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Esequibo: Spaniens Dokumente gegen Schiedsspruch von 1899
In Spanien aufbewahrte Originaldokumente der Generalkapitänenschaft weisen das Esequibo-Gebiet als venezolanisch aus. Der Schiedsspruch von 1899 und Öl interests stehen im Zentrum.
Esequibo: Spaniens Dokumente gegen Schiedsspruch von 1899
Venezuelas Anspruch auf die Guayana Esequiba stützt sich nicht auf Rhetorik, sondern auf Archive. Das zentrale Argument lautet, dass in Spanien die Originaldokumente der Generalkapitänenschaft Venezuelas erhalten sind, welche das Gebiet westlich des Esequibo-Flusses unter spanische Verwaltungsgewalt stellen. Auf dieser Basis wird behauptet, das Territorium sei rechtlich venezolanisch und der Schiedsspruch von 1899 – laut dieser Lesart hastig unterzeichnet – ungültig. Venezuela hat ihn nie anerkannt.
Der angerufene juristische Grundsatz ist das uti possidetis iuris: Jedes vom Kolonialreich verwaltete Gebiet geht an den unabhängig gewordenen Staat über. Der übliche Einwand, Spanien habe dort keine dauerhaften Siedlungen gegründet, wird mit einem Vergleich entkräftet: Der venezolanische Bundesstaat Amazonas hatte bis Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls keine moderne Bevölkerung, doch niemand bezweifelt seine Souveränität. Dschungel wird nicht durch Stadtbau verwaltet.
Was die Dokumente sagen und was 1899 unterzeichnet wurde
Die Erzählung, die den Streit trägt, beginnt 1822, als venezolanische Diplomaten gegen die Anwesenheit britischer Siedler protestierten. Es wird ausdrücklich bestritten, dass Bolívar Guyana den Briten geschenkt habe: Diese Linie hält fest, dass es kein Dokument oder Beweismittel dafür gibt. Die spanische Anerkennung der venezolanischen Unabhängigkeit in den 1840er-Jahren hätte die territorialen Rechte der Kapitänenschaft, einschließlich des Esequibo, übertragen.
Der Schiedsspruch von 1899 wird im Material als ein hastig zustande gekommener Pacolaudo (Scheinurteil) bezeichnet, mit weniger Rechtskraft als ein katalanisches oder russisches Referendum. Die USA hätten im Sinne der Monroe-Doktrin für Venezuela interveniert und das Gebiet explizit umstritten gelassen. 1966 gewährte London Guyana die Unabhängigkeit, während es das strittige Gebiet de facto verwaltete. Hier beginnt das moderne Problem.
Öl, Sanktionen und die Verteilung des Kuchens
Der wirtschaftliche Aspekt ist der eigentliche Treiber. Seit der Aktivierung massiver Sanktionen gegen venezolanisches Öl ab 2016 wird das Rohöl aus dem Esequibo zum begehrten Objekt. Erwähnt werden Washingtons Kauf von russischem Rohöl und die Ausbeutung des strittigen Feldes inklusive Provisionen. Die zugrunde liegende Rechnung: Guyana, mit etwa einer Million Einwohner, könnte sich binnen weniger Jahren wie Qatar bereichern und eine moderne Armee finanzieren, die einem verarmten Venezuela die Rückeroberung des Gebiets unmöglich macht.
Der Vergleich mit Westsahara wird ohne Scheu gezogen: dieselbe Strategie, mit Marokko und Israel im Hintergrund. Die These der Plünderung wird durch wiederholte demografische Daten gestützt: Venezuela wuchs von 2 Millionen Einwohnern 1900 auf 30 Millionen 2010, während Norwegen von 2 auf 5 Millionen stieg. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem und wird ungeschönt formuliert.
Der interne Streit: Fordern oder warten?
Es herrscht kein Konsens über die Methode. Eine Strömung verteidigt den Anspruch als gerechtfertigt, auch wenn der Führende fragwürdig ist, und argumentiert, der Fehler liege darin, Gibraltar, die Falklandinseln und das Esequibo getrennt zurückzufordern: Man müsste es alle gleichzeitig tun, unter dem Dach der Hispanität. Eine andere Gruppe behauptet, die lateinamerikanische Unabhängigkeit sei das Werk einer an England verkauften Elite gewesen, die nur Dienstleistungen vergütete, und die Fragmentierung in absurde Republiken sei die Grundursache der heutigen Schwäche.
Die skeptische Seite warnt vor den Folgen: Ein militärisches Abenteuer würde wie im Irak enden oder wie in Panama 1989, mit dem Zusatz, dass der durchschnittliche Venezolaner, so das Argument, einen Monat echten Krieg nicht durchhalten würde. Die Gegenposition hält dagegen, dass die USA keinen Vorwand haben, solange sie andere Konflikte führen, und dass man zumindest einen Warnschuss abfeuern müsse.
Das überraschende Faktum
Die territoriale Ausdehnung dient als starkes Argument: Venezuela umfasst 1.076.000 km² gegenüber den 383.000 km² Norwegens ohne Spitzbergen. Das Esequibo, reiner Dschungel, gehört dem, der es militärisch verteidigen kann. Mit diesen Voraussetzungen lautet die vorsichtige Prognose, dass die Sache nicht vor Gericht gelöst wird, sondern erst dann, wenn jemand berechnet, dass die Kosten eines Handelns geringer sind als die des bloßen Zuschauens.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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