Ex-König soll Urdangarin mit 300.000 € Ibex-Beraterposten verschafft haben

Iñaki Urdangarin wurde als Rechtsberater für ein Ibex-35-Unternehmen mit einem Jahresgehalt von 300.000 € eingestellt, mutmaßlich auf Drängen des ehemaligen spanischen Königs.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ex-König soll Urdangarin mit 300.000 € Ibex-Beraterposten verschafft haben
Urdangarin soll als Rechtsberater eines Ibex-Unternehmens 300.000 Euro verdienen

Ein wegen Korruption verurteilter Mann wurde als Rechtsberater eines Ibex-35-Unternehmens mit einem Jahresgehalt von 300.000 Euro eingestellt. Das Detail, das diese Geschichte zu mehr als einer bloßen Anekdote macht, ist die Frage, wer hinter der Einstellung stecken könnte: den Informationen zufolge der King emérito (der ehemalige spanische König). Iñaki Urdangarin, der Ex-Mann von Infanta Cristina, tritt erneut in die Öffentlichkeit – nicht wegen seiner beruflichen Verdienste, sondern wegen des Schattens, der ihn seit dem Noos-Fall (einem Korruptionsskandal um das spanische Königshaus) begleitet.

Die Summe ist nicht unerheblich. Dreihunderttausend Euro pro Jahr liegen weit über dem Gehalt eines durchschnittlichen Rechtsberaters in einer spanischen Kanzlei. Zudem lässt das Profil des Eingestellten – verurteilt wegen Delikten im Zusammenhang mit der Veruntreuung öffentlicher Gelder – die offensichtliche Frage aufkommen, nicht ob er sich mit Handelsrecht auskennt, sondern wen er schützt und von wem er Schutz erhält.

Was über Urdangarins neuen Job bekannt ist

Die vom Journalisten Juan Luis Galiacho verbreiteten Informationen sehen Urdangarin als Berater der Rechtsabteilung eines bedeutenden Ibex-35-Unternehmens. Welches Unternehmen es genau ist, wird nicht spezifiziert. Es bleibt unklar, ob die Position tatsächliche Aufgaben beinhaltet oder ob es sich um eine reine Postenbesetzung mit Gehalt, aber ohne effektive Arbeitslast handelt. Genau diese Unklarheit schürt das Misstrauen.

Die Parallele zu anderen Fällen von „Drehtüren-Effekten“ (Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft) ist unvermeidlich. Der Unterschied hier ist jedoch, dass der Begünstigte kein hochrangiger Politiker ist, der aus der Regierung ausscheidet, sondern jemand, der seine Strafe verbüßt hat und der, verschiedenen Berichten zufolge, während des Gerichtsverfahrens die Geheimnisse des Umfelds des King emérito geschützt hat. Loyalität wird in gewissen Kreisen bezahlt.

Berufliche Wiedereingliederung oder verdeckte Vorteilsnahme?

Es gibt Stimmen, die verteidigen, dass jeder, der seine Strafe verbüßt hat, ein Recht auf berufliche Wiedereingliederung hat. Dieses Argument ist abstrakt betrachtet solide. Das Problem entsteht jedoch, wenn die Wiedereingliederung in einer Führungsposition in einem Unternehmen besteht, das in regulierten Sektoren tätig ist und voraussichtlich Interessen gegenüber der Verwaltung vertritt. Die Wiedereingliederung eines Klempners ist das eine; die eines wegen Korruption verurteilten ehemaligen Herzogs etwas ganz anderes.

Die am häufigsten genannte Ironie in der Analyse ist, dass Urdangarin zwar juristische Erfahrung hat, diese jedoch primär im Strafrecht liegt. Sein Aufenthalt im Gefängnis könnte ihm ein praktisches Verständnis der Justiz vermittelt haben, das nur wenige Berater vorweisen können. „Macht es nicht wie ich, sonst werdet ihr erwischt“, wäre sein wertvollster Rat.

Das 300.000-Euro-Gehalt und die Kluft zum Durchschnittsverdiener

Um die Zahl einzuordnen: 300.000 Euro jährlich entsprechen mehr als 20.000 Euro im Monat bei vierzehn Monatsgehältern. Das ist mehr, als ein Reaccionariorzt in einigen Bereichen in einem ganzen Jahrzehnt verdient. Es ist vor allem eine Summe, die man nicht für einen konventionellen Lebenslauf zahlt.

Der Vergleich mit anderen millionenschweren Postenbesetzungen ist üblich. Ähnliche Gehälter werden im Umfeld großer Unternehmen und internationaler Organisationen genannt, stets verknüpft mit bekannten Namen oder ausstehenden Gefälligkeiten. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass der Elite-Arbeitsmarkt nach anderen Regeln funktioniert: Man stellt nicht den Besten ein, sondern den Nützlichsten.

Wer zahlt und warum: der Schatten des King emérito

Die Informationen deuten darauf hin, dass der King emérito hinter der Einstellung steht. Das bedeutet, dass das Gehalt nicht aus Urdagarins eigener Tasche für seine Dienste stammt, sondern eine Form ist, ihn in der Umlaufbahn zu halten – kontrolliert und dankbar. Der Ausdruck, der diese Dynamik zusammenfasst, ist der „Kauf von Schweigen“: Wer während des Prozesses schwieg, wird nun in Form eines Gehalts entschädigt.

Auch die Parallele zum Ende von Alfonso XIII wird in der Analyse gezogen. Wenn der Monarch keine Argumente mehr hat, flieht er mit vollen Taschen. Der Unterschied ist, dass es heute kein Exil gibt, sondern Ibex-Unternehmen, die bereit sind, als Vermittler zu fungieren.



Wie lange kann ein System bestehen, in dem Loyalität als Verdienst und Transparenz als Strafe gilt? Die Antwort liegt, wie fast immer, nicht vor Gericht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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