Warum die Alliierten das deutsche MG 42 nicht kopierten

Das MG42 wurde wegen Doktrin, Logistik und Patenten nicht kopiert. Das M60 versuchte es, und die Geschichte des CETME gibt dem Original recht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das MG 42: das Maschinengewehr, das niemand mitten im Krieg zu kopieren wagte

Ein Paradoxon: Die USA, mit der stärksten Industrie des Planeten, versuchten 1943/44, es zu kopieren, und scheiterten. Kopiert haben sie es später, im Vietnamkrieg, als M60. Und als sie es verbessern wollten, kehrten sie zum deutschen Entwurf von vierzig Jahren zuvor zurück. Warum hat es niemand im laufenden Krieg geklont? Weil eine Waffe zu kopieren nicht heißt, einen Bauplan zu kopieren: Es bedeutet, Maschinen, Prozesse, Toleranzen und vor allem eine ganze Militärdoktrin zu kopieren.

Das Problem war nicht der Stahl, sondern die Doktrin

Der deutsche Zug drehte sich um das MG42. Jede Gruppe führte zwei oder drei davon mit, in den Angriff integriert. Die Alliierten nicht: Das BAR war ein automatisches Gewehr aus dem Ersten Weltkrieg, mit einem Magazin von nur 20 Schuss, ohne Schnellwechselrohr und mit einer Feuerrate, die niemanden einschüchterte. Die Briten setzten auf die Bren, und für Stellungsfeuer hatten sie die Vickers und die Browning .30. Zum deutschen Modell zu wechseln hätte bedeutet, die gesamte Infanterie umzuschulen —man spielt nicht an einem Tag wie Barcelona und am nächsten wie Getafe— und ein Logistiksystem zu ersetzen, das trotz aller Mängel funktionierte. Und das Geschäft nicht zu vergessen: Jedes Land hatte seine Fabriken, seine Patente und seine Verträge, und zuzugeben, dass die Ausrüstung des Feindes überlegen war, stand in keinen Handbüchern für Militärmarketing.

Kopieren ist nicht klonen: die Lektion von T-34 und B-29

Es gibt einen industriellen Grund, den nur wenige nennen. Um den T-34 zu kopieren, hätte Deutschland die exakten Maschinen, die Prozesse, bis hin zum metrischen System, in dem er gefertigt wurde, nachbauen müssen. Die Sowjets brauchten Jahre, um die amerikanische B-29 zu klonen, und das Ergebnis war langsamer und schwerer wegen Zehntelmillimeter-Unterschieden in den Blechen. Mitten im Krieg bedeutet ein solcher Aufwand, jahrelang keine Waffen zu produzieren. Das konnte man sich nicht leisten.

Die geheime Abstammung: vom MG42 zum CETME und zur M60

Die Geschichte endet nicht 1945. Der Rollenmechanismus des MG42 inspirierte das spanische CETME und über dieses das G3. Die amerikanische M60 versuchte, den deutschen Entwurf zu „verbessern“, scheiterte und kehrte vierzig Jahre später zum ursprünglichen Schema zurück. Sogar die spanische Armee nutzte das MG42 noch in jüngerer Zeit. Der Beweis, dass der Entwurf so gut war, dass man ihn, als man ihn übertreffen wollte, von Krieg und Markt aburteilen ließ.

Der Preis eines unverkennbaren Geräuschs

Es hatte einen ernsten Mangel: Beim Feuern machte es ein Geräusch wie eine alte Säge. Der erste Feuerstoß verriet die Stellung, und das gesamte gegnerische Feuer konzentrierte sich darauf. Deshalb wurden kurze Feuerstöße abgegeben. Trotzdem war es so gefürchtet, dass die Russen erbeutete Exemplare behielten; die Deutschen machten es mit der PPSh genauso. Kompatible Munition war natürlich das Problem. Aber die Achtung war es nicht.

Die Schlussfolgerung? Die Alliierten kopierten das MG42 nicht, weil sie die Doktrin nicht kopieren konnten, die es tödlich machte. Der Rest sind Lehrbuch-Ausreden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (59 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver