EU schließt russische Banken aus Swift aus – Moskau prüft Goldzahlungen

Die EU schließt russische Banken vom Swift-System aus, bleibt aber auf Gas und Weizen angewiesen. Dies verteuert Importe und lässt Moskau alternative Käufer.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die EU schließt mehrere russische Banken vom SWIFT-System aus, während Moskau die Zahlung in Gold erwägt

Die von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigte Entscheidung, bestimmte russische Banken vom internationalen Nachrichtensystem SWIFT auszuschließen, hat eine Welle von Fragen darüber ausgelöst, wer letztlich die Kosten trägt. Die Situation ist paradox: Brüssel untersagt den russischen Instituten die Nutzung des globalen Zahlungsnetzwerks, ist gleichzeitig aber weiterhin auf Gas, Öl, Weizen und Düngemittel aus Russland angewiesen. Praktisch gesehen blockiert sich die Europäische Union damit selbst den Weg zur Bezahlung dieser Rohstoffe, während der Rest der Welt weiterhin problemlos mit Russland Handel treiben kann. Analysen zufolge führt dies zu einer sofortigen Verteuerung aller Importgüter.

Was genau bedeutet der Ausschluss Russlands aus SWIFT?

SWIFT ist das Netzwerk, das Banken weltweit für internationale Überweisungen verbindet. Der Ausschluss eines Instituts bedeutet, dass ihm der Standardkanal für Zahlungen über seine Grenzen hinweg entzogen wird. Diese Maßnahme ist jedoch kein vollständiger Blockadezustand: Sie betrifft eine Auswahl russischer Banken, nicht alle Akteure im Land. Dieser wichtige Detailunterschied wird in vielen Schlagzeilen oft übergangen.

Das Problem besteht darin, dass der Ausschluss Russland nicht daran hindert, sein Gas an China, Indien oder den Iran zu verkaufen. Er verhindert lediglich, dass Europa normal dafür zahlt. Die EU schließt sich also selbst aus dem Zahlungsstrom aus, während Moskau alternative Abnehmer behält. Manche fassen es drastisch zusammen: Die einzigen armen Kunden Russlands werden die Europäer sein.

In der Debatte kursiert die Berechnung, dass ohne russisches Gas keine Heizung, kein Strom und keine Düngemittel für die Landwirtschaft möglich sind. Und ohne russischen Weizen steigen die Lebensmittelpreise für europäische Käufer, die Zugang zu einem engeren Markt mit geringerer Verhandlungsmacht haben. Die Folge ist laut dieser Sichtweise eine kaskadierende Preiserhöhung bei allen Importen.

Der Konflikt zwischen Euro und Rohstoffen

Im Kern geht es um die Frage, was mehr wert ist: Geld oder das, was man damit kaufen kann. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass Euro, Dollar oder jede andere Währung nur Papier sind, wenn kein materieller Wert dahintersteht. Russland hat Weizen und Gas. Europa hat Euros und Mercedes. Wer dreimal täglich essen und heizen muss, ist in einer schwächeren Position als derjenige, der Lebensmittel und Heizmaterial verkauft.

Das Gegenargument lautet, dass europäische Produkte, insbesondere Maschinen und Autos, aufgrund ihrer Qualität weltweit gefragt sind. Der europäische Fertigungsstandard gehört zu den besten der Welt, argumentieren jene, die glauben, die Verhandlungsposition der EU sei nicht so fragil. Aber ein Auto kauft man alle zehn Jahre; Heizung und Essen braucht man jeden Tag.

Ein Aspekt, der viele überrascht, ist, dass öffentliche Schulden in Euro nicht mehr akzeptiert werden, um bei Russland Nahrungsmittel oder Gas zu kaufen. Die Europäische Zentralbank kann Schulden emittieren, aber diese werden in Moskau nicht als Zahlungsmittel anerkannt. Geld hört auf, Geld zu sein, wenn der Verkäufer es nicht will.

Kann Russland Zahlungen in Gold oder Bitcoin verlangen?

Wenn Moskau beschließt, dass seine Rohstoffe in Gold, Bitcoin oder einem anderen Vermögenswert außerhalb des Dollars bezahlt werden müssen, steht das westliche Finanzsystem vor einem ernsthaften Problem. Das ist die Hypothese, die am meisten beunruhigt: Der Dollar verliert seine Funktion als obligatorisches Zahlungsmittel im Energiehandel.

Das Petrodollar-System, bei dem Rohöl in Dollar gehandelt wird, basiert auf einer Kombination aus militärischer und finanzieller Macht. Raketen sind das Fundament, auf dem alle anderen Waffen ruhen, einschließlich des Dollars selbst. Jedes Land, das versucht hat, aus diesem System auszusteigen, ist schlecht geendet. Die Frage ist, ob Russland mit seinem Atomwaffenarsenal in der Lage ist, einen Regelwechsel zu erzwingen.

Die tatsächlichen Kosten für den europäischen Bürger

Jenseits der Geopolitik zeigen sich die Auswirkungen im Einkaufswagen und auf der Stromrechnung. Steigende Energiepreise ziehen Industrie, Transport und Lebensmittelversorgung nach oben. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für bestimmte Produkte wirkt wie eine Fußnote im Vergleich dazu, was bevorsteht, wenn Gas und Weizen schlagartig teurer werden.

Die Ironie liegt darin, dass die Maßnahme als Sanktion gegen Russland präsentiert wird, aber der erste Leidtragende könnte der europäische Verbraucher sein. Der Schuss kann nach hinten losgehen, räumen sogar Befürworter einer harten Linie ein. Die zentrale Frage ist, wie lange Europa bereit ist, mehr für dasselbe zu zahlen.

Deutschlands Reaktion und die Rolle der NATO

Dieses Ereignis hat die deutsche Energieabhängigkeit und Berlins Unbehagen über die ihm von Washington zugewiesene Nebenrolle deutlich gemacht. Der Druck auf den deutschen Bundeskanzler, eine festere Haltung einzunehmen, wächst, und einige fordern eine europäische Armee mit blauer Flagge und Sternen.

Die Diskussion über höhere Verteidigungsausgaben, die bereits von der vorherigen US-Regierung angestoßen wurde, kehrt in den Vordergrund. Europa muss seine Interessen innerhalb der NATO schützen, und das kostet Geld. Das Problem ist, dass die Rechnungen für Energie und Verteidigung gleichzeitig eintreffen.

Mögliche Folgen für den Dollar und den Welthandel

Niemand besitzt eine Kristallkugel. Was bekannt ist, ist, dass China aufmerksam beobachtet und der Rest der Welt weiterhin mit Russland handeln kann, ohne das europäische SWIFT-Netzwerk zu nutzen. Wenn Moskau und Peking alternative Zahlungsabkommen schließen, verliert der Dollar Marktanteile.

Die häufigste Hypothese ist, dass das System in zwei Kreisläufe zerfällt: einen westlichen und einen alternativen. In diesem Szenario zahlt Europa mehr für alles, während Russland an andere verkauft. Der Gewinner, falls es einen gibt, ist derjenige, der das verkauft, was alle brauchen.



Am Ende ist die Tatsache, die verwirrt, einfach: Die EU hat beschlossen, sich selbst daran zu hindern, für das zu bezahlen, was sie braucht, während der Rest der Welt weiterhin beim selben Verkäufer kauft. Den Preis für dieses Paradoxon zahlt der europäische Bürger, der noch nicht weiß, wie teuer ihn dieser Zug kosten wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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