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EU schreibt austauschbare Akkus für Smartphones ab 2027 vor
Die EU verpflichtet Hersteller, ab 2027 austauschbare Akkus und Ersatzteile bereitzustellen, um geplante Obsoleszenz zu bekämpfen.
Brüssel erzwingt austauschbare Akkus in Smartphones ab 2027
Ist es sinnvoll, dass ein 900-Euro-Handy im Schrank landet, nur weil der Akku kaputt ist? Brüssel sagt nein. Die neue EU-Verordnung wird alle ab 2027 verkauften Smartphones dazu verpflichten, vom Nutzer selbst austauschbare und langlebigere Akkus zu haben. Die Regelung verlangt zudem zehn Jahre lang verfügbare Ersatzteile und Anleitungen mit dem erklärten Ziel, die geplante Obsoleszenz einzudämmen. Wer ein versiegeltes, leichtes Gerät möchte, muss woanders suchen. Oder sich fügen.
Was genau fordert die EU-Norm?
Das Regulierungspaket setzt an drei Punkten an. Erstens: Der Käufer muss die Zelle ohne Werkstattbesuch und ohne exotisches Werkzeug wechseln können. Zweitens: Der Akku muss mehr Ladezyklen aushalten, bevor er degradiert. Drittens: Es müssen zehn Jahre lang Ersatzteile und technische Dokumentation verfügbar sein. Als Vorbild dient USB-C: Nach der Standardisierung des Ladeports bewies die EU, dass sie globale Märkte lenken kann. Nun will sie das Gleiche mit dem Teil erreichen, das zuerst ausfällt.
Die Logik ist im Grundsatz schwer zu bestreiten: Wenn der Akku zuerst stirbt, bindet man ihn an den Rest des Geräts und verdammt ein funktionierendes Produkt zum Müll. Der Hersteller hingegen verliert seinen wirksamsten Hebel, um einen Neukauf alle zwei bis drei Jahre anzukurbeln.
Der Mythos vom dickeren und teureren Handy
Das häufigste Gegenargument lautet, dass die Maßnahme Telefone dicker und teurer macht. Das Ingenieurwesen der letzten zehn Jahre hat den Platz für die Zelle millimetergenau optimiert, indem sie versiegelt und gegen Stöße sowie Feuchtigkeit geschützt wurde. Dieses Design für alle Modelle neu zu gestalten bedeutet buchstäblich, bei Null anzufangen.
Die Gegenreaktion kommt mit einem Eigennamen: Das LG V20, 2016 auf den Markt gebracht und das letzte Flaggschiff mit austauschbarem Akku, war weder dicker noch schwerer als seine versiegelten Konkurrenten. Und beim Preis zirkulieren andere Daten: Low-End- und Mittelklasse-Smartphones haben oft größere Akkus als viele Flaggschiffe und kosten einen Bruchteil. Was die Rechnung in die Höhe treibt, sind Bildschirm, Kameras, Speicher und Prozessor. Nicht die Zelle.
Bleibt der Kostenfaktor für die Neugestaltung, den jemand tragen muss. Die Frage ist, ob die Marge des Herstellers oder die Kasse des Käufers das schluckt.
Der Akku ist nicht die einzige Form der Obsoleszenz
Hier liegt die Nuance, die die Norm halbherzig behandelt. Das Leben eines Handys endet auf zwei Wegen: Degradation der Zelle und Einstellung der Software-Unterstützung. Den Akku alle drei Jahre zu wechseln bringt nichts, wenn im vierten Jahr das System keine Patches mehr erhält und zum Sieb wird.
Die Forderung nach Ersatzteilen über zehn Jahre erwähnt das Betriebssystem nicht. Ein Telefon mit erneuerter Hardware, aber ohne Updates bleibt ein Briefbeschwerer mit Bildschirm. Der Vergleich, der im Raum steht, ist das PC-Ökosystem: Geräte, die acht Jahre alt sind und neue Software laufen lassen – etwas, was das Smartphone per Design nicht erlaubt.
Friert eine gesetzte Norm Innovation ein?
Die Parallele zu USB-C entfacht eine weitere Diskussion. Micro-USB war eine freiwillige Vereinbarung zwischen Herstellern, aus der ohne Zwangsgesetz ein besserer Port hervorging. Jetzt, da Brüssel es obligatorisch gemacht hat, befürchten manche, dass der Anreiz, etwas Überlegenes zu erfinden, verschwindet.
Dagegen spricht, dass USB-C bereits vor der Norm in Android dominierte und die Standardisierung verhinderte, dass jede Marke ihren eigenen Ladeanschluss schuf, um Kunden an maßgefertigte Ladegeräte zu binden. Der Standard, so die Argumentation, hindert nicht am Fortschritt: Er kann mit neuen, besseren Versionen koexistieren.
Laptops und Konsolen: Die nächsten auf der Liste
Die Standardisierung der Ports hält nicht beim Handy an. Die Pflicht, über USB-C zu laden, wurde auf Laptops ausgeweitet, ein Bereich, der denselben Marktlogiken folgt wie versiegelte Akkus. Und der Kalender zeigt weiter: Manche behaupten, dass auch Nintendo Switch-Konsolen, die nächstes Jahr in Europa verkauft werden, austauschbare Akkus haben werden.
Jede Ausweitung liefert Munition für beide Seiten. Der Verbraucher gewinnt Reparierbarkeit; der Hersteller, so das Argument, verliert die perfekte Ausrede, damit du vorzeitig erneuerst.
Wenn die Maßnahme funktioniert, hält das Handy doppelt so lange. Wenn der Preis steigt und die Software weiterhin im Stich gelassen wird, haben wir den Akku nur umsonst verlängert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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