Fachkräftemangel bremst Bauwirtschaft in Santiago

Trotz 90 % Beschäftigungsquote bei Bauberufen fehlen Teams: Dutzende offene Stellen in A Coruña und abgelehnte Aufträge.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fachkräftemangel bremst Bauwirtschaft in Santiago
Bau ohne Hände: «Nach einer Woche sind sie weg»

Die 90-prozentige Arbeitsmarktintegration der Berufsausbildungen im Bau-, Holz-, Schweiß- und Elektrobereich passt nicht zu den Erfahrungen der Unternehmen in Santiago. Ein Bericht von La Voz de Galicia vom 13. April 2024 beschreibt einen Markt, auf dem es zwar viele vermittelte Absolventen gibt, aber ganze Arbeitsteams fehlen. «Wenn ich ein weiteres Team einstellen könnte, würde ich morgen zwei oder drei Projekte übernehmen, aber das ist unmöglich», fasst ein Fachmann aus der galicischen Hauptstadt zusammen. Der Satz, der das Problem am besten trifft, lautet: «Nach einer Woche lassen sie dich im Stich und sagen, dass das nichts für sie ist».

Die 90-%-Quote, die die Lücke nicht schließt

Die Vermittlungsdaten sind hervorragend. Die Ausbildungsgänge in den Bereichen Bau, Holz, Schweißen und Elektro erreichen Integrationsquoten von 90 %, und ein großer Teil dieses Erfolgs stellt sich bereits vor Abschluss des Kurses ein: Die Schüler der Grundqualifizierung (FP Básica) verbringen die Hälfte des Jahres in Betrieben, und viele bleiben nach zwei Jahren dort. Von den Bildungszentren wird jedoch ein unbequemer Aspekt hervorgehoben: Einige junge Leute lehnen Angebote ab, um ihre Ausbildung fortzusetzen.

Das Ungleichgewicht liegt nicht an der Motivation, sondern am Volumen. Große Bauträger in der Stadt, wie Santiago Sur Galicia, geben zu, dass auch sie Schwierigkeiten haben, Personal zu finden. Der kälteste Indikator findet sich im Portal der Fundación Laboral de la Construcción (Arbeitsstiftung Bau): Allein in der Provinz A Coruña gibt es etwa dreißig offene Stellen für verschiedene Profile. Und sie bleiben unbesetzt.

Berufe, die niemand besetzen kann

Es gibt eine klare Hierarchie im Mangel. Was am schwersten zu finden ist, so José Manuel Gerpe von Ingenia Hogar, sind Fachkräfte für Fundamente, Tragwerke, Fassaden, Schweißarbeiten und Fliesenlegung. Also harte und spezialisierte Arbeit. Hinzu kommen Dreher, Tischler und Elektriker mit Kenntnissen in Gebäudeautomation und Steuerungen.

Je spezifischer die Aufgabe, desto schwieriger wird es. Einen Maurer, Installateur oder Elektriker zu finden, ist noch möglich; einen Tischler anzurufen, der verfügbar ist, nicht. Die veröffentlichten Stellenausschreibungen bestätigen dies: Schweißer, Gerüstbauer, Schalungsmeister, Verkleidungstechniker und erfahrene Bauleiter. Es gibt viele Stellen für Maurer, Maler und Gesellen erster Klasse, aber auch Angebote für Techniker für Prävention und Qualitätskontrolle mit 32.000 Euro Bruttojahresgehalt und mindestens drei Jahren Erfahrung.

Wie viel wird gezahlt – und wie viel sollte gezahlt werden?

Hier beginnt der Teil, den der Bericht nicht direkt adressiert. Unter den zirkulierenden Angeboten befindet sich eines mit 775 Euro Bruttomonatsgehalt für vier Stunden täglich, mit Arbeitsbeginn am 22. April. Für einen Maurer mit 50 Wochenstunden sprechen einige von 1.200 bis 1.300 Euro monatlich, ohne Urlaubszuschläge oder Zulagen.

Die Berechnung, die unter kritischen Kommentatoren wiederkehrt, ist einfach: Das, was man für 1.300 oder 1.400 Euro bezahlt, wäre tatsächlich zwischen 1.800 und 2.000 Euro wert, behaupten sie. Ein Nutzer erläutert, dass ein Hilfsarbeiter, der 1.200 Euro erhält, das Unternehmen inklusive Sozialabgaben etwa 2.000 Euro kostet, und ein Geselle mit 1.600 oder 1.700 Euro Lohn kommt auf 2.400 Euro; seine Schlussfolgerung ist, dass der Geselle bei einer Differenz von 400 Euro deutlich mehr leistet.

Teams halten ist billiger als suchen

Luis Louzao von der Poolfirma Aquadiseño hat seine eigene Theorie darüber, warum Leute gehen. Transparenz, keine Unternehmensprobleme auf die Mitarbeiter abwälzen, jede Überstunde bezahlen und Burnout vermeiden. «Am Ende verbringen wir mehr Zeit miteinander als mit unseren Familien», argumentiert er. Óscar Rey von Inmobiliaria Julio Rey gehört zu denen, die sagen, sie hätten keine Probleme, Fachkräfte zu finden, und fasst es in einer Maxime zusammen: «Hai que coidar á xente» (Man muss sich um die Menschen kümmern).

Der Kontrast, den die Fachleute selbst beschreiben, ist klar: Wo jede Überstunde bezahlt und die Erholung respektiert wird, bleibt das Personal; wo man auf Gehaltsbietwettbewerbe setzt, kann der neue Mitarbeiter nach einer Woche verschwunden sein.

Physischer Verschleiß und Kurse, die der Arbeitnehmer zahlt

Es gibt Kosten, die auf keiner Lohnabrechnung erscheinen. Im Forum berichten Nutzer über chronische Folgen in der Branche: Hernien, geschädigte Rücken, Menschen, die mit 35 Jahren bereits lebenslang eingeschränkt sind. Die Betroffenen vertreten die Ansicht, dass ein Beruf, der den Körper auf Raten fordert, einen Lohnzuschlag erfordert, der heute ihrer Meinung nach fehlt.

Zur Härte kommt laut einem Nutzer die Bürokratie hinzu: Das Gesetz sagt, dass Schulungskurse vom Arbeitgeber bezahlt werden, aber in der Praxis – fügt er hinzu – werden sie vom Kandidaten verlangt, mit Ausgaben, die sich auf rund 1.000 Euro belaufen können. Derselbe Teilnehmer versichert, dass Bewerber bei einigen Angeboten Sicherheitsschuhe, Kleidung, Auto und Werkzeug stellen müssen, bevor sie unterschreiben, und dass derjenige eingestellt wird, der am wenigsten fordert.

Der kleine Kunde steht hinten an

Wer die endgültige Rechnung dafür zahlt, ist nicht der große Bauträger. Wenn Arbeitskräfte fehlen, werden Projekte mit höheren Budgets zuerst priorisiert, und kleinere warten. Das Ergebnis sind Wartelisten, die bis zu einem Jahr betragen können, um das Lebenstraumhaus zu bauen. Der Privatperson, die ein Bad renovieren oder eine Villa bauen möchte, konkurriert – benachteiligt – mit Akteuren, die Millionen bewegen.

Die Paradoxie ist serviert. Eine Branche, die nach fast einem Jahrzehnt halbherzigen Überlebens wieder auflebt, mit 90-%-Vermittlungsquoten in ihren Ausbildungszyklen und dreißig offenen Stellen allein in A Coruña, schafft es nicht, ihre Teams zu füllen. Warum finden Ausgebildete Arbeit, während die Baustellen weiter warten?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (421 Antworten).

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