Evangelikaler Aufstieg in Spanien: ein stiller religiöser Wandel?
In nur vier Minuten mit dem E-Scooter zählt ein Beobachter zwei evangelikale Kirchen in ehemaligen Gewerberäumen. Die Verbreitung dieser Kirchen in Arbeitervierteln, angetrieben durch die Einwanderung aus Lateinamerika, verändert die religiöse Landschaft Spaniens in einem Tempo, das weder die katholische Kirche noch der Staat vorherzusehen scheinen.
Von der Einwanderung in die Kanzel: die Verbindung mit Lateinamerika
Die massive Zuwanderung aus Lateinamerika hat nicht nur die Demografie verändert, sondern auch das geistliche Angebot. Während die katholische Kirche, der vorgeworfen wird, die "Invasion" mitzutragen, hoffte, die Neuankömmlinge an sich zu binden, haben sich viele von ihnen stattdessen den evangelikalen Netzwerken zugewandt, die ihrer kulturellen Tradition näher stehen und eine deutlich konservative und kapitalistische Botschaft verbreiten. Ein Teil der Analyse sieht in dieser Dynamik eine Beschleunigung eines religiösen "großen Austauschs", bei dem Kirchen Räume übernehmen, die früher anderen Zwecken dienten.
Sind die Evangelikalen eine Alternative zum 'Cucktolicismus'?
Angesichts der Krise der institutionellen Kirche betrachten manche den Aufstieg des Evangelikalismus wohlwollend, wegen seiner Nähe zu Rechten und freiem Markt. Andere warnen jedoch, dass es sich um ein ebenso dogmatisches Phänomen mit aggressiver Missionstätigkeit handelt, das sich bereits im öffentlichen Raum bemerkbar macht – mit Predigten in der Metro und der Vermehrung von Gotteshäusern. Die Ironie: Die katholische Hierarchie, die die Masseneinwanderung unterstützt hat, sieht sich nun unerwarteter Konkurrenz gegenüber.
Die Zahl, die niemand offiziell erfasst
Aktuelle offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Anzeichen wie die ständige Eröffnung von Kirchen in Arbeitervierteln und der Aufstieg lateinamerikanischer evangelikaler Influencer auf TikTok deuten auf ein unaufhaltsames Wachstum hin. Die offene Frage ist, ob Spanien, traditionell katholisch, aber zunehmend säkularisiert, am Ende eine religiöse Umgestaltung erleben wird, bei der der evangelikale Protestantismus eine zentrale Rolle einnimmt, während die pogre Elben weg schauen.
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