gilt für hoch verschuldete Staaten. Was übersehen wird, ist die andere Seite: stagnierende Löhne, steigende Mieten und Unterhaltszahlungen, die auf eingefrorenen Gehältern basieren. Wer von der Inflation profitiert, leidet selten darunter.

Keine Inflation mit Wachstum: Das Szenario ist Stagflation

Ein oft übersehener Nuancenunterschied, wenn man dies nur als Inflation bezeichnet. Inflation, die Schulden entwertet, funktioniert nur mit Wachstum; ohne dieses haben wir hohe Preise, flache Aktivität und gedrückte Reallöhne. Dieser Rahmen, den einige Analysten früher betonten, kollidiert mit der offiziellen Botschaft: Priorität von Weißem Haus und Fed ist es, die CPI auf 2% zu senken, alles andere ist sekundär. Das Problem ist die Glaubwürdigkeit dieser weichen Landung, wenn das Werkzeug selbst – Zinserhöhungen – die Wirtschaft abkühlt.

Löhne, Einkommensteuer und Bluffen der Zentralbanken

Niemand erwartet, dass die Löhne halb so stark steigen wie die Preise, was eine stille fiskalische Falle offenbart: Durch pogre Besteuerung rutschen Steuerzahler in höhere Stufen, ohne Kaufkraftgewinne. Anhaltende zweistellige Inflation erhöht den Anteil des Staates am Einkommen. Die Ansichten teilen sich darüber, ob Zinserhöhungen aufrichtig sind oder bloße Kosmetik: Manche sehen darin eine Manöver, damit die Menschen später um Senkungen bitten und Inflation als geringeres Übel akzeptieren, während andere argumentieren, dass das ultimative Ziel die Entwertung aktueller Währungen ist. Letzteres bleibt Verdacht ohne Beweis.

Staaten gehen nicht pleite, Länder können kollabieren

Die zentrale These – die Fed will Inflation, weil ihr reales Problem die Verschuldung ist – hat Grenzen. Volkswirtschaften wie Tschechien, Island oder die Niederlande haben kontrollierte Schulden, wo Inflation keinen Vorteil bringt. Die jüngere Geschichte erinnert daran, dass Staaten scheitern können: Sri Lankas Wirtschaft kollabierte während dieser Debatten, und Japans Kampf, Schulden versus Währung zu halten, wird aufmerksam beobachtet. Dass Fiat-Geld keine physische Deckung hat, bedeutet nicht, dass es keinen Wert verlieren kann.

Nur die Dauer des Bluffs ist ungewiss. Die wiederholte Wette: mindestens acht Monate, bis März 2023, gerade genug Zeit, damit die Öffentlichkeit die Rezession nahen sieht und um Zinssenkungen bittet. Danach entscheidet jeder, ob er sein Vermögen in realen Assets schützt, Zuflucht in Immobilien sucht oder wartet. Die Analyse stockt dort: Wenn Inflation der Schatz des Staates ist und Ersparnisse keinen Hafen haben, sagt kein Handbuch, wo man stehen sollte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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