Euribor bei 4,1 %: Wie viele Hypotheken sind variabel verzinst?

Bei einem Euribor von 4,147 % bleiben je nach Quelle 40 bis 70 % der spanischen Hypotheken variabel. Tagesgeldangebote reichen von 2,8 % bis 4 %.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Euribor bei 4,1 %: Wie viele Hypotheken sind variabel verzinst?
Euribor bei 4,1 %: Wer zahlt 300 Euro mehr und wer merkt es kaum?

Mit dem Euribor bei 4,147 % am 23. Juni 2023 stellt sich nicht mehr die Frage, ob der Indikator steigt oder fällt, sondern wer die Zeche zahlt. In Spanien existieren zwei Narrative über denselben Kreditbestand: Das eine besagt, dass fast alle Festzins haben und nur wenige betroffen sind; das andere behauptet, die Mehrheit der laufenden Hypotheken sei an den Index gebunden. Die Zahlen beider Lager passen nicht zusammen. Hier prallen die Daten aufeinander.

Wie viele spanische Hypotheken sind noch variabel verzinst?

Die Verteilung hängt davon ab, wer rechnet. Eine Analyse geht davon aus, dass rund 60 % der aktiven Hypotheken fest verzinst sind und beim verbleibenden variablen Anteil von 40 % ein Großteil des Kapitals bereits getilgt ist.

Eine andere Lesart, die ein Nutzer den INE-Statistiken (Nationales Statistikinstitut) zuschreibt, kommt zu einem anderen Ergebnis: Zwischen 2016 und 2020 wurden etwa 65 % variabel und 35 % fest abgeschlossen; vor 2015 lag der Festzinsanteil unter 10 %. Ein weiterer Nutzer ergänzt, dass bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 25 Jahren jemand, der 2009 kaufte, noch zehn Jahre lang variable Zinsen zahlen könnte.

Ein dritter Nutzer verweist auf einen Link, wonach sich 30 % der Hypotheken in ernsthafter Zahlungsunfähigkeitsgefahr befinden; daraus ergibt sich die Zahl von über einer Million Haushalten. Diese Berechnung verwandelt eine Diskussion im Freundeskreis in ein Problem der Kreditvergabe.

Der konkrete Fall: 300 Euro mehr monatliche Rate

Alle Beispiele zeigen dieselbe Tendenz. Eine 2007 abgeschlossene variable Hypothek mit 35 Jahren Laufzeit und 89.000 Euro Restschuld hat die Rate um fast 300 Euro steigen lassen. Eine andere mit 45.000 Euro offener Schuld wurde um 25 Euro erhöht. Und ein dritter Fall, 2017 variabel finanziert, hat durch Verzicht auf Reisen und Luxusgüter 130.000 Euro getilgt; ihm bleiben 35.000 Euro, und die Erhöhung beläuft sich auf 20 Euro: Das bedeutet, dass ihm der Euribor egal ist.

Der Unterschied liegt nicht im Glück, sondern daran, wie viel Kapital noch offen ist und wann abgeschlossen wurde. Für manche ist die Anpassung lästig, für andere der entscheidende Schlag.

Warum steigen die Spareinlagen nicht im Takt des Euribors?

Unter den im Thread genannten Angeboten gibt es 2,80 % auf 12 Monate für bestehendes Geld und 3,30 % für neues Geld, wobei manche Angebote gar nicht auf der Website stehen: Man muss persönlich zur Filiale kommen. Auch ein Neobank-Anbieter wird erwähnt mit 3,30 % auf ein Jahr oder sogar 4 % auf sechs Monate für Neukunden.

Für einen anderen Nutzer ist der Kontrast zur Inflation das Problem. Dieser berechnet, dass der reale Preisanstieg in den letzten zwei Jahren deutlich über 15 % lag, während Spareinlagen maximal 2 % oder 3 % brachten. Er schlussfolgert, dass der Euribor bei 4,1 % dies nicht ausgleicht und der Sparer die Kosten trägt.

Das Problem der Nachzügler

Mehrere Teilnehmer stimmen darin überein, dass es für Nicht-Käufer schlimmer ist. Da Mieten in vielen Gegenden die Hypothekenrate erreichen oder übertreffen, ist das Sparen für die Eigenkapitalquote unmöglich geworden. Wer gerade im Kaufprozess steckt, riskiert seine Reserven, wenn die Finanzierung scheitert. Entweder sinken die Preise oder niemand kauft mehr, fasst das Argument zusammen.

Über staatliche Hilfen herrscht Uneinigkeit. Ein Teilnehmer erinnert daran, dass die 200-Euro-Inflationsprämie kaum jemanden erreicht hat. Ein anderer warnt, dass bei steigender Arbeitslosigkeit die Immobilienpreise fallen werden und die Erleichterungen für Hypothekennehmer letztlich von allen Steuerzahlern getragen werden. In einem zitierten Fall erlaubt der Verhaltenskodex für gute Praxis (código de buenas prácticas) den Wechsel von Euribor plus 0,75 auf Euribor minus 0,1, im Gegenzug für fünf Jahre reine Zinszahlung.



Bei einem Euribor von 4,1 % bemerkt ein Nutzer, dass die Terrassencafés voll sind. Vielleicht haben die meisten Festzins, wie ein Teilnehmer behauptet. Oder vielleicht stehen eine Million Hypotheken kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, laut einem anderen. Es sind zwei Erzählungen, die nicht zusammenpassen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (209 Antworten).

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