Fed injiziert Rekordliquidität seit Corona ohne QE-Start

Banken liehen sich in einer Woche 164,8 Milliarden Dollar von der Fed. Das BTFP ist kein QE, aber injiziert Rekordliquidität seit Corona.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fed injiziert Rekordliquidität seit Corona ohne QE-Start

Die größte Liquiditätsspritze seit der Pandemie ist kein Quantitative Easing (QE). Es ist ein Kredit. Dieser Unterschied, der wie eine Nuance aus dem Lehrbuch klingt, trennt eine Bankenrettung von klassischer Geldmengenausweitung. Das Bank Term Funding Program (BTFP), das über ein Wochenende ins Leben gerufen wurde, um den Blutfluss nach dem Zusammenbruch mehrerer US-Regionalbanken zu stoppen, hat die Bilanz der Federal Reserve auf Niveaus getrieben, die man seit Corona nicht mehr gesehen hat. Dies geschah jedoch mit Sicherheiten und einem Zinssatz von 4,5 %, nicht durch direkte Assetkäufe.

Die Daten der Woche zusammengefasst: Banken liehen sich 164,8 Milliarden Dollar von der Federal Reserve, um ihre Liquidität zu sichern. Von dieser Summe stammten 152,85 Milliarden aus dem Diskontfenster, ein historischer Rekord, und 11,9 Milliarden aus dem neuen BTFP in seinen ersten drei Tagen. Der Vergleich mit 2008 ist nicht zufällig: Damals schoss die Bilanz ebenfalls in die Höhe, bevor direkte Käufe begannen und bevor der Aktienmarkt den Boden erreichte.

Was ist das BTFP und wie unterscheidet es sich von QE?

QE kauft Assets. Das BTFP verleiht Geld gegen vorab definierte Qualitätssicherheiten. Eine Bank, die Bargeld benötigt, beantragt einen einjährigen Kredit, besichert ihn mit Anleihen und zahlt den OIS-Satz plus 0,10 %, was sie bei 4,5 % im Vergleich zu den 4,75 % des Diskontfensters platziert. Der Unterschied ist wichtig, weil BTFP-Geld kein neues Geld ist: Es ist Geld, das irgendwann zurückgezahlt werden muss. Die Liquidität ist temporär, obwohl Zentralbanken dazu neigen, das Temporäre in Dauerhaftes zu verwandeln.

Die wöchentliche Verfolgung der Kredite bestätigt dies. Das BTFP stieg von 75,778 auf 83,101 Milliarden, dann auf 87,006, danach auf 91,907 und schließlich auf 93,615 Milliarden. Das Diskontfenster hingegen fiel von 110,248 auf 88,157 Milliarden und dann auf 5,345 Milliarden nach der Übernahme der First Republic durch JP Morgan. Die FDIC-Kredite sanken von 228,217 auf 188,092 Milliarden. Die optimistische Lesart besagt, dass die Spannung nachlässt. Die skeptische erinnert daran, dass das BTFP Woche für Woche weiter steigt.

QT stoppt nicht und die Bilanz kehrt zu Vorkrisenniveaus zurück

Während die Fed auf der einen Seite verleiht, zieht sie auf der anderen weiterhin ab. Das Quantitative Tightening (QT) geht mit Assetverkäufen weiter, und die Bilanz befindet sich bereits fast wieder auf dem Niveau unmittelbar vor Ausbruch der Bankenkrise. Dies ist der Widerspruch, der die gesamte Episode durchzieht: Notfallliquidität wird injiziert, während strukturelle Liquidität gleichzeitig entzogen wird. Das Ergebnis ist ein instabiles Gleichgewicht, dessen Dauer niemand kennt.

Unterdessen bleibt der Arbeitsmarkt stark. Und dort liegt das Problem. Die Arbeitslosigkeit ist ein verzögerter Indikator: Unternehmen entlassen nur, wenn sie keine andere Wahl haben. Der echte Warnsignal ist Zeitarbeit, das Erste, was gekürzt wird, weil es nichts kostet. In jeder Krise der letzten Jahrzehnte drehte dieser Indikator vor der allgemeinen Arbeitslosigkeit.

Verbraucher halten sich mit Schulden und Kreditkarten über Wasser

Die Einzelhandelsumsätze stagnieren, aber inflationsbereinigt ist der erwartete Einbruch ausgeblieben. Der Grund ist kaum mysteriös: 36 % der Erwachsenen in den USA haben Kreditkartenschulden. Im letzten Quartal 2022 stiegen diese Schulden um nahezu 61 Milliarden Dollar auf 986 Milliarden, über den Höchststand vor der Pandemie. Laut Daten der New York Fed ist dies der größte Quartalsanstieg seit 1999.

Manche behaupten, dass Sparen im herkömmlichen Sinne keinen Sinn mehr ergibt: Bei entwertendem Geld sei es besser, Güter, eine Reise oder Immobilien zu besitzen. Das Problem ist, dass diese Logik nur für jene funktioniert, die es sich leisten können. Die Ungleichheit wächst, und die hässlichsten Folgen steigender Zinsen für Hypotheken und Verbraucherkredite sind noch nicht vollständig sichtbar.

Gold und Goldstandard: die zugrunde liegende Debatte

Parallel zur Verfolgung der Liquidität wandelte sich die Diskussion hin zu Gold. Manche verteidigen es als das einzige physische Asset, das nicht gefälscht werden kann, nicht verfällt und weltweit gegen Nahrungsmittel eingetauscht werden kann. Andere entgegnen, dass sein Wert eine überlieferte Konvention sei und militärische Macht bestimme, was Geld sei. Die Diskussion hat keine technische Lösung: Es ist der alte Streit zwischen materiellem Wert und institutionellem Vertrauen.

Was könnte am Aktienmarkt passieren?

Liquiditätsspritzen sind gut für den Aktienmarkt, ob durch Käufe oder Kredite. Das bestreitet niemand. Strittig ist, ob es ausreicht, um die Anfang 2022 begonnene Baissephase für beendet zu erklären. Der einzige wirklich bullische Katalysator wäre, wenn die Inflation auf 2 % fiele, ohne mehr als eine leichte Rezession – möglich, aber unwahrscheinlich. Eine harte Nachricht gegen die Inflation würde die Bullen niederschlagen; eine weiche das Gegenteil bewirken. Die nächste Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz werden den Ton angeben.



Mit einer Bilanz, die fast wieder beim Ausgangspunkt steht, und einem wöchentlich steigenden BTFP lautet die Frage nicht, ob die Fed das System gerettet hat, sondern wie lange sie die Fiktion aufrechterhalten kann, dass Verleihen nicht Drucken bedeutet. Falls die Bankenspannungen wieder aufflammen, schreibt sich der nächste Schritt von selbst.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (81 Antworten).

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