Erbschaftsteuer frisst 179.000 Euro von einer Erbschaft im Wert von 650.000
Der Onkel stirbt und hinterlässt die Wohnung, in der man bereits lebt, sowie ein großes Gewerbeobjekt im Dorfzentrum. Die offizielle Bewertung liegt bei 650.000 Euro. Die Steuerrechnung beläuft sich auf 179.000 Euro: 159.000 Euro Erbschaftsteuer und 20.000 Euro kommunale Grundsteuer (Plusvalía municipal). Der Erbe hat dieses Geld nicht und kann die Wohnung nicht verkaufen, da er dort wohnt. So wird eine Erbschaft zur Falle.
Der Fall ist konkret und die Zahlen liegen auf dem Tisch: Das Gewerbeobjekt wird mit 800 Euro pro Quadratmeter bewertet, obwohl es komplett renoviert werden müsste, während andere Cousins andere Teile des Nachlasses erhielten. Das Ergebnis ist, dass der Staat im Voraus ein Viertel des Wertes kassiert, den er selbst für Ziegelsteine angesetzt hat, die auf dem Markt vielleicht weniger wert sind.
Warum ist die Hauptwohnung bei einer Erbschaft vom Onkel nicht steuerbefreit?
Weil die Befreiung an das Verwandtschaftsverhältnis gebunden ist. Wie im Thread argumentiert wird, gilt die 95%ige Ermäßigung für die Hauptwohnung des Erblassers nur für Ehepartner, Vorfahren und Nachkommen; zwischen Onkeln und Neffen greift sie nicht. Diese Klarstellung kam früh in der Diskussion: Was zwischen Eltern und Kindern gilt, gilt nicht für andere Verwandtschaftsgrade.
Dieses Detail ist wichtig, weil viele Menschen das Gegenteil annehmen. Es wird vorausgesetzt, dass das Haus, in dem man lebt und gemeldet ist, aus der Steuer herausfällt, aber dies stimmt nur bei bestimmten Verwandtschaftsgraden. Außerhalb dieser Fälle kann die Immobilie, in der der Erbe wohnt, der Grund sein, warum er die Steuerquote nicht zahlen kann.
Verwandtschaftsgruppe III und der Zuschlag von 58,86%
In der Debatte werden Onkel, Neffen und Geschwister der dritten Gruppe zugeordnet, wobei die Behandlung nicht immer einheitlich ist. In Katalonien beträgt der Anstieg der Steuerlast aufgrund des Verwandtschaftsgrades laut den im Thread genannten Daten bis zu 58,86% über der ursprünglichen Berechnung. Danach zerfällt die regionale Landkarte: In Madrid fallen keine Erbschaft- oder Schenkungssteuern an, und es gibt Ermäßigungen von 15% für Geschwister und 10% für Onkel/Neffen durch Blutsverwandtschaft; in Kantabrien erstreckt sich die 95%ige Reduktion beim Erwerb der Hauptwohnung des Erblassers auf alle Verwandtschaftsgruppen. In Aragón, regiert von denselben Parteien wie Madrid, gibt es nichts davon.
Daraus folgt eine Schlussfolgerung, die ein Teilnehmer zusammenfasst: Entweder gibt es Bürger erster und zweiter Klasse, oder die Regierenden leben tatsächlich in einem anderen Bundesland als der Erbe.
Das eigentliche Problem: Wer bestimmt den Preis des Erbes?
Hier liegt der Kern der Sache. Die Steuer wird nicht auf Basis dessen berechnet, was man für das Objekt erhält, sondern auf Basis dessen, was die Verwaltung als Wert festlegt. Der angeführte Vergleich ist das Gebrauchtwagenverkauf: Man kann ihn für einen Hungerlohn verkaufen, aber die Steuer auf diesen Verkauf richtet sich nach den offiziellen Bewertungsrichtlinien, nicht nach dem vereinbarten Preis.
Wenn man unter dem von der Finanzbehörde (Hacienda) als Minimum angesehenen Wert verkauft, muss man trotzdem auf Basis ihrer eigenen Bewertung Steuern zahlen, wie im Thread angemerkt wird. Und wenn der Verkauf an einen Familienangehörigen erfolgt, sollte man den Trick mit dem symbolischen Preis besser nicht versuchen. Manche sehen sogar das Risiko einer Vermögensverschleierung (alzamiento de bienes), obwohl diese rechtliche Figur, wie widersprochen wird, eine vorherige Verurteilung und einen anschließenden Nichtzahlungsverzug erfordert.
Das skizzierte Szenario ist das schlechteste mögliche: Eine Bewertung von 650.000 Euro für Immobilien, für die im Thread maximal ein Käuferpreis von 400.000 Euro kalkuliert wird. Der Erbe zahlt für einen Fantasiewert, bevor er irgendetwas erhalten hat, und verkauft dann die Realität unter Wert, um die Steuerquote decken zu können. Die vollständige Berechnung, einschließlich der Aufschlüsselung des Gewerbeobjekts nach Quadratmetern, zeigt eine Lücke, die erklärt, warum ein Erbe am Ende auf das Erbe verzichten könnte.
Wird die Steuer dort gezahlt, wo die Güter liegen, oder wo man wohnt?
Sie wird im Bundesland (Autonomous Community) gezahlt, in dem sich die Güter befinden, nicht dort, wo der Verstorbene wohnte oder wo der Erbe lebt. Diese Klarstellung korrigiert einen weit verbreiteten Irrtum im Thread und zerstört die Hoffnung einiger: Sich in einer Region mit Ermäßigungen anzumelden, bringt nichts, wenn die Immobilie in einer anderen liegt.
Die Versuchung dazu taucht auf, sobald jemand die Rechnung macht. Aber das Besteuerungskriterium für die Erbschaftsteuer folgt dem geerbten Vermögen, und das begrenzt den Handlungsspielraum auf die Vorabplanung, nicht auf einen kurzfristigen Wohnsitzwechsel.
Zu Lebzeiten schenken, verkaufen oder eine Vermietungsgesellschaft gründen
Ein Teilnehmer stellt eine steuerliche Hierarchie auf, die, wie er sagt, kaum jemand kennt, bevor er sie braucht: Zu Lebzeiten schenken ist besser als erben, der Kauf/Verkauf ist besser als beides, und Erben ist die schlechteste Option, besonders wenn es um Immobilien geht. Sein Rat lautet, vor dem Tod abzuwickeln, wenn man die Erben schätzt.
Manche weisen auf einen alternativen Weg hin: Gründung einer Gesellschaft zur Verwaltung von Mieten als wirtschaftliche Tätigkeit, was eine 95%ige Reduktion bei der Erbschaftsteuer ermöglichen würde, jedoch auf Kosten des Verlusts der Mietabzugsfähigkeit in der Einkommensteuer. Die Bedingungen sind so zahlreich und das Risiko, falsche Informationen zu geben, so hoch, dass selbst derjenige, der es vorschlägt, es nicht als sicher bestätigt.
Im Hintergrund bleibt ein Problem der Familienplanung. Eltern, die jahrzehntelang Vermögen aufbauen, ohne zu Lebzeiten zum Notar zu gehen, und Erben, die sich mit einer unbezahlbaren Rechnung konfrontiert sehen. Die Antwort, die einige dieser Eltern laut einem Bericht geben, wenn sie gewarnt werden, ist immer dieselbe: Sie sollen auf das Erbe verzichten und es dem Staat überlassen.
Wie lange wird es noch vernünftig erscheinen, dass die einzige Möglichkeit, das Familienvermögen zu erhalten, darin besteht, darauf zu verzichten?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (202 Antworten).