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Falschbehauptung: Spanier sollen Frankreich 'verbraunt' haben
Ein viraler Tweet macht spanische Bürgerkriegsflüchtlinge für eine Veränderung der Augenfarbe in Frankreich verantwortlich. Die Daten zeigen, dass die Falschmeldung auf nichts beruht.
Die Falschbehauptung, Spanier hätten Frankreich 'verbraunt'
Ein Tweet, der einem französischen Nutzer zugeschrieben wird, hat die sozialen Medien aufgehetzt, indem er behauptet, spanische Republikaner-Flüchtlinge des Bürgerkriegs hätten den Süden Frankreichs 'verbraunt'. Zur Untermauerung wurden zwei Karten gezeigt: eine von 1900 und eine von 1940, in denen der Anteil brauner Augen in mehreren Regionen von 50% auf 30% sank. Die Logik war einfach: Die spanischen Flüchtlinge, da dunklerem Teint, hätten die Pigmentierung der lokalen Bevölkerung verändert. Doch die Datenanalyse zerstört die Hypothese vollständig.
Die Zahlen passen nicht: kaum 200.000 Flüchtlinge blieben
Während der Republikaner-Exodus von 1939 führte fast eine halbe Million Spanier über die Pyrenäen. Schätzungen zufolge kehrte jedoch eine Mehrheit in den folgenden Jahren nach Spanien zurück, und viele andere wanderten nach Lateinamerika aus. Den Berechnungen zufolge ließen sich kaum 200.000 Flüchtlinge dauerhaft in Frankreich nieder. Das entspricht weniger als 0,4% der damaligen französischen Bevölkerung von rund 40 Millionen Einwohnern. Eine so geringe demografische Veränderung kann eine Schwankung von 20 Punkten bei der Augenfarbe in nur vier Jahren nicht erklären. Zudem stammten die Flüchtlinge überwiegend aus Nordspanien (Katalonien, Aragon, Baskenland), Regionen, in denen helle Augen häufig sind. Der Tweet selbst zeigte Karten ohne überprüfbare Quelle, was vermuten lässt, dass sie gefälscht oder verzerrt waren.
Der wahre Urheber: ein norwegischer Suprematist
Das Konto hinter dem Vorwurf gehört nicht irgendeinem Franzosen, sondern Varg Vikernes, einem bekannten norwegischen rechtsensrecht Musiker und Aktivisten, der in Frankreich lebt. Vikernes ist berüchtigt für seine rassistischen Ansichten und seine Besessenheit von der europäischen Rassenreinheit. Seine Vorgeschichte diskreditiert jeden Anspruch auf Objektivität bei der Analyse. Die Falschmeldung passt daher in eine suprematistische Erzählung, die Sündenböcke für die realen demografischen Veränderungen Frankreichs sucht.
Die echte 'Verbrowung' kommt aus den Exkolonien, nicht aus Spanien
Frankreich erlebte im 20. Jahrhundert indeed einen bedeutenden demografischen Wandel, aber nicht durch die Spanier, sondern durch Einwanderung aus den ehemaligen afrikanischen Kolonien und dem Maghreb. Algerier, Marokkaner, Tunesier und Menschen aus Subsahara-Afrika kamen ab den 1950er und 1960er Jahren massenhaft, und sie haben das ethnische Profil der Banlieues verändert. Die spanischen Flüchtlinge dafür verantwortlich zu machen, ist eine historische Verzerrung, die die wahren Ursachen und Verantwortlichkeiten der französischen Kolonialpolitik ignoriert.
Das ironische Fazit: Wenn jemand den Spaniern das nächste Mal etwas vorwirft, sollte er zuerst den Stammbaum der Südfranzosen selbst betrachten, deren iberische Vorfahren die Region seit drei Jahrtausenden bevölkern. Die verblüffende Zahl: Wären die Spanier so einflussreich gewesen, würde man es zumindest in der Küche merken, doch das Baguette ist immer noch beliebter als die Tortilla.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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