Erste Dates in Spanien: Kosten von bis zu 200 Euro monatlich

In Spanien sparen Personen, die vier- bis fünfmal im Monat gratis essen gehen, zwischen 100 und 200 Euro. Kaffee verdrängt das Abendessen beim ersten Date.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Erste Dates in Spanien: Kosten von bis zu 200 Euro monatlich
Vier kostenlose Abendessen pro Monat: Bis zu 200 Euro Ersparnis

Freitagabend in einem angesagten Restaurant. Er zahlt die Rechnung. Sie, so lautet die sich hartnäckig wiederholende Geschichte, hatte den Rest des Abends bereits mit einer anderen Person geplant. Auf dieser Szene – real in manchen Fällen, Karikatur in anderen – basiert eine wirtschaftliche These, die seit über einem Jahr kursiert: Das Abendessen beim ersten Date zu bezahlen bedeutet, für etwas im Voraus zu zahlen, das man nicht erhält. Die Rechnung scheint einfach: Zwischen 100 und 200 Euro Ersparnis pro Monat für jene, die es schaffen, vier- oder fünfmal kostenlos zu essen.

Die harte Version des Ratschlags lautet anders: Das Haus nicht verlassen, wenn kein Kaffee akzeptiert wird. Und das kommt mit einer Warnung. Wer beim ersten Abendessen nachgibt, gibt bei allem anderen nach.

Vom Bier zum Abendessen: Was für ein erstes Treffen vorgeschlagen wird

Die am häufigsten wiederholte Empfehlung hat wenig Romantisches an sich. Ein Kaffee, ein Bier, ein Eis oder ein Spaziergang. Kurz, günstig und ausreichend für ein- bis zweistündige Gespräche. Wenn es passt, wird verlängert; wenn nicht, hat niemand den Abend oder das Portemonnaie belastet.

Die zugrunde liegende Diagnose ist, dass sich das Format geändert hat. Früher reichten ein paar Biere oder ein Eis. Nun, so wird argumentiert, akzeptieren viele junge Leute nur noch Verabredungen in trendigen Lokalen zum Essen, und das mehrmals im Monat mit verschiedenen Personen. Das gezeichnete Bild ist nicht das einer verliebten Generation, sondern das einer geldlosen Generation mit vollen Terminkalendern voller fremdbezahlter Abendessen.

Ein Aspekt gewinnt an Gewicht, je weiter das Gespräch fortschreitet: Ein erstes Treffen mit einer unbekannten Person ist nicht dasselbe wie ein Abendessen mit Kollegen, vom Fitnessstudio oder aus dem nahen Umfeld. Im zweiten Fall werden die Kosten geteilt oder ohne Drama übernommen; manche beschreiben sogar, Freundinnen ohne jede Absicht eingeladen zu haben, nur um eine gute Zeit zu verbringen. Im ersten Fall dient der Kaffee als Filter und als Bekundung der Absichten.

Wer soll beim ersten Date zahlen?

Hier teilt sich die Debatte in drei Lager. Eine Gruppe verteidigt die klassische Höflichkeit: Wer einlädt, wählt den Ort und zahlt, während die andere Partei nicht das Teuerste auf der Karte bestellt oder die Einladung ausnutzt. Es ist Protokoll, keine Unterwerfung, und es wird daran erinnert, dass dieselbe Regel gilt, wenn eine Frau einlädt.

Eine zweite Gruppe verlangt strikte Aufteilung. Jeder zahlt seinen Teil. Eingeladen wird nur, wenn man selbst den Plan gewählt hat und Lust darauf hat, nicht als obligatorische Gebühr dafür, jemandem gegenüberzusitzen, den man gerade erst kennengelernt hat.

Die dritte Gruppe ist die lauteste: Immer zu zahlen wird als Zeichen von Unsicherheit interpretiert, das im Voraus abgegolten wird. Das Argument lautet, dass die andere Seite schnell lernt, welche Hebel funktionieren, und diese nutzt. Und wer einmal zahlt, zahlt zweimal.

Die am häufigsten genannte praktische Konsequenz ist, dass bei einem Kaffee als erstem Date die Ausgabe so gering ist, dass Einladen nicht wehtut. Es wird sogar als gutes Zeichen gewertet, wenn die andere Person anbietet, zu zahlen.

Der Einfluss von Dating-Apps auf die Kosten eines Treffens

Der Markt hat seine Größe verändert. Früher hatte eine attraktive Person aus einem engen Kreis nur wenige Kandidaten; mit Tinder und Instagram vervielfacht sich das Angebot und die Konkurrenz um dieselbe Aufmerksamkeit explodiert. Der Satz, der die Diagnose zusammenfasst: Der Dating-Markt ist ausgebrannt.

Daraus stammt ein Wort, das mit einem bitteren Beigeschmack verwendet wird: Dumping. Wer immer einlädt, setzt einen Referenzpreis, der alle anderen mitreißt, einschließlich jener, die nichts zahlen wollen. Und daraus auch der internationale Vergleich: In Asien und weiten Teilen Amerikas ist Einladen normal, während man in Spanien damit prahlt, wenig für Eindruck zu investieren. Der Ruf der Geizigkeit sei, so heißt es, keine urbane Legende.

Was ein kostenloses Abendessen wirklich kostet

Vier- oder fünfmal im Monat in einem trendigen Restaurant essen summiert sich auf 100 bis 200 Euro, die nicht aus der Tasche des Gastes kommen. Für den Zahlenden verteilen sich die Beträge auf Vorspeisen, Drinks und gelegentlich Parkgebühren. Manche fassen es in einer Schwelle zusammen: Etwa 50 Euro sollten nichts entscheiden, und sie zu einem Drama zu machen, offenbart eher eine Haltung als die Geldbörse.

Die Antwort darauf folgt schnell. Das Problem war nie das Geld, sondern die Lesart der Unterwerfung, die hinter jeder bezahlten Rechnung steht. Und hier zeigt sich der Boden des Marktes: Ein Zehn-Euro-Rotwein mit Mikrowellenpizza zu Hause oder ein Vier-Euro-Döner. Mit diesen Zahlen kostet Einladen fast nichts.

Die Berechnung, die die These trägt, und ihre Lücken

Der meistzitierte Prozentsatz ist hoch: Bei 80 % der Treffen zahlt die einladende Partei, plus Kosten, die nicht auf der Rechnung stehen – Parkgebühren, Kilometergeld und drei Stunden Hin- und Rückfahrt, um die andere Person abzuholen und heimzubringen. Es ist eine kursierende Schätzung, die man für das nehmen sollte, was sie ist: eine ungeprüfte Annäherung.

Als Kontrast werden Fälle von vermögenden Personen angeführt, die nicht einmal einen Bier einladen und angeblich heftige Reaktionen hervorrufen. Andere sehen es genau umgekehrt: Normalerweise wiederholen sich kostenlose Abendessen mehrere Male im Monat, nicht nur einmal, und die Geometrie der Sache hängt nicht vom Betrag ab.

Bei zehn-Euro-Abendessen und Bar-Kaffees kostet Einladen fast nichts. Die Diskussion bleibt unterdessen hitzig, und nächsten Freitag wird wieder jemand die Rechnung verlangen, ohne genau zu wissen, was er kauft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (217 Antworten).

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