Europa testet Finanztokenisierung mit DLT

Die EU aktiviert die DLT-Pilotverordnung zur Tokenisierung von Finanzanlagen, während MiCA und der digitale Euro die Krypto-Regeln neu schreiben. Ist Europa bereit?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Europa testet die Finanztokenisierung mit der DLT-Pilotverordnung

Die Europäische Union hat die Verordnung (EU) 2022/858 in Kraft gesetzt, bekannt als DLT-Pilotverordnung, die autorisierten Unternehmen erlaubt, tokenisierte Finanzinstrumente unter Aufsicht zu handeln und abzuwickeln. Die Maßnahme ist technologieneutral und schreibt keine bestimmte Blockchain vor, eröffnet aber Banken und Vermögensverwaltern die Möglichkeit, mit Permissioned Networks zu experimentieren. Und sie kommt nicht allein: In nur drei Tagen tritt MiCA in Kraft, der nicht lizenzierte Börsen wie Binance vom Markt drängen wird; der digitale Euro hat bereits eine Roadmap für 2029 mit einem Limit von 3.000 Euro pro Wallet; und die europäische digitale Identitätsbrieftasche wurde gerade vorgestellt. Das Paket ist ehrgeizig, wirft aber Fragen zur technischen Leistungsfähigkeit und zur tatsächlichen Reichweite auf.

Ein Test, der keine Blockchain vorschreibt

Die Pilotverordnung erlaubt den Betreibern, ihre eigene DLT-Architektur vorzuschlagen — ob öffentlich, privat oder hybrid — sofern der Aufseher (national oder die ESMA) Sicherheit, Anlegerschutz und Marktintegrität bestätigt. Anders als manche erwartet, gibt es keine Pflicht zur Nutzung von Ripple oder eines öffentlichen Netzwerks. Höchstwahrscheinlich werden die Tests auf Permissioned Networks stattfinden, die von Finanzinstituten kontrolliert werden, nicht auf offenen Chains. Im Kern handelt es sich um eine regulatorische Sandbox zur Tokenisierung von Aktien, Anleihen oder Fonds, ohne die traditionellen Regeln dauerhaft zu verändern.

Verschiebung von Stablecoins zum digitalen Euro

Parallel dazu beschleunigt die EZB den digitalen Euro mit dem erklärten Ziel 2029. Kritiker weisen darauf hin, dass die EU private Stablecoins wie USDC oder USDT verdrängen will, deren Deckung durch US-Staatsanleihen der europäischen Kontrolle entzogen ist. Der Vorschlag umfasst eine Wallet mit digitaler Identität (noch ohne öffentlichen Code) und ein Limit von 3.000 Euro für den Alltag.
  • MiCA verdrängt ab dieser Woche Börsen ohne europäische Lizenz.
  • Der digitale Euro wird die Bestände begrenzen, um Abflüsse von Bankeinlagen zu verhindern.
  • Öffentliche Verträge könnten Zahlungen in der digitalen Währung vorschreiben.

Skepsis gegenüber der technischen Leistungsfähigkeit

Die Skepsis rührt aus Europas historischer Schwäche im Bereich dezentraler Rechentechnik. Dass die europäische Wallet dem gescheiterten Europass-System ähnelt, stimmt nicht gerade optimistisch. Auch hilft es nicht, dass der Code des digitalen Euro weiterhin unzugänglich bleibt, während die Bürokratie Lösungen für 2029 verspricht. Unterdessen startet die Finanztokenisierung in ihre Pilotphase. Der regulatorische Lärm ist ohrenbetäubend; die tatsächliche Umsetzung bleibt ein Rätsel.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver